Weltraum-Training, Exoskelett

Weltraum-Training: Exoskelett simuliert Schwerelosigkeit auf Erde

01.06.2026 - 16:04:34 | boerse-global.de

Ein neuartiges Exoskelett simuliert Handgriffe unter Mikrogravitation und soll teure Astronautenstunden auf der ISS reduzieren.

Weltraum-Training: Exoskelett simuliert Schwerelosigkeit auf Erde - Bild: über boerse-global.de
Weltraum-Training: Exoskelett simuliert Schwerelosigkeit auf Erde - Bild: über boerse-global.de

Ein neues Exoskelett des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Universität Duisburg-Essen soll das ändern.

Das System simuliert Handgriffe unter Mikrogravitation. Astronauten können damit Reparaturmissionen und wissenschaftliche Experimente realistisch proben – noch bevor sie ins All fliegen.

180 Parabelflüge über Bordeaux

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Im Mai 2026 testeten Forscher das Exoskelett bei einer Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bordeaux. Insgesamt 180 Parabelflüge absolvierten die Probanden – jeder mit rund 22 Sekunden Schwerelosigkeit.

Die gewonnenen Daten werden derzeit ausgewertet. Ziel ist es, den tatsächlichen Trainingseffekt auf die motorischen Fähigkeiten der Nutzer zu bestimmen.

Jede Astronautenstunde kostet 140.000 Dollar

Die Notwendigkeit für präzise Assistenzsysteme ist enorm. Branchenexperten schätzen, dass die Wartung der Internationalen Raumstation (ISS) etwa 35 Prozent der Besatzungszeit frisst. Eine Astronautenstunde kostet rund 140.000 US-Dollar.

Orbit Robotics, ein Spin-off der ETH Zürich, präsentierte Ende Mai 2026 einen Gegenentwurf: den vierarmigen Roboter Helios. Zwei Arme dienen der Verankerung, die anderen beiden übernehmen komplexe Aufgaben. Sehnengetriebe und spezielle Gelenke sollen hohe Präzision bei Wartungsarbeiten oder dem Bau von Strukturen im All ermöglichen.

Ergänzt wird das Feld durch den humanoiden Roboter Workmate des Linzer Unternehmens Iono Robotics. Er verfügt über eine integrierte Drohne zur Luftinspektion und läuft bereits in Pilotprojekten in Deutschland, Italien und Österreich.

Virtuelle Simulationen senken Hürden

Neben der Hardware rückt die virtuelle Simulation in den Fokus. Anfang Juni 2026 veröffentlichte NVIDIA Forschungsergebnisse, die zeigen, wie Navigations- und Greif-Frameworks die Erfolgsquoten bei der Übertragung von Simulationen auf reale Roboter steigern.

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Dorothee Bär, Bundesministerin für Digitales und Technik, unterstreicht die strategische Bedeutung dieser Forschung. Sie hat sich für einen Parabelflug angemeldet. Während sie eine großflächige Umsiedlung auf andere Planeten kritisch sieht, hält sie eine Forschungsbasis auf dem Mond für realistisch.

Rettungsaktion für Weltraumteleskop Swift

Die neuen Technologien kommen nicht zu spät. Im Juni 2026 ist eine Rettungsaktion für das Weltraumteleskop Swift geplant. Ein Roboterfahrzeug soll das Teleskop einfangen und in eine stabilere Umlaufbahn bringen – ein Paradebeispiel für die wachsende Bedeutung autonomer Systeme im All.

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