Wechseljahre, Frauen

Wechseljahre: 7–12% der Frauen entwickeln Essstörungen

07.06.2026 - 19:06:54 | boerse-global.de

Studien zeigen: Bis zu 12 Prozent der Frauen in der Menopause entwickeln gestörtes Essverhalten. Binge Eating tritt besonders häufig auf.

Wechseljahre: Hormonelle Umstellung fördert Essstörungen
Wechseljahre - Eine nachdenkliche Frau mittleren Alters blickt mit ernstem Ausdruck aus einem Fenster, symbolisierend Reflexion und hormonelle Veränderungen. 07.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Zwischen 7 und 12 Prozent der Frauen in der Menopause entwickeln ein gestörtes Essverhalten.

Besonders häufig tritt Binge Eating auf – unkontrollierte Essattacken. Die Medizinische Universität Innsbruck untersuchte das Phänomen unter der Leitung von Professorin Barbara Mangweth-Matzek. Experten beschreiben die Menopause als umgekehrtes Pendant zur Pubertät: Beide Phasen sind durch massive hormonelle Umbrüche geprägt.

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Warum der Körper rebelliert

Die Ursachen sind vielfältig. Neben der Hormonumstellung spielen chronischer Schlafmangel, Unzufriedenheit mit dem veränderten Körper und ein Gefühl des Kontrollverlusts eine Rolle.

Betroffene berichten von starken Schamgefühlen. Viele kritisieren, dass Ärzte für die spezifischen Probleme dieser Altersgruppe nicht sensibilisiert sind. Besonders tückisch: Bereits in der Jugend bestehende Essstörungen können in der Perimenopause durch hormonelle Instabilität und depressive Verstimmungen wieder aufflammen.

PCOS heiĂźt jetzt PMOS

Die Medizin überdenkt derzeit die Diagnosekriterien für Stoffwechselerkrankungen. Das Fachjournal The Lancet veröffentlichte am 12. Mai 2026 eine Entscheidung: Das bisher als PCOS bekannte Krankheitsbild heißt offiziell PMOS – Polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom.

Die Neuklassifizierung lenkt den Fokus stärker auf die systemische Stoffwechselstörung. Schätzungen zufolge ist etwa jede achte Frau im gebärfähigen Alter betroffen – allein in Deutschland rund eine Million Frauen. Das Problem setzt sich oft bis in die Wechseljahre fort. Rund 70 Prozent der Betroffenen erhalten keine gesicherte Diagnose. Nur etwa die Hälfte der Universitätskliniken verfügt über spezialisierte Fachabteilungen.

Blutwerte im Blick behalten

Mit sinkendem Östrogenspiegel rücken bestimmte Blutwerte in den Fokus. Mediziner empfehlen die Überprüfung des Lipoprotein(a)-Werts. Dieser genetisch bedingte Risikomarker für Schlaganfälle und Herzinfarkte kann durch den Östrogenabfall ansteigen.

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Direkte Medikamente zur Senkung von Lipoprotein(a) gibt es nicht. Das Gesamtrisiko lässt sich aber durch Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und LDL-Cholesterin sowie regelmäßige Bewegung minimieren.

75 Minuten pro Woche reichen

Eine Langzeitstudie der Universität Hongkong liefert überraschende Ergebnisse zum Gewichtsmanagement. Von September 2021 bis September 2024 untersuchten die Forscher die Effektivität von Trainingseinheiten.

Fazit: Eine wöchentliche Intervalltrainingseinheit von 75 Minuten reduziert Körperfettmasse und TAillenumfang ähnlich effektiv wie mehrere kürzere Einheiten pro Woche.

Hormone aus der Yamswurzel

Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und Essstörungen erfordert einen interdisziplinären Ansatz. Gynäkologin Dr. Judith Bildau setzt auf bioidentische Hormone aus der Yamswurzel. Sie sind baugleich mit körpereigenen Hormonen wie Östrogen und Progesteron und können nicht nur Beschwerden lindern, sondern auch Knochengesundheit und Herz-Kreislauf-System schützen.

Zur Unterstützung bei Gewichtsproblemen werden GLP-1-Präparate und Metformin evaluiert. Grundsätzlich empfehlen Experten eine proteinreiche Ernährung in Kombination mit Kraft- und Ausdauersport. Das Ziel: den Verlust an Muskelmasse stoppen und viszerales Bauchfett reduzieren. Psychotherapeutische Angebote gewinnen ebenfalls an Bedeutung, um den steigenden Bedarf an Unterstützung zu decken.

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