Wechseljahre: Regelmäßiges Training senkt Brustkrebsrisiko um 21%
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Frauen in der zweiten Lebenshälfte entdecken intensives Krafttraining für sich. Wettkämpfe wie Hyrox verzeichnen einen regelrechten Teilnehmerinnen-Boom, während die Forschung neue Erkenntnisse über die Wechseljahre liefert.
Der Hyrox-Trend erreicht die Frauen
Was 2017 von Moritz Fürste und Christian Toetzke als Nischen-Event startete, ist längst ein globales Phänomen: Über 1,5 Millionen Athleten in 30 Ländern treten bei Hyrox an. Das Format ist simpel, aber brutal – acht Läufe über 1000 Meter, unterbrochen von acht Kraftübungen.
Die Geschlechterverteilung ist inzwischen nahezu ausgeglichen. Ein klares Signal: Frauen setzen zunehmend auf intensives Training – auch jenseits der 40. Experten raten allerdings zur Vorsicht: In den Wechseljahren sollte die Trainingsintensität an die individuelle Tagesform angepasst werden.
Was die Forschung zu Bewegung und Wechseljahren sagt
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt fünf Einheiten à 30 Minuten pro Woche. Der Effekt ist beachtlich: Das Brustkrebsrisiko sinkt statistisch um 21 Prozent. Bei Temperaturen über 30 Grad sollten Frauen jedoch auf schonendere Sportarten ausweichen und das Training in kühlere Tageszeiten verlegen. Schwindel oder Herzrasen sind Warnsignale, die einen sofortigen Abbruch erfordern.
Eine Studie der Eulji University zeigt zudem einen klaren Zusammenhang zwischen Wechseljahren und Stoffwechselerkrankungen. Typ-2-Diabetes verstärkt demnach sowohl Anzahl als auch Schwere der Wechseljahresbeschwerden. Hauptursache: die hormonellen Umstellungen, besonders in der Postmenopause.
Hormonersatztherapie: Ein differenzierteres Bild
Lange Zeit wurde die Hormonersatztherapie kritisch gesehen. Aktuelle medizinische Einordnungen zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild – weg von pauschalen Warnungen, hin zu individuellen Empfehlungen.
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Parallel erforscht die Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen, ob die traditionelle Kneipp-Lehre prämenopausale und menopausale Beschwerden lindern kann. Die Methode ist seit 2015 als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.
Wechseljahre als Wirtschaftsfaktor
Die Zahlen sind beeindruckend: Rund neun Millionen Frauen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befinden sich in den Wechseljahren – 7,3 Millionen davon sind erwerbstätig. Die volkswirtschaftlichen Belastungen werden auf etwa 9,4 Milliarden Euro jährlich geschätzt.
Unternehmen reagieren langsam: Die AKAD University hat im Frühjahr 2026 eine Weiterbildung zum Wechseljahremanager eingeführt. Ziel ist es, Menopause-Management in Betrieben zu etablieren und betroffene Mitarbeiterinnen gezielt zu unterstützen.
Kraftmessung: Präziser als je zuvor
Die IST-Hochschule Düsseldorf und die Sporthochschule Köln haben eine Methode entwickelt, die individuelle Kraftleistung deutlich genauer bewertet. Acht Jahre lang sammelten die Forscher Daten von 393 Teilnehmern zwischen 16 und 64 Jahren.
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Das Ergebnis: ein Z-Score, der die Kraft in Relation zu Körpergewicht, Größe und Alter setzt. Getestet wird in den Disziplinen Bankdrücken, Kniebeuge und Kreuzheben. Für Menschen über 65 ist die Methode allerdings nicht direkt anwendbar.
Was stimmt wirklich beim Demenzrisiko?
Immer wieder geistert die Zahl durch die Medien: Krafttraining senke das Demenzrisiko um 45 Prozent. Laut Experten ist das schlicht falsch. Der Prozentsatz bezieht sich auf 14 vermeidbare Risikofaktoren in der Gesamtheit – definiert von der Lancet-Kommission 2024 und der WHO 2026.
Die gute Nachricht: Schon moderate Bewegung zeigt messbare Effekte. Eine Harvard-Studie aus dem Jahr 2025 belegt, dass 3.000 bis 5.000 Schritte täglich den kognitiven Verfall um etwa drei Jahre verzögern. Wer mehr läuft, kann den Effekt auf bis zu sieben Jahre steigern.
