Waymo, Betrieb

Waymo stoppt Betrieb: 3.800 Fahrzeuge wegen Regen-Schwachstelle

25.05.2026 - 14:30:17 | boerse-global.de

Waymo kämpft mit Wetterproblemen, während Nuro und XPENG auf Partnerschaften und KI-Chips setzen. Tesla baut humanoide Roboter in Serie.

Waymo stoppt Betrieb: 3.800 Fahrzeuge wegen Regen-Schwachstelle - Foto: über boerse-global.de
Waymo stoppt Betrieb: 3.800 Fahrzeuge wegen Regen-Schwachstelle - Foto: über boerse-global.de

Während Pioniere wie Waymo mit Regen und Überschwemmungen kämpfen, setzen neue Anbieter auf clevere Partnerschaften und eigene Besitzmodelle. Die Frage ist: Wer setzt sich am Ende durch?

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Waymo bremst: Wenn der Regen zum Problem wird

Die Zuverlässigkeit autonomer Fahrsysteme steht erneut auf dem Prüfstand. Am 21. und 22. Mai setzte Waymo seinen Autobahnbetrieb in mehreren US-Märkten aus – darunter San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami. Der Grund: Software-Updates, die das Verhalten in Baustellen und bei schlechtem Wetter verbessern sollen.

Doch das ist nicht der einzige Rückschlag. Bereits zuvor hatte Waymo den gesamten Robotaxi-Betrieb in Atlanta und mehreren texanischen Städten gestoppt. Auslöser waren schwere Regenfälle und überflutete Straßen. Am 20. April wurde ein fahrerloses Fahrzeug in San Antonio regelrecht weggeschwemmt. Die Folge: eine Rückrufaktion von rund 3.800 Fahrzeugen der fünften und sechsten Generation.

Die technische Ursache liegt in den LIDAR-Sensoren. Sie haben Probleme mit Wasserreflexionen, was zu Ungenauigkeiten bei der Tiefenwahrnehmung führt. Ein gefährlicher Schwachpunkt – schließlich vermittelt Waymo wöchentlich mehr als 500.000 Fahrten. Die US-Behörden ermitteln bereits, unter anderem nach Unfällen mit Schulbussen und einer Kollision in Santa Monica.

Neue Allianzen: Wer fährt, wer denkt, wer verdient?

Aus den Schwierigkeiten der Pioniere ziehen andere ihre Lehren. Statt alles selbst zu machen, setzen immer mehr Firmen auf Arbeitsteilung. Ende Mai 2026 kündigte Nuro an, mit Uber und Lucid in den Robotaxi-Markt von San Francisco einzusteigen. Das Modell: Nuro liefert die Technik, Lucid baut die Fahrzeuge, Uber betreibt die Flotte.

„Das ist der Vorteil des zweiten Anläufers", heißt es bei Nuro. Man könne aus den Fehlern der Ersten lernen. Ähnliche Kooperationen gibt es zwischen May Mobility und Ecarx – ein Deal über umgerechnet rund 700 Millionen Euro für tausende Robotaxis.

Einen anderen Weg geht der chinesische Hersteller XPENG. Dessen erstes eigenes Robotaxi, der GX, kommt in Guangzhou vom Band. Verzicht auf LIDAR und HD-Karten? Kein Problem. XPENG setzt auf eine rein kamerabasierte Lösung mit vier speziellen KI-Chips. Die Rechenleistung: 3.000 Billionen Operationen pro Sekunde. Die Entscheidungszeit: unter 80 Millisekunden. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen Pilotfahrten starten, Anfang 2027 fahrerlos.

Humanoid-Roboter: Teslas neue Fabrikstrategie

Während die einen an Robotaxis tüfteln, baut Tesla längst an der nächsten Revolution. In Fremont, Kalifornien, hat der Autobauer die Produktion von Model S und Model X eingestellt. Stattdessen läuft dort jetzt das Band für den humanoiden Roboter Optimus. Das langfristige Ziel: eine Million Einheiten pro Jahr.

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Doch der Einsatz in Fabriken stellt völlig neue Anforderungen an die Technik. Verzögerungen von nur 100 Millisekunden durch Cloud-Verbindungen können auf dem Werksgelände gefährlich werden. Die Lösung heißt Edge Computing – die Datenverarbeitung direkt im Roboter.

Wie leistungsfähig solche Systeme sein können, zeigt ein Test von Figure AI. Drei Roboter arbeiteten 24 Stunden am Stück in einem BMW-Werk in South Carolina – und sortierten über 28.000 Pakete autonom. Barcode-Erkennung und Sortierung direkt an Bord, ohne Cloud-Anbindung.

Die Konkurrenz schläft nicht. Am 25. Mai kündigte der chinesische Hersteller Unitree Robotics den Markteintritt in Indien an. Der H1-Humanoid kostet zwischen 85.000 und 90.000 Euro und soll in Logistik und Produktion eingesetzt werden. Xiaomi wiederum hat einen ehemaligen Tesla-Ingenieur abgeworben, um die Entwicklung von Roboterhänden voranzutreiben.

Die Gretchenfrage: Kamera oder LIDAR?

Die Branche ist gespalten. Tesla trainiert seine Systeme ausschließlich mit Kameradaten. Marktbeobachter warnen: Ein nachträglicher Einbau von LIDAR würde ein komplettes Neutraining der neuronalen Netze bedeuten. Ein enormer Aufwand.

Gleichzeitig wird das Eigentum an der Autonomie immer fragmentierter. Waymo setzt weiter auf das vertikale Modell – alles aus einer Hand. Andere teilen auf: Tech-Startups liefern das Gehirn, Autobauer den Körper, Plattformen wie Uber das Geschäft. Eine clevere Strategie, um die immensen Investitionen zu verteilen.

Die gesammelten Daten – allein Teslas FSD-System hat in den Niederlanden und Litauen 20 Millionen Kilometer aufgezeichnet – werden zunehmend für Nebenaufgaben genutzt. Neue Software erkennt automatisch Waschanlagen und aktiviert den passenden Modus. Die Autonomie übernimmt nach und nach auch die lästigen Pflichten des Fahrzeughalters.

Ausblick: London, Fabriken und die Zukunft.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich ab: Der Fokus liegt auf der Erweiterung der Betriebsgrenzen bei gleichbleibender Sicherheit. Waymo bereitet den Start in London für September vor – vorausgesetzt, die aktuellen Software-Updates halten, was sie versprechen.

Im Bereich der humanoiden Roboter werden die nächsten 12 bis 18 Monate zeigen, ob die Fabrikintegration wirklich skalierbar ist. Mit Teslas Optimus-Werk in Fremont und XPENGs Robotaxi-Produktion in Guangzhou beschleunigt sich der Übergang vom Prototypen zur Massenproduktion. Entscheidend wird nicht nur die KI sein, sondern auch die Robustheit der Hardware und die Effizienz der Edge-Computing-Netzwerke. Die autonome Intelligenz verlässt die Straße – und wird zum festen Bestandteil der globalen Produktion.

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