WebKit-Lücke: Forscher umgehen Apples iCloud Private Relay
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 16:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der IT-Sicherheitsbranche sorgen neue Erkenntnisse über die Browser-Engine WebKit für Aufsehen. Die Sicherheitsforscher Talal Haj Bakry und Tommy Mysk haben Schwachstellen identifiziert, durch die der Anonymisierungsdienst iCloud Private Relay von Apple umgangen werden kann. Den Untersuchungen zufolge ermöglichen bestimmte Pfade innerhalb der Engine den ungewollten Abfluss sensibler Verbindungsdaten, die das System eigentlich verbergen soll.
Im Zentrum der Analyse stehen drei spezifische WebKit-Funktionen: DNS-Prefetching, WebAuthn und WebTransport. Diese technischen Schnittstellen, die normalerweise zur Beschleunigung des Seitenaufbaus oder zur sicheren Authentifizierung dienen, erlauben es laut den Forschern, den Schutzmechanismus von iCloud Private Relay zu durchbrechen. Dabei hänge das Ausmaß der Datenexponierung vom jeweils genutzten Pfad ab.
Die Experten stellten fest, dass zwei der drei identifizierten Methoden direkt zur Offenlegung der echten IP-Adresse des Nutzers führen. Der dritte Weg ermögliche es hingegen, DNS-Informationen preiszugeben. In beiden Fällen verlieren Anwender die durch den Relay-Dienst angestrebte Privatsphäre, da Webseitenbetreiber oder unbefugte Dritte Rückschlüsse auf den tatsächlichen Standort und die Identität des Nutzers ziehen können.
Betroffen von diesen Sicherheitslücken sind nach Angaben von Bakry und Mysk die Betriebssystem-Versionen iOS 26.0 und iOS 26.4. Nutzer, die diese Versionen auf ihren Geräten installiert haben und sich auf den integrierten Schutz durch iCloud Private Relay verlassen, sind demnach potenziell gefährdet.
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Eine wichtige Differenzierung ergab die Untersuchung jedoch im Vergleich zu anderen Sicherheitslösungen: Herkömmliche virtuelle private Netzwerke (VPNs) seien von diesen spezifischen WebKit-Umgehungswegen nicht betroffen. Die Schwachstelle scheint somit tief in der spezifischen Integration des Apple-eigenen Relay-Dienstes in die Browser-Umgebung zu liegen.
Erste Software-Anbieter haben bereits Konsequenzen aus den Entdeckungen gezogen. So wurde bekannt, dass das Unternehmen Psylo die drei betroffenen WebKit-Funktionen standardmäßig blockiert. Durch diesen Schritt soll die Privatsphäre der Anwender geschützt werden, indem die problematischen Kommunikationswege innerhalb der Engine deaktiviert bleiben, solange keine umfassende Lösung auf Betriebssystemebene vorliegt.
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Trotz der Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der WebAuthn-Schnittstelle bleibt die grundsätzliche Bewertung moderner Authentifizierungsverfahren stabil. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt weiterhin die Nutzung von Passkeys.
Diese Einschätzung verdeutlicht, dass die aktuelle Problematik primär die Anonymität der Netzwerkverbindung betrifft und nicht die grundlegende Sicherheit kryptografischer Anmeldeverfahren in Frage stellt. Dennoch unterstreicht der Vorfall die Komplexität bei der Absicherung von Browser-Engines gegenüber modernen Datenschutz-Anforderungen.
