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Wayve AI Driver: Mercedes-Benz integriert End-to-End-KI in Premiummodelle

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mercedes-Benz will Wayves KI-Technologie binnen zwei Jahren in Premiumfahrzeuge integrieren und setzt damit auf datenbasierte Fahrassistenz.

Mercedes-Benz integriert Wayves KI-Fahrsystem in Premiumautos
Ein minimalistisches, modernes Labor für Fahrzeugentwicklung mit Sensoren an der Decke und hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Automobilhersteller Mercedes-Benz hat eine verbindliche Produktionsvereinbarung mit dem britischen Technologieunternehmen Wayve unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, das KI-basierte Fahrsystem des Startups innerhalb der kommenden zwei Jahre in Serienmodelle des Premiumsegments zu integrieren. Damit setzt der Stuttgarter Konzern verstärkt auf Ansätze der künstlichen Intelligenz, um die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen voranzutreiben.

Integration der End-to-End-Technologie in die Serienproduktion

Die Vereinbarung sieht vor, den sogenannten „Wayve AI Driver“ in die bestehende Fahrzeugarchitektur von Mercedes-Benz einzubetten. Dies umfasst die Einbindung in die Hardware, das konzerneigene Betriebssystem MB.OS sowie die entsprechenden Kartenschnittstellen. Laut dem Technikvorstand von Mercedes-Benz, Jörg Burzer, stelle dies den weltweit ersten Fall dar, in dem ein solches End-to-End-System im Premiumsegment zum Einsatz komme.

Das System von Wayve basiert auf dem Prinzip der „Embodied AI“ (verkörperte KI). Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf hochauflösende HD-Karten und starre Programmregeln angewiesen sind, lernt die Software von Wayve direkt aus Sensordaten.

Die Technologie soll ohne Geofences oder stadt-spezifisches Training auskommen und nutzt unter anderem Radarsensoren zur UmfeldErfassung. Die Rechenleistung für das Training der KI wird über eine Nvidia-Infrastruktur innerhalb der Microsoft-Azure-Cloud bereitgestellt.

Fokus auf Punkt-zu-Punkt-Assistenten in Stadt und Autobahn

Das geplante Angebot wird als fortschrittliche Fahrassistenz für den städtischen Raum sowie für Autobahnfahrten konzipiert. Es soll Punkt-zu-Punkt-Fahrten unterstützen, wobei die rechtliche Verantwortung weiterhin beim Fahrer verbleibt.

Ein spezifischer SAE-Automatisierungsgrad wurde im Rahmen der Ankündigung nicht explizit genannt; Branchenbeobachter ordnen das System jedoch vorerst im Bereich der Level-2- oder Level-2+-Assistenz ein, vergleichbar mit bestehenden Lösungen von Wettbewerbern wie Tesla.

Weder Mercedes-Benz noch Wayve machten zum jetzigen Zeitpunkt genaue Angaben dazu, in welchen spezifischen Fahrzeugmodellen oder regionalen Märkten die Technologie zuerst eingeführt wird. Die Integration soll jedoch innerhalb eines Zeitfensters von zwei Jahren abgeschlossen sein.

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Strategische Einordnung und Finanzierung

Die Partnerschaft ist Teil einer umfassenderen Strategie von Mercedes-Benz, die derzeit drei verschiedene Technologie-Stacks für das automatisierte Fahren verfolgt. Neben dem bereits in Deutschland und den USA eingeführten Level-3-System „Drive Pilot“ und einer Zusammenarbeit mit Nvidia für künftige Modelle wie den CLA bildet die Kooperation mit Wayve die dritte Säule.

Während der „Drive Pilot“ unter bestimmten Bedingungen (etwa auf Autobahnen bis 95 km/h hinter einem Führungsfahrzeug) eine Abgabe der Fahrverantwortung ermöglicht, zielt die Wayve-Integration auf eine breitere, datengetriebene Unterstützung im Alltag ab.

Hintergrund der Vereinbarung ist zudem ein finanzielles Engagement: Mercedes-Benz hatte sich bereits Anfang des Jahres an einer Serie-D-Finanzierungsrunde für Wayve beteiligt. Diese Runde, an der auch Nissan und Stellantis sowie Finanzinvestoren wie SoftBank teilnahmen, belief sich auf ein Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar. Die Bewertung von Wayve wurde zu diesem Zeitpunkt mit 8,6 Milliarden US-Dollar angegeben.

Marktumfeld und wirtschaftliche Herausforderungen

Der verstärkte Fokus auf Software-Partnerschaften erfolgt vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs mit US-amerikanischen und chinesischen Herstellern, die im Bereich der KI-gesteuerten Fahrfunktionen als technologisch führend gelten.

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Gleichzeitig steht Mercedes-Benz unter Kostendruck. Zuletzt gab es Berichte über potenzielle Effizienzsteigerungsmaßnahmen, bei denen auch die Zukunft einzelner Standorte thematisiert wurde, sollten Wettbewerbsnachteile nicht reduziert werden können.

Wayve selbst baute zuletzt seine Geschäftsbeziehungen massiv aus. Neben Mercedes-Benz haben auch Nissan und Stellantis Kooperationen angekündigt. Zudem kooperiert das Londoner Startup mit dem Fahrdienstleister Uber, um automatisierte Fahrten unter Aufsicht von Sicherheitsfahrern durchzuführen. Das Unternehmen verstärkte zudem sein Management durch die Verpflichtung eines ehemaligen Finanzchefs von Waymo als neuen CFO.

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de | wissenschaft | 70162204 |