Frauen, International

Studie: Weltweit mehr Frauen von Unfruchtbarkeit betroffen

07.07.2026 - 00:30:04 | dpa.de

Weltweit suchen immer mehr Frauen Hilfe, weil sie auf natĂŒrlichem Weg nicht schwanger werden. Die Zahl könnte noch immens steigen. Experten sehen einen wichtigen Grund fĂŒr die Probleme.

  • Immer mehr Frauen weltweit suchen wegen Fruchtbarkeitsproblemen medizinische UnterstĂŒtzung. (Symbolbild) - Bild: Elisa Schu/dpa
    Immer mehr Frauen weltweit suchen wegen Fruchtbarkeitsproblemen medizinische UnterstĂŒtzung. (Symbolbild) - Bild: Elisa Schu/dpa
  • Viele Frauen möchten erst in deutlich höherem Alter als frĂŒher Kinder bekommen. (Symbolbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa
    Viele Frauen möchten erst in deutlich höherem Alter als frĂŒher Kinder bekommen. (Symbolbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa
  • In jĂŒngeren Jahren wird oft AktivitĂ€ten wie der Karriere oder Reisen Vorrang eingerĂ€umt. (Archivbild) - Bild: Focke Strangmann/dpa
    In jĂŒngeren Jahren wird oft AktivitĂ€ten wie der Karriere oder Reisen Vorrang eingerĂ€umt. (Archivbild) - Bild: Focke Strangmann/dpa
Immer mehr Frauen weltweit suchen wegen Fruchtbarkeitsproblemen medizinische UnterstĂŒtzung. (Symbolbild) - Bild: Elisa Schu/dpa Viele Frauen möchten erst in deutlich höherem Alter als frĂŒher Kinder bekommen. (Symbolbild) - Bild: Fabian Strauch/dpa In jĂŒngeren Jahren wird oft AktivitĂ€ten wie der Karriere oder Reisen Vorrang eingerĂ€umt. (Archivbild) - Bild: Focke Strangmann/dpa

Immer mehr Frauen weltweit suchen wegen Fruchtbarkeitsproblemen medizinische UnterstĂŒtzung. Im Jahr 2023 waren geschĂ€tzt rund 54 Millionen Frauen im Alter von 35 bis 49 Jahren von Unfruchtbarkeit betroffen. Bis zum Jahr 2036 könnten es rund 80 Millionen werden, wie ein ĂŒberwiegend chinesisches Forschungsteam im Fachjournal «The Lancet Obstetrics,?Gynaecology, & Women’s Health» berechnet. Eine Ursache sehen die Forschenden darin, dass viele Frauen erst in deutlich höherem Alter als frĂŒher Kinder bekommen möchten - und es dann wegen altersbedingter Unfruchtbarkeit nicht mit einer Schwangerschaft klappt.

Vor allem wohlhabendere LĂ€nder seien betroffen, in denen Frauen im Mittel spĂ€ter Kinder bekommen. Weltweit hĂ€tten etwa acht bis zwölf Prozent der Paare Fruchtbarkeitsprobleme, heißt es in der Studie. Betroffen seien insbesondere Frauen im Alter zwischen 35 und 49 Jahren. In dieser Gruppe hĂ€tten die Diagnosen von Unfruchtbarkeit zwischen 1990 bis 2023 weltweit deutlich zugenommen, schreibt die Gruppe: von rund 27 Millionen auf fast 54 Millionen.

«Menschen bekommen Kinder in höherem Alter aufgrund lĂ€ngerer Studienzeiten, wirtschaftlicher Unsicherheit und Jugendarbeitslosigkeit», erklĂ€rte Éva Beaujouan von derUniversitĂ€t Wien. Zudem werde in jĂŒngeren Jahren anderen AktivitĂ€ten wie etwa der Karriere oder Reisen Vorrang eingerĂ€umt.Einfluss hĂ€tten auch Faktoren wie die höhere Lebenserwartung und VerĂ€nderungen bei Werten und Einstellungen, so die Professorin fĂŒr Demografie, die selbst nicht an der Studie beteiligt war.

VerlĂ€ssliche Kinderbetreuung wĂŒrde helfen 

Umkehren lasse sich der Trend vermutlich nicht - aber vielleicht stabilisieren. Ein Staat mĂŒsse dafĂŒr ausreichend in verlĂ€ssliche Kinderbetreuung und unterstĂŒtzende Infrastruktur investieren, «sodass jede Person, die Kinder haben möchte, dies in dem von ihr gewĂŒnschten Alter tun kann».

Ab einem Alter von 35 Jahren nĂ€hmen die Eizellreserve und die QualitĂ€t der Eizellen deutlich ab, erklĂ€rte Beda Hartmann von der Sigmund Freud PrivatuniversitĂ€t Wien. Im Zuge dessen sinke die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Schwangerschaft. 

Experte: Mehr Interesse an Social Egg Freezing 

Hartmann geht davon aus, dass in den nĂ€chsten Jahren das Interesse an sogenanntem Social Egg Freezing zunehmen wird. Darunter versteht man das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen fĂŒr eine Schwangerschaft zu einem spĂ€teren Zeitpunkt. «Der Erfolg einer Schwangerschaft ist maßgeblich abhĂ€ngig vom Alter der Eizelle.» Zu empfehlen sei, die Eizellen bereits mit 25 Jahren einzufrieren. 

FĂŒr die Studie hatte das Team um Yuanyuan Du von der UniversitĂ€tsklinik Chongqing ĂŒber eine Suche in Fachliteratur und Datenbanken Angaben aus 204 LĂ€ndern und Regionen von 1990 bis 2023 ausgewertet. Wie prĂ€zise die prĂ€sentierten Werte tatsĂ€chlich seien, lasse sich nur schwer beurteilen, weil Methodik und insbesondere die Hochrechnung nicht ausreichend beschrieben seien, gab die Wiener Expertin Beaujouan einschrĂ€nkend zu bedenken. Zweifel habe sie unter anderem an den Daten aus Österreich, die viel zu hoch wirkten.

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