WhatsApp-Angriffe, Kaspersky

WhatsApp-Angriffe: Kaspersky warnt vor Malware in GeschÀftsdokumenten

Veröffentlicht am: 24.06.2026 um 07:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen kompromittierte Konten, um getarnte VBS-Dateien zu verbreiten. ManageEngine-Tools dienen der Fernsteuerung infizierter Systeme.

Kaspersky warnt: Neue WhatsApp-Angriffswelle mit Schadsoftware
Ein Smartphone zeigt eine WhatsApp-Nachricht mit einem schÀdlichen Anhang namens 'Financial Reports.vbs' und einer bedrohlichen Reflexion auf dem Bildschirm. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle nutzen kompromittierte Konten, um schĂ€dliche VBScript-Dateien zu verbreiten – getarnt als dringende GeschĂ€ftsdokumente.

Anzeige

Messenger-Dienste wie WhatsApp werden immer hĂ€ufiger zum Ziel von Hackern, die es auf Ihre privaten Daten und Konten abgesehen haben. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Android-Smartphone mit 5 einfachen Maßnahmen effektiv gegen solche Angriffe absichern. Jetzt gratis herunterladen und WhatsApp & Co. sicher nutzen

Die Angreifer versenden ĂŒber WhatsApp Desktop und WhatsApp Web Nachrichten mit AnhĂ€ngen wie „Financial Reports.vbs“, „Account Statement.vbs“ oder „Debt Statement.vbs“. Die Dokumente sind in mehreren Sprachen verfasst, darunter Englisch, Portugiesisch, Französisch – und auch Deutsch. Die Masche setzt auf das Vertrauen, das Nutzer bekannten Kontakten entgegenbringen.

Infektionskette startet beim Öffnen

Sobald ein Nutzer die prĂ€parierte Datei öffnet, lĂ€uft eine mehrstufige Infektion an. Die Skripte deaktivieren zunĂ€chst die Windows-Benutzerkontensteuerung (UAC). So fĂŒhren sie weitere Aktionen aus, ohne dass das Betriebssystem warnt.

In den Skripten fanden Analysten chinesische Kommentare, die Komponenten eines Windows-Updates imitieren sollen. Die Malware legt Verzeichnisse im öffentlichen Dokumentenordner an und lÀdt zusÀtzliche Schadprogramme nach.

Fernzugriff per ManageEngine-Software

Das eigentliche Ziel: die unbemerkte Installation von ManageEngine RMM Central oder ManageEngine Endpoint Central. Das sind legitime IT-Management-Tools fĂŒr Fernwartung. In den HĂ€nden der Angreifer dienen sie dazu, infizierte Systeme fernzusteuern, Daten zu stehlen oder weitere Schadsoftware einzuschleusen.

Die genutzte Infrastruktur – insbesondere eine bestimmte IP-Adresse – ĂŒberschneidet sich mit bekannten Schadprogrammen wie Gh0st RAT und ValleyRAT. Das deutet auf erfahrene Akteure hin, die gezielt Schwachstellen in der menschlichen Kommunikation ausnutzen.

Anzeige

Da Phishing-Angriffe ĂŒber Messenger immer perfider werden, empfehlen IT-Experten zusĂ€tzliche Sicherheitsvorkehrungen fĂŒr jedes MobilgerĂ€t. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber enthĂŒllt, wie Kriminelle Smartphones ausspĂ€hen und wie Sie Ihre Daten mit wenigen Klicks vor unbefugtem Zugriff schĂŒtzen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber jetzt anfordern

80 Prozent der Infektionen in Malaysia

Die Kampagne operiert weltweit, der Schwerpunkt liegt jedoch in SĂŒdostasien. SchĂ€tzungen zufolge entfallen rund 80 Prozent der Infektionen auf Malaysia. Weitere betroffene Regionen: Brasilien, Indien, Singapur, Taiwan, das Vereinigte Königreich, Spanien und Australien.

Auch in Deutschland mahnen Experten zur Vorsicht. Messenger-Dienste werden hierzulande von einem Großteil der Bevölkerung fĂŒr die tĂ€gliche Kommunikation genutzt.

Phishing wird professioneller

Die aktuelle Bedrohung reiht sich in einen Trend ein: Phishing-Angriffe werden immer professioneller. Laut Daten des World Economic Forum nutzen inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Versuche kĂŒnstliche Intelligenz – fĂŒr mehr Zielgenauigkeit und GlaubwĂŒrdigkeit. Die Klickraten steigen deutlich.

Das Bundeskriminalamt verzeichnete fĂŒr 2025 rund 382.000 FĂ€lle von Phishing in Deutschland. Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch CyberkriminalitĂ€t auf etwa 289 Milliarden Euro.

Expertenrat: Keine unerwarteten DateianhĂ€nge mit Endungen wie .vbs, .exe oder .js öffnen – selbst wenn sie von bekannten Kontakten stammen. Im Zweifel die Echtheit ĂŒber einen zweiten Kommunikationsweg prĂŒfen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69615711 |