WhatsApp, Benutzernamen

WhatsApp: Benutzernamen ersetzen Telefonnummern ab Herbst

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WhatsApp plant die Einführung von Benutzernamen und stärkt parallel die Kontosicherheit mit alphanumerischen Passwörtern und mehreren Passkeys, um Betrugsrisiken zu begegnen.

WhatsApp führt Benutzernamen ein: Neue Sicherheitsfunktionen gegen Betrug
Ein modernes Smartphone liegt neben einem Laptop auf einem Schreibtisch in einem hellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

WhatsApp befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen. Der zu Meta gehörende Messenger arbeitet an der Einführung von Benutzernamen, die perspektivisch die Telefonnummer als primäres Identifikationsmerkmal ergänzen sollen. Parallel dazu hat der Dienst mehrere Sicherheitsfunktionen angekündigt, die im Zusammenhang mit den Risiken stehen, die eine Umstellung auf Usernames mit sich bringen kann.

Usernames statt Telefonnummer

Mit der Einführung von Benutzernamen will WhatsApp Nutzern ermöglichen, ohne Preisgabe ihrer Telefonnummer zu kommunizieren. Eine optionale Funktion namens Username-Key soll zusätzliche Kontrolle darüber geben, wer den eigenen Benutzernamen finden und kontaktieren kann.

Die Business-Version von WhatsApp für Android, Version 2.26.33.74, weist bereits auf die kommende Funktion hin: Die Reservierung von Benutzernamen soll demnach sofort möglich sein, der eigentliche Start der Funktion aber erst später im Jahr erfolgen.

Als Reaktion auf Bedenken hinsichtlich möglichen Missbrauchs hat Meta zudem angekündigt, prominente Benutzernamen vorab zu reservieren, um Identitätsmissbrauch bekannter Marken oder Personen vorzubeugen.

Neue Schutzmechanismen rund um Konten und Anrufe

Begleitend zur Username-Einführung hat WhatsApp ein Bündel an Sicherheitsfunktionen vorgestellt. Kernstück ist eine gestärkte Zwei-Faktor-Authentifizierung: Statt einer sechsstelligen PIN soll künftig ein alphanumerisches Passwort mit mindestens acht Zeichen zum Einsatz kommen, das sowohl Zahlen als auch Buchstaben enthalten muss.

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Ergänzend führt der Dienst die Unterstützung mehrerer Passkeys pro Konto ein – sowohl für iOS als auch für Android. Passkeys sind bei WhatsApp bereits seit 2024 verfügbar, laut Unternehmensangaben haben inzwischen über eine Milliarde Nutzer einen solchen eingerichtet.

Eine weitere Neuerung betrifft Anrufe: Auf Android-Geräten sollen bei Anrufen von unbekannten Nummern künftig zusätzliche Informationen angezeigt werden, etwa das Herkunftsland der Nummer sowie gemeinsame Gruppen mit dem Anrufer. Diese drei Funktionen – gestärkte 2FA, mehrere Passkeys sowie Kontextinformationen zu unbekannten Anrufen – sollen laut Unternehmensangaben schrittweise für die insgesamt mehr als drei Milliarden Nutzer weltweit ausgerollt werden.

Hintergrund: Betrugsrisiken als treibender Faktor

Die Häufung sicherheitsrelevanter Ankündigungen fällt in eine Zeit, in der Betrug über Messaging-Dienste zunehmend in den Fokus von Aufsichtsbehörden rückt. Die US-Handelsaufsicht FTC schätzt, dass allein im Jahr 2025 durch WhatsApp-Betrug ein Schaden von rund 425 Millionen US-Dollar entstanden ist.

Vor diesem Hintergrund erscheint die geplante Umstellung auf Benutzernamen als zweischneidiges Schwert: Sie soll einerseits mehr Privatsphäre ermöglichen, indem Nutzer ihre Telefonnummer nicht mehr preisgeben müssen.

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Andererseits eröffnet ein von der Telefonnummer entkoppeltes Identifikationssystem potenziell neue Wege für Identitätsdiebstahl und Betrug, etwa durch das Nachahmen bekannter Namen oder Marken.

Für Indien, mit über 850 Millionen Nutzern der größte Einzelmarkt von WhatsApp, ist diese Abwägung von besonderer Bedeutung, da ein erheblicher Teil der Nutzerbasis dort von den Auswirkungen einer solchen Umstellung betroffen wäre.

Die parallele Einführung stärkerer Authentifizierungsmechanismen und kontextbezogener Informationen zu unbekannten Anrufern lässt sich als Versuch von Meta lesen, genau diesen Bedenken vorzugreifen, bevor die Username-Funktion in vollem Umfang ausgerollt wird.

Für Nutzer bedeutet die Umstellung in der Praxis vor allem eines: Wer künftig ein alphanumerisches Passwort statt einer einfachen PIN nutzt und einen Passkey einrichtet, erhöht die Hürde für Angreifer erheblich. Da die Funktionen laut WhatsApp schrittweise ausgerollt werden, dürfte es einige Zeit dauern, bis alle Nutzer weltweit Zugriff auf die neuen Sicherheitsoptionen sowie auf die Username-Funktion selbst haben.

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