Waymo, München

Waymo startet in München: Autonome Taxis ab Ende 2027

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 02:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Waymo bereitet in München autonome Taxifahrten vor. Der geplante Start Ende 2027 hängt von Tests und der Level-4-Zulassung ab.

Waymo startet Europa-Offensive: München plant autonome Taxis ab 2027
Ein autonomes Jaguar I-PACE Fahrzeug fährt auf einer modernen Stadtstraße in München. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-amerikanische Technologiekonzern Waymo hat am 28. August 2026 seinen Markteintritt in Europa bekannt gegeben. München wurde als erster Standort für den kommerziellen Betrieb autonomer Taxis innerhalb der Europäischen Union bestätigt. Nach aktueller Planung soll der reguläre Dienst Ende 2027 an den Start gehen.

Testphase und regulatorische Rahmenbedingungen in München

Bevor der kommerzielle Betrieb aufgenommen wird, bereitet Waymo eine Testphase in der bayerischen Landeshauptstadt vor. Diese soll in Kürze beginnen und sieht den Einsatz von Sicherheitsfahrern vor, die das System während der Fahrten überwachen. Als Fahrzeugflotte kommen Modelle des Typs Jaguar I-PACE zum Einsatz.

Auf administrativer Ebene hat das Unternehmen bereits Vorbereitungen getroffen: Die Waymo Germany GmbH wurde bereits im Juni registriert. Dennoch stehen wesentliche regulatorische Hürden bevor.

Bislang verfügt Waymo in Deutschland noch nicht über eine notwendige Level-4-Genehmigung für vollautomatisiertes Fahren; die entsprechenden Anträge befinden sich noch im laufenden Verfahren. Der Münchener Markt umfasst insgesamt 17 Stadtbezirke, die für den künftigen Dienst erschlossen werden könnten.

Sicherheitsbilanz und wirtschaftliche Relevanz

Waymo untermauert seine Expansionspläne mit Sicherheitsdaten aus dem laufenden Betrieb in den USA. Den Angaben zufolge weisen die autonomen Fahrzeuge eine deutlich höhere Sicherheit auf als menschlich gesteuerte Taxis.

Basierend auf einer Fahrleistung von mehr als 350 Millionen Kilometern seien die autonomen Systeme 12- bis 20-mal sicherer als menschliche Fahrer. Die Daten belegen zudem 16-mal weniger schwere Unfälle, 14-mal weniger Kollisionen mit Fußgängern und eine sechsmal geringere Rate an Unfällen mit Radfahrern.

Dieser Sicherheitsaspekt wird vor dem Hintergrund von jährlich etwa 20.000 Verkehrstoten in Europa betrachtet, wobei schätzungsweise 67 Prozent der Unfälle auf Fahrerfehler zurückzuführen sind. Neben der Sicherheit spielt die Preisgestaltung eine Rolle für den Markteintritt: In München kostet eine herkömmliche Taxifahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum derzeit zwischen 80 und 90 Euro.

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Globale Marktpräsenz und europäischer Wettbewerb

In den USA betreibt Waymo bereits eine Flotte von 3.500 Fahrzeugen in elf Städten. Das Unternehmen verzeichnet dort wöchentlich rund 500.000 bezahlte Fahrten bei einer kumulierten fahrerlosen Distanz von 350 Millionen Kilometern.

Eine weitere Expansion in Europa ist für London geplant, wobei dort ein Start noch Ende dieses Jahres angestrebt wird, sofern die behördlichen Genehmigungen erteilt werden. In Großbritannien gestaltet sich der regulatorische Rahmen jedoch komplex, da das Department for Transport (DfT) entsprechende Richtlinien erst für das Jahr 2027 angekündigt hat.

Der Wettbewerb im Bereich der autonomen Mobilität in Europa nimmt unterdessen zu. Uber startete am 28. August 2026 den ersten europäischen Robotaxi-Dienst in Zagreb, ebenfalls zunächst mit Sicherheitsfahrern. Auch das Unternehmen Pony.ai hat in der vergangenen Woche Testfahrten in der kroatischen Hauptstadt aufgenommen. In München ist zudem das Joint Venture von Uber und Autobrains aktiv, während WeRide Aktivitäten in Madrid und Zürich verfolgt.

Auch andere Automobilhersteller melden Fortschritte auf dem europäischen Markt. Tesla Europe gab am 26. August 2026 bekannt, mit seinem System „FSD Supervised“ in fünf europäischen Märkten – darunter die Niederlande und Belgien – insgesamt 100 Millionen Kilometer zurückgelegt zu haben. Die Kollisionsrate liege dabei deutlich unter der von manuell gesteuerten Fahrzeugen.

Internationale Entwicklungen im autonomen Fahren

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Außerhalb Europas zeigt sich eine dynamische Entwicklung in Asien und dem Nahen Osten. Baidu startete am 28. August seine Apollo-Go-Robotaxis in Dubai über die Uber-App.

In China erhielt XPeng am 26. August die Genehmigung für ferngesteuerte Tests ohne Sicherheitsfahrer in Guangzhou, mit dem Ziel, 2027 einen fahrerlosen Passagierbetrieb zu etablieren. Auch CaoCao meldete für das erste Halbjahr 2026 steigende Umsatzzahlen im Mobilitätssektor und plant Expansionen in Hongkong und Abu Dhabi.

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