WhatsApp-Angriffe: Kaspersky warnt vor Malware in GeschÀftsdokumenten
Veröffentlicht am: 24.06.2026 um 07:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen kompromittierte Konten, um schĂ€dliche VBScript-Dateien zu verbreiten â getarnt als dringende GeschĂ€ftsdokumente.
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Die Angreifer versenden ĂŒber WhatsApp Desktop und WhatsApp Web Nachrichten mit AnhĂ€ngen wie âFinancial Reports.vbsâ, âAccount Statement.vbsâ oder âDebt Statement.vbsâ. Die Dokumente sind in mehreren Sprachen verfasst, darunter Englisch, Portugiesisch, Französisch â und auch Deutsch. Die Masche setzt auf das Vertrauen, das Nutzer bekannten Kontakten entgegenbringen.
Infektionskette startet beim Ăffnen
Sobald ein Nutzer die prĂ€parierte Datei öffnet, lĂ€uft eine mehrstufige Infektion an. Die Skripte deaktivieren zunĂ€chst die Windows-Benutzerkontensteuerung (UAC). So fĂŒhren sie weitere Aktionen aus, ohne dass das Betriebssystem warnt.
In den Skripten fanden Analysten chinesische Kommentare, die Komponenten eines Windows-Updates imitieren sollen. Die Malware legt Verzeichnisse im öffentlichen Dokumentenordner an und lÀdt zusÀtzliche Schadprogramme nach.
Fernzugriff per ManageEngine-Software
Das eigentliche Ziel: die unbemerkte Installation von ManageEngine RMM Central oder ManageEngine Endpoint Central. Das sind legitime IT-Management-Tools fĂŒr Fernwartung. In den HĂ€nden der Angreifer dienen sie dazu, infizierte Systeme fernzusteuern, Daten zu stehlen oder weitere Schadsoftware einzuschleusen.
Die genutzte Infrastruktur â insbesondere eine bestimmte IP-Adresse â ĂŒberschneidet sich mit bekannten Schadprogrammen wie Gh0st RAT und ValleyRAT. Das deutet auf erfahrene Akteure hin, die gezielt Schwachstellen in der menschlichen Kommunikation ausnutzen.
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80 Prozent der Infektionen in Malaysia
Die Kampagne operiert weltweit, der Schwerpunkt liegt jedoch in SĂŒdostasien. SchĂ€tzungen zufolge entfallen rund 80 Prozent der Infektionen auf Malaysia. Weitere betroffene Regionen: Brasilien, Indien, Singapur, Taiwan, das Vereinigte Königreich, Spanien und Australien.
Auch in Deutschland mahnen Experten zur Vorsicht. Messenger-Dienste werden hierzulande von einem GroĂteil der Bevölkerung fĂŒr die tĂ€gliche Kommunikation genutzt.
Phishing wird professioneller
Die aktuelle Bedrohung reiht sich in einen Trend ein: Phishing-Angriffe werden immer professioneller. Laut Daten des World Economic Forum nutzen inzwischen 86 Prozent aller Phishing-Versuche kĂŒnstliche Intelligenz â fĂŒr mehr Zielgenauigkeit und GlaubwĂŒrdigkeit. Die Klickraten steigen deutlich.
Das Bundeskriminalamt verzeichnete fĂŒr 2025 rund 382.000 FĂ€lle von Phishing in Deutschland. Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch CyberkriminalitĂ€t auf etwa 289 Milliarden Euro.
Expertenrat: Keine unerwarteten DateianhĂ€nge mit Endungen wie .vbs, .exe oder .js öffnen â selbst wenn sie von bekannten Kontakten stammen. Im Zweifel die Echtheit ĂŒber einen zweiten Kommunikationsweg prĂŒfen.
