Wechseljahre, Psychische

Wechseljahre: Psychische Symptome treiben jede zehnte Frau zur Kündigung

30.05.2026 - 18:48:54 | boerse-global.de

Studien belegen: Jede zehnte Frau kündigt wegen Wechseljahresbeschwerden. Experten fordern mehr Aufklärung in Unternehmen und bessere medizinische Versorgung.

Wechseljahre: Psychische Symptome treiben jede zehnte Frau zur Kündigung - Foto: über boerse-global.de
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Dabei haben die Beschwerden massive wirtschaftliche Konsequenzen.

Jede zehnte Frau kündigt ihren Job wegen der Belastungen durch die Wechseljahre. Das belegen aktuelle Studien. Neben Schlafstörungen und Hitzewallungen sind es vor allem die psychischen Symptome, die Frauen in die Kündigung treiben.

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Wenn die Hormone das Denken beeinflussen

Die Wechseljahre sind weit mehr als nur körperliche Beschwerden. Wissenschaftliche Daten zeigen: Die hormonelle Umstellung beeinträchtigt Gedächtnis und Konzentrationsfähigkeit. Frauen berichten über emotionale Instabilität und kognitive Einbußen.

Die Expertin Adaeze Wolf warnt: „Mentale Beschwerden in den Wechseljahren sind ernst zu nehmen.“ Halten depressive Phasen länger als drei bis vier Wochen an, ohne dass Besserung eintritt, ist ärztliche Abklärung nötig. Dabei sollten Ärzte auch körperliche Ursachen prüfen – etwa einen Mangel an Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren oder Magnesium.

Eine Hormonersatztherapie (HRT) hilft nicht immer. Nach aktuellen Daten zeigt sie bei psychischen Symptomen nicht in jedem Fall eine entlastende Wirkung.

Das große Schweigen im Büro

Trotz der hohen Betroffenheit bleibt das Thema unsichtbar. Mehr als die Hälfte der Frauen empfindet die Wechseljahre am Arbeitsplatz als Tabu. Dabei leidet ein Drittel der Betroffenen so massiv, dass Sozialleben und Beruf beeinträchtigt werden.

Die Gynäkologin Dr. Nina Bock erklärt: „Etwa acht von zehn Frauen haben Beschwerden.“ Gleichstellungsbeauftragte wie Andrea Schrag und Vanessa Räuschel fordern deshalb mehr Aufklärung in Unternehmen und Verwaltungen.

Ein Frauenfachtag in Nordrhein-Westfalen am 12. September 2026 soll sich explizit mit der Situation im Bildungssystem befassen. Dort werden auch Ergebnisse einer Umfrage zur Lage am Arbeitsplatz vorgestellt.

Die medizinische Schieflage

In der Forschung klafft eine Lücke. Die Medizinerin Sriusdiga Manivannan kritisiert die sogenannte „Gender Data Gap“: Der männliche Körper dient oft noch als Standard in der Forschung. Die Folge: Frauen erhalten häufiger Fehldiagnosen – etwa bei Herzinfarkten, die sich bei Patientinnen oft durch untypische Symptome wie Nackenschmerzen äußern.

Auch bei der Behandlung der Wechseljahre wirken historische Vorbehalte nach. Dr. Nina Bock verweist auf eine großangelegte Studie aus dem Jahr 2002, die zu pauschaler Skepsis gegenüber Hormonersatztherapien führte. Heutige Ansätze setzen auf individuelle Abwägung – inklusive kognitiver Verhaltenstherapie und vaginaler Östrogene.

Es gibt aber auch Fortschritte. Am 12. Mai 2026 veröffentlichte „The Lancet“ eine Neudefinition des Polyzystischen Ovarialsyndroms. Die Erkrankung, von der weltweit etwa 170 Millionen Frauen betroffen sind, heißt nun Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS).

Vorbereitung ist alles

Die Wechseljahre kommen nicht über Nacht. Experten empfehlen, sich bereits Ende 30 oder Anfang 40 darauf vorzubereiten. Denn die hormonellen Veränderungen bleiben dauerhaft bestehen – der Körper kehrt nicht in den Zustand vor der Menopause zurück.

Präventive Maßnahmen gewinnen an Bedeutung. Eine Kombination aus gezielter Ernährung und körperlicher Aktivität steht im Fokus. Ausreichend Protein und regelmäßiges Krafttraining gelten als essenziell, um Muskelmasse und Knochendichte zu erhalten.

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Neben der medizinischen Behandlung rücken alltagsnahe Maßnahmen in den Vordergrund. Eine verbesserte Körperwahrnehmung und Gesundheitsberatung sollen helfen, den Übergang in die Postmenopause stabil zu gestalten.

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