Wayve, Stellantis und Nvidia: Allianz für autonome Autos in Frankreich
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf den Assises du Véhicule Autonome in Paris haben Wayve, der Autokonzern Stellantis und der Chiphersteller Nvidia am 23. Oktober 2026 eine Partnerschaft mit der französischen Regierung bekannt gegeben. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, autonome Fahrzeuge auf französischen Straßen zum Einsatz zu bringen und die Weiterentwicklung vollautomatisierter Mobilitätslösungen in der gesamten Europäischen Union voranzutreiben.
Rollenverteilung und technologische Basis
Im Rahmen der Allianz übernimmt Stellantis die Bereitstellung von Fahrzeugplattformen, die für autonomes Fahren nach Level 4 ausgelegt sind. Zudem zeichnet der Konzern für die Fahrzeugtechnik sowie die Fertigung verantwortlich. Wayve steuert die Steuerungssoftware bei: Das System Wayve AI Driver integriert Nvidias Betriebssystem Halos OS und setzt direkt auf der Hyperion-Rechen- und Sensorarchitektur von Nvidia auf.
Bislang machten die Partner weder Angaben zu einem konkreten Startdatum noch zur geplanten Flottengröße oder den ersten Einsatzorten in Frankreich. Das Branchenblatt Journal de l'Automobile berichtete zudem über eine Beteiligung des Fahrdienstvermittlers Uber an der Kooperation in Frankreich.
Der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot begrüßte den Vorstoß. Die französische Regierung passe ihren Regulierungsrahmen kontinuierlich an und verknüpfe dies mit strengen Anforderungen an die funktionale Sicherheit sowie die Datensouveränität.
Die beteiligten Unternehmen verwiesen im Zusammenhang mit der Vereinbarung auch auf die KI-Investitionen im Umfang von 109 Milliarden Euro, die im Rahmen des AI Action Summit Paris 2025 angekündigt worden waren.
Regulatorische Hürden und internationale Erprobung
Der Vorstoß in Frankreich trifft auf ein herausforderndes regulatorisches Umfeld: Innerhalb der Europäischen Union sind derzeit lediglich 1.500 vollautonome Fahrzeuge pro Jahr zulassungsfähig.
Ungeachtet dessen verfügen Wayve und Stellantis bereits über praktische Testerfahrungen; entsprechende Erprobungen fanden mit den Modellen Fiat 500e und Maserati Grecale im italienischen Turin statt. Für den nordamerikanischen Markt peilen die Partner einen Marktstart im Jahr 2028 an.
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Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete Robotaxis als die erste Massenmarktanwendung für Robotik und physische künstliche Intelligenz. Der Konzern stellte auf der Technologiekonferenz GTC Berlin kürzlich unter anderem Halos SAFE vor – ein Sicherheits-Framework, das gemeinsam mit dSPACE, IVEX und dem TÜV Rheinland realisiert wurde – sowie das Modell Alpamayo 2 Edge mit 2 Milliarden Parametern für die Rechenplattform DRIVE AGX Thor.
Breite Allianzen um die Nvidia-Architektur
Die Ankündigung in Paris reiht sich in mehrere europäische Mobilitätsprojekte ein, bei denen Nvidia als Kernlieferant für Hardware und KI-Infrastruktur agiert. So wählte das Mobilitätsunternehmen Bolt die Plattform für seinen europäischen Robotaxi-Rollout, der mindestens 25.000 Level-4-fähige Fahrzeuge des Herstellers Lucid auf Basis der Hyperion-Architektur umfassen soll.
Bolt Autonomous Driving Solutions plant Madrid ab 2027 als Testfeld für die Datensammlung und peilt für 2028 unter Beteiligung von Stellantis auch eine Pilotregion in Paris an.
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Darüber hinaus nutzen weitere Hersteller die Plattform des Technologiekonzerns: Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigte in Berlin einen autonomen ID. Buzz mit Hyperion-10-Referenzarchitektur zur Level-4-Entwicklung.
Volvo Cars vertiefte Mitte Oktober die seit 2017 bestehende Partnerschaft für Systeme zum automatisierten Fahren. Auch Mercedes-Benz arbeitet im Bereich automatisierter Limousinen mit der Technologie, während das Transportunternehmen Einride autonome Lastwagen auf Basis von Nvidias KI-Modell Alpamayo erprobt.
