Welternährung, Gefahr

Welternährung in Gefahr: El Niño könnte 274 Millionen hungern lassen

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 07:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein außergewöhnlich starker El Niño könnte Hungerzahlen, Weizenpreise und Transportwege belasten; zugleich verschärft der Klimawandel die Intensität.

El Niño 2026: Prognosen warnen vor globalen Folgen
Ausgetrocknetes, rissiges Ackerland unter glühender Sonne als Symbol für die drohende Nahrungsmittelknappheit durch El Niño. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Prognosen aus dem August 2026 deuten auf ein extrem ausgeprägtes El-Niño-Ereignis hin, das die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln erheblich unter Druck setzen könnte. Prognosezentren warnen vor dem potenziell stärksten Ereignis seit dem 19. Jahrhundert.

In Regionen vor der Küste Perus werden Wassertemperaturen erwartet, die bis zu 7 °C über dem Normalwert liegen. Diese klimatische Anomalie hat weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, die Logistik und die ökonomische Stabilität betroffener Regionen.

Meteorologische Einstufung und historische Vergleiche

Fachbehörden wie die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño auf über 90 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein historisches Ereignis handelt – das stärkste seit dem Jahr 1950 –, wird mit 69 % angegeben. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) stuft die aktuelle Entwicklung als eine der intensivsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ein.

Die prognostizierte Intensität lässt Vergleiche mit dem El-Niño-Ereignis von 1997 zu. Jenes Ereignis verursachte seinerzeit globale Schäden in Höhe von 5,7 Billionen US-Dollar. Für die kommenden Monate wird insbesondere in Indonesien, Mittelamerika und im Amazonasbecken mit massiven Dürreperioden gerechnet.

Zudem zeigen Aufzeichnungen von Korallen der Galápagos-Inseln, dass frühere Super-El-Niños, etwa in den Jahren 1982-83, verheerende ökologische Folgen hatten und damals 95 % der Flachwasserkorallen in der Region vernichteten.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einfluss des Klimawandels

Eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie belegt im August 2026, dass die Intensität dieser Wetterphänomene durch den Einsatz fossiler Brennstoffe zunimmt. Den Untersuchungen zufolge sind El-Niño-Ereignisse der letzten 40 Jahre bereits um 36 % stärker als in vorindustrieller Zeit und um 16 % stärker als im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts.

Anzeige

Die Prognosen für den El Niño 2026 sind alarmierend: Weizenpreise steigen, Dünger wird knapper, Lieferketten stocken. Für Anleger ergeben sich daraus aber auch Chancen. Unser Report zeigt, welche Rohstoffe profitieren und wie Sie Ihr Portfolio absichern. Jetzt kostenlosen Rohstoff-Report anfordern

Julia Cole von der University of Michigan führt aus, dass die globale Erwärmung als wesentlicher Treiber für die Verstärkung von El Niño fungiere. Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass das aktuelle Phänomen als sogenanntes „Godzilla“-Ereignis das bisher intensivste überhaupt werden könnte.

In der Folge könnte das Jahr 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Aufzeichnungsbeginn werden. Während Fachleute die methodischen Fortschritte der Studie betonen, weisen sie gleichzeitig auf bestehende Einschränkungen bei der Modellauflösung hin.

Massive Auswirkungen auf Hungerstatistiken und Rohstoffmärkte

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) warnt vor einer drastischen Verschlechterung der humanitären Lage. Die Zahl der Hungernden weltweit könnte durch die klimatischen Verwerfungen von 225 Millionen auf 274 Millionen Menschen ansteigen. Damit wären fast 50 Millionen zusätzliche Menschen von akutem Hunger bedroht.

Parallel dazu zeigen sich deutliche Reaktionen an den internationalen Warenbörsen. Im August 2026 stiegen die Weizenpreise an der Börse in Chicago um 19 % und erreichten damit den höchsten Stand seit Juli 2023. Ein wesentlicher Grund hierfür sind neben Ernteausfällen die sinkenden Wasserstände wichtiger Transportwege.

Anzeige

Die Zahl der Hungernden könnte auf 274 Millionen steigen – das hat Folgen für die globalen Agrarmärkte. Wer frühzeitig auf die richtigen Rohstoffe setzt, kann von dieser Entwicklung profitieren. Unser Leitfaden liefert konkrete Anlagestrategien und eine Absicherungs-Checkliste. Krisengewinner-Report jetzt sichern

Der Panamakanal kündigte an, die Zahl der Schiffsdurchfahrten ab September zu reduzieren. Auch auf dem Rhein und der Donau führen niedrige Pegelstände zu steigenden Logistikkosten.

Zusätzlich verteuert sich die landwirtschaftliche Produktion durch Engpässe bei Betriebsmitteln. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 stiegen die Preise für Düngemittel im Vergleich zum Vorjahr um 35 %. In der strategisch wichtigen Straße von Hormus fehlen derzeit monatlich etwa 1,3 Millionen Tonnen Dünger, was den Preisdruck auf dem Weltmarkt weiter verschärft.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70018251 |