WhatsApp-Benutzernamen: Behörden warnen vor Phishing und Betrug
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 00:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Werkzeug war am 7. Juli 2026 an den Start gegangen – und löste sofort massive Kritik aus.
Die Funktion war standardmäßig aktiviert und nutzte öffentliche Instagram-Inhalte als Trainingsgrundlage. Datenschützer, die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und namhafte Künstleragenturen protestierten. Ihr Vorwurf: Meta generierte KI-Bilder auf Basis fremder Inhalte, ohne die Nutzer explizit zu informieren.
„Die Funktion hat ihr Ziel verfehlt", erklärte Meta. Man reagiere auf das Feedback der Gemeinschaft. Besonders die Möglichkeit, Stile öffentlicher Profile per Erwähnung zu kopieren, strich der Konzern komplett.
WhatsApp unter Druck: Benutzernamen sorgen für Ärger
Parallel dazu gerät Metas Tochter WhatsApp in die Kritik. Seit dem 29. Juni 2026 läuft eine Reservierungsphase für Benutzernamen. Weltweit können mehr als drei Milliarden Nutzer Namen zwischen 3 und 35 Zeichen wählen.
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Das Unternehmen preist die Neuerung als Komfortgewinn. Sicherheitsbehörden sehen das anders. Das indische IT-Ministerium forderte eine Zurückhaltung der Funktion und warnt vor Phishing, Identitätsdiebstahl und Betrug. Auch die Verbraucherzentrale NRW rät zur Vorsicht und empfiehlt Pseudonyme.
WhatsApp verweist auf Schutzmechanismen wie reservierte Namen für Prominente und die Notwendigkeit einer exakten Suche. Doch Experten befürchten: Die einheitlichen Namen könnten ein plattformübergreifendes Tracking zwischen Instagram, Facebook und WhatsApp erleichtern.
EU-Parlament stimmt für Chatkontrolle
Die Diskussionen fallen in eine Zeit verschärfter Regulierung. Am 9. Juli 2026 stimmte das EU-Parlament für eine befristete Ausnahme zur Chatkontrolle bis April 2028. Anbieter wie WhatsApp oder Microsoft dürfen private Nachrichten dann automatisiert nach Material über Kindesmissbrauch durchsuchen.
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Kritiker sehen darin eine Gefährdung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Gleichzeitig zeigt die internationale „Operation First Light" das Ausmaß der Internetkriminalität: Weltweit stellten Ermittler 293 Millionen US-Dollar sicher und nahmen 5.800 Verdächtige fest.
Ermittler warnen, dass neue Funktionen wie die WhatsApp-Benutzernamen zusätzliche Angriffsflächen für Betrugsschemata bieten. In Hongkong reagierten die Behörden bereits: Dort ist die Nutzung von Einmal-Passwörtern für Krypto-Plattformen untersagt.
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