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Waymo-Lobby in New York: 62% weniger Verletzungen bei autonomen Autos

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo unterstützt eine Kampagne für autonome Fahrten in New York, während Sicherheitsdaten geprüft und die Zulassung politisch weiter beraten wird.

Waymo wirbt in New York für fahrerlose Personenfahrten
Eine leere Straßenkreuzung in New York bei Dämmerung mit nasser Fahrbahn und den Silhouetten städtischer Gebäude. Illustration mit AI erstellt.

Die gemeinnützige Organisation „A Better Road Forward“ hat am 16. September 2026 eine breit angelegte Kampagne gestartet, um die Zulassung vollautonomer Personenfahrzeuge in New York voranzutreiben. Die Initiative folgt auf die teilweise Rücknahme einer kritischen Studie durch Robotaxi-Gegner und setzt auf eine Kombination aus Fernsehwerbung, Informationsveranstaltungen und lokalem Community-Engagement.

Finanzierung und personelle Besetzung der Initiative

Die als 501(c)(4)-Organisation geführte Gruppe wird maßgeblich vom Technologieunternehmen Waymo finanziert und beraten, wie das Unternehmen bestätigte. Das geplante Programm umfasst neben bezahlten Medienbeiträgen auch Meinungsumfragen und die Veröffentlichung von Erfahrungsberichten.

Der Beirat der Organisation setzt sich aus erfahrenen Akteuren aus Politik und Verwaltung zusammen. Den Vorsitz übernimmt Basil Seggos, ehemals Leiter des Department of Environmental Conservation (DEC). Zu den weiteren Mitgliedern zählen die frühere Sprecherin des Stadtrats, Christine Quinn, sowie Mark Schroeder, ehemaliger Leiter des Department of Motor Vehicles (DMV).

Ebenfalls vertreten sind Julie Samuels, Kenny Burgos und Rev. Mark E. Blue. Christine Quinn betonte im Rahmen der Kampagne insbesondere die potenziellen Sicherheitsvorteile autonomer Fahrzeuge für gefährdete Personengruppen wie Frauen.

Korrektur statistischer Daten zur Sicherheit

Ein wesentlicher Auslöser für den Zeitpunkt der Kampagne ist die Korrektur eines Berichts von Robotaxi-Gegnern aus dem August. Zentrale Passagen mussten zurückgezogen werden, da der Vergleich zwischen schweren Verletzungen im New Yorker Stadtverkehr („critical injury“) und den Verletzungskategorien von Waymo („serious injury“, etwa Frakturen) methodisch fehlerhaft war.

Die korrigierten Analysen ergeben nun ein anderes Bild: Die Verletzungsrate bei Waymo-Fahrzeugen liegt bei 0,712 pro Million gefahrener Meilen. Im Vergleich dazu verzeichnen New Yorker Taxis und Mietfahrzeuge mit Fahrer (FHV) eine Rate von 1,871. Dies entspricht einer um etwa 62 Prozent niedrigeren Quote bei den autonomen Systemen, wenngleich angemerkt wurde, dass die korrigierte Analyse lediglich auf drei Unfällen basiert.

In einem Whitepaper von Waymo wird zudem angeführt, dass in San Francisco pro Passagier acht Prozent weniger gefahrene Meilen anfallen, während Kritiker in der Vergangenheit behauptet hatten, die Technologie führe zu einer Zunahme des Verkehrsaufkommens in Innenstädten.

Politischer Widerstand und regulatorischer Status quo

Trotz der neuen Lobby-Bemühungen bleibt das politische Umfeld in New York herausfordernd. Gouverneurin Hochul lehnte eine Expansion von Waymo in den Norden des Bundesstaates ab, nachdem Widerstand von Gewerkschaften und Taxifahrern laut geworden war. Bereits im Februar 2026 wurde ein Plan für autonome Fahrzeuge aus dem Budget gestrichen, der eine Gebühr von 1 Million US-Dollar pro Unternehmen vorgesehen hatte.

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Waymo investierte im ersten Halbjahr 2026 rund 1,1 Millionen US-Dollar in Lobbying-Aktivitäten. Damit liegt das Unternehmen deutlich hinter den Ausgaben von Uber und deren Verbündeten zurück, die im gleichen Zeitraum mehr als 15 Millionen US-Dollar aufwendeten.

Derzeit schreibt das Gesetz des Bundesstaates New York zwingend einen menschlichen Sicherheitsfahrer bei Tests vor. Das seit 2017 bestehende Testprogramm des DMV gestattet keine uneingeschränkten fahrerlosen Fahrten zur Personenbeförderung.

Ein entsprechendes Pilotprogramm von Waymo in New York City lief im März 2026 aus; seither werden Tests wieder mit menschlichen Fahrern durchgeführt. Laut einem internen Memo erprobte das Unternehmen zuletzt drei fahrerlose Fahrzeuge ausschließlich auf einem privaten Industriegelände in Brooklyn.

Kritik und weitere Untersuchungen

Gegenwind erhält das Vorhaben von Organisationen wie der Taxi Drivers Alliance of New York, die eine Gegenkampagne plant. Auch die Gruppe Open Plans warnte vor negativen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss und die Situation angestellter Fahrer. Fachleute der Johns Hopkins University wiesen zudem darauf hin, dass die vorliegenden Sicherheitsdaten zu autonomen Fahrzeugen begrenzt und inkonsistent seien.

Zusätzlich steht Waymo unter Beobachtung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Anlass ist eine Untersuchung nach einem Unfall mit einem Kind in Kalifornien sowie eingeräumte Fehler im Zusammenhang mit Schulbussen in Austin.

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Die Sicherheitsdebatte um autonome Fahrzeuge krankt an einer dünnen Datenbasis: Die viel zitierte 62-Prozent-Differenz bei Verletzungsraten stützt sich auf lediglich drei Unfälle, und Fachleute der Johns Hopkins University bezeichnen die vorliegenden Daten als begrenzt und inkonsistent. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Zahlen belastbar sind — und welche Sie in Ihrer Argumentation besser nicht verwenden. Datenbasis kritisch prüfen — Leitfaden sichern

Die Entscheidung über den weiteren Weg von Testphasen hin zu einem kommerziellen Einsatz liegt nun bei den Gesetzgebern und Behörden. Die Taxi and Limousine Commission (TLC) prüft derzeit den regulatorischen Rahmen. Kommissar David Do erklärte, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen wurde.

Für den 15. April ist ein Termin angesetzt, an dem die TLC einen neuen Entwurf für die Regulierung vorlegen will. Stand Mai 2026 verfügt kein Unternehmen über eine Zulassung für fahrerlose Dienste im Bundesstaat New York.

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