WeWorm, Zero-Click-Wurm

WeWorm: Erster Zero-Click-Wurm übernimmt WeChat-Konten

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Calif meldet einen KI-entwickelten Zero-Click-Wurm für WeChat. Tencent blockierte die Lücke und veröffentlichte Patches für iOS und Android.

WeWorm übernimmt WeChat-Konten per Anruf – Tencent reagiert
Abstrakte Darstellung von Server-Infrastruktur mit blau-violetten Lichtakzenten in einem modernen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt.

Das Sicherheitsunternehmen Calif hat Details zu einer neuartigen Schadsoftware namens WeWorm veröffentlicht. Dabei handelt es sich laut einem Bericht vom 8. September 2026 um den ersten sogenannten Zero-Click-Wurm, der in der Lage ist, Benutzerkonten des Messenger-Dienstes WeChat auf den Betriebssystemen iOS und Android zu übernehmen. Die Infektion erfolgt über eingehende WeChat-Anrufe, ohne dass eine Interaktion seitens des Nutzers erforderlich ist.

Technische Hintergründe und KI-gestützte Entwicklung

Die Funktionsweise von WeWorm basiert auf einer Schwachstelle im Bereich der Speicherverarbeitung (Memory-Corruption) innerhalb des VoIP-Stacks von WeChat. Diese Lücke ermöglicht laut Calif eine Remote Code Execution, also das Ausführen von Schadcode aus der Ferne.

Wie das Unternehmen in seinem Bericht darlegte, wurde die Effektivität des Wurms in einer Testkette demonstriert, die von einem Pixel 10a zu einem iPhone 17e und anschließend zurück zu einem Pixel 10a führte.

Besondere Aufmerksamkeit widmeten Berichte dem Entstehungsprozess der Schadsoftware. Calif gab an, dass KI-Modelle die zugrunde liegende Schwachstelle innerhalb von zwei Tagen identifiziert hätten.

Die vollständige Entwicklung des Wurms sei daraufhin innerhalb einer Woche abgeschlossen worden. Auch die New York Times berichtete am 8. September 2026 über den Einsatz von KI-Modellen beim Bau des Wurms, der die Übernahme von WeChat-Konten über Telefonate ermöglicht.

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Gegenmaßnahmen und Reaktion von Tencent

Der Betreiber von WeChat, der chinesische Technologiekonzern Tencent, hat bereits auf die Entdeckung der Sicherheitslücke reagiert. Nach Angaben des Unternehmens wurde der Exploit blockiert beziehungsweise entschärft. Tencent betonte, dass bisher kein Missbrauch der Schwachstelle bekannt geworden sei und keine Nutzer von einem Angriff betroffen waren.

Bereits am 21. August veröffentlichte Tencent entsprechende Patches für die betroffenen Anwendungen. Dabei handelt es sich um die Version 8.0.77 für Android sowie die Version 8.0.76 für iOS. Ein weiterer Bericht vom 9. September 2026 bestätigt zudem, dass Tencent einen serverseitigen Fix implementiert hat, um die von Calif gemeldete Sicherheitslücke dauerhaft zu schließen.

Tragweite und internationale Sicherheitsrelevanz

Die Entdeckung ist aufgrund der enormen Nutzerbasis von WeChat und der internationalen Reichweite von großer Bedeutung. Zum Stand des 30. Juni 2026 verzeichnete der Dienst insgesamt 1,439 Milliarden Nutzer. Bereits Ende 2025 lag die Zahl der Anwender bei 1,418 Milliarden.

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Angesichts der technologischen Herausforderungen und der schnellen Entwicklung durch KI-Werkzeuge rief Calif zu einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit auf. Das Unternehmen betonte insbesondere die Notwendigkeit einer Kooperation zwischen den USA und China im Bereich der Cybersicherheit, um zukünftigen Bedrohungen dieser Art wirksam begegnen zu können.

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