WhatsApp-Benutzernamen, Indien

WhatsApp-Benutzernamen: Indien fordert Stopp wegen Betrugsrisiko

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 13:36 Uhr, Redaktion boerse-global.de

WhatsApp führt Benutzernamen ein, was Datenschutz und Betrugsrisiko neu definiert. Indien fordert Stopp, Verbraucherschützer raten zu Schutzmaßnahmen.

WhatsApp führt Benutzernamen ein: Sicherheitsbedenken in Indien
Eine abstrakte Darstellung von Datenfluss und Sicherheitsbedenken, mit einem verschwommenen Smartphone-Bildschirm und roten Warnsymbolen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Statt nur über die Telefonnummer sollen Nutzer künftig auch über einen frei wählbaren Namen kontaktiert werden können. Was Meta als Fortschritt für die Privatsphäre bewirbt, sorgt bei Regierungen und Verbraucherschützern für Alarm.

Indien fordert Stopp der Funktion

Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie verlangt die Aussetzung der Neuerung. Die Begründung: Die Behörde fürchtet eine Zunahme von Phishing-Angriffen und Betrugsversuchen. Kriminelle könnten leichter die Identität von Behörden oder Prominenten vortäuschen, wenn sie nicht mehr auf die Telefonnummer angewiesen sind.

Indien ist der größte Markt von WhatsApp mit rund 800 Millionen Nutzern. Die Sensibilität für digitale Kriminalität ist dort hoch. Laut Statistiken stieg die Zahl der Cybercrime-Fälle 2024 um 18 Prozent auf rund 102.000 Fälle. Ein Großteil entfällt auf Onlinebetrug.

Kritiker der Internet Freedom Foundation weisen allerdings darauf hin: Für die Forderung nach einem Stopp fehlt eine klare Rechtsgrundlage.

Schutz prominenter Namen: Schwierige Gratwanderung

Erste Tests zeigen die Probleme bei der Absicherung bekannter Namen. So konnte Binance-Gründer Changpeng Zhao seinen gewohnten Nutzernamen nicht reservieren. In Testläufen waren zudem Namen verfügbar, die eine Nähe zu Regierungsvertretern oder Schauspielern suggerierten.

Meta betont, bereits Schutzmaßnahmen implementiert zu haben. Dazu gehört die Reservierung von Namen bekannter Persönlichkeiten und staatlicher Institutionen. Zudem begrenzt das Unternehmen die Anzahl neuer Kontaktversuche und blockiert automatisierte Versuche, Benutzernamen systematisch zu erraten.

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Die Namen müssen zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein und sind nur einmalig vergeben.

Verbraucherschutz: So schützen Sie sich

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt Nutzern, den sogenannten Benutzernamenschlüssel zu aktivieren. Dabei handelt es sich um einen optionalen vierstelligen Code. Nur wer diesen Schlüssel kennt, kann den Nutzer über den gewählten Namen kontaktieren. Das verhindert, dass Unbefugte wahllos Profile anschreiben.

Trotz der Sicherheitsbedenken bietet die Neuerung Vorteile: Die Telefonnummer bleibt für die Registrierung zwingend erforderlich, muss aber bei der Kontaktaufnahme mit Dritten nicht mehr offengelegt werden. Das erhöht die Privatsphäre in größeren Gruppen oder bei flüchtigen Bekanntschaften.

Update bringt iPad-Unterstützung

Parallel zur Einführung der Benutzernamen erschien Version 26.25.74 der App. Sie ermöglicht es, das iPad als eigenständiges Gerät für WhatsApp zu nutzen. Die Registrierung erfolgt per Telefonnummer oder Passkey.

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Zu den neuen Funktionen auf dem Tablet gehören die Live-Standortteilung sowie die Nutzung von Broadcast-Listen. Eine regelmäßige Neuanmeldung über ein Hauptgerät alle 14 Tage entfällt.

Für Android-Nutzer gibt es eine Änderung bei der Speichernutzung: Google rechnet künftig SMS-Backups und Anruflisten auf das kostenlose 15-Gigabyte-Kontingent an. Pro Nutzer bedeutet das eine zusätzliche Datenlast von durchschnittlich 40 Megabyte.

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