WhatsApp-Benutzernamen: Meta stoppt Rollout in Indien nach Behördenwarnung
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 22:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Verbraucherschützer warnen vor Identitätsdiebstahl, Meta hat den Rollout in Indien bereits gestoppt.
Bisher war für jeden Kontakt der Austausch von Telefonnummern nötig. Das ändert sich jetzt grundlegend. Die Reservierung der neuen Namen ist seit Ende Juni möglich, die vollständige Nutzung folgt im Laufe des Jahres.
Behörden schlagen Alarm
Die Verbraucherzentrale NRW warnt offiziell vor neuen Betrugsmaschen. Kriminelle könnten sich durch bestimmte Benutzernamen als vertrauenswürerige Personen oder Institutionen ausgeben. Da jeder Name nur einmal vergeben wird, droht ein Wettlauf mit Betrügern.
Besonders heikel: Indien. Mit rund 600 Millionen Nutzern ist das Land der größte WhatsApp-Markt. Das dortige IT-Ministerium (MeitY) forderte eine Überarbeitung der Funktion. Man befürchtet eine Zunahme von Cyberkriminalität, Phishing und Identitätsdiebstahl.
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Auch die somalische Regierung äußerte Bedenken. Sie verweist auf das Risiko der Terrorismusfinanzierung durch anonymere Kommunikationswege.
Meta reagiert – und es gibt Lücken
Am 10. Juli antwortete Meta formell auf die indische Regierung. Der Rollout in Indien sei pausiert, bis die Konsultationen abgeschlossen sind. Ein IT-Sekretär bestätigte den Eingang der Antwort.
Meta hat angeblich bereits Sicherheitsmechanismen implementiert:
- Namen von Prominenten, Behörden und Institutionen wurden vorab gesperrt
- Ähnliche Schreibweisen bekannter Namen sollen blockiert werden
- Bei Erstkontakt über Benutzernamen gibt es zusätzliche Kontextinformationen
- Die Telefonnummer bleibt Pflicht für die Registrierung
Doch Tests von Fachmedien deckten Schwachstellen auf. Namensvarianten indischer Politiker und Bollywood-Stars waren trotz Sperren registrierbar. Der Gründer der Krypto-Börse Binance konnte seinen Namen offenbar nicht sichern – andere prominente Bezeichnungen waren frei verfügbar.
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Was Nutzer jetzt wissen müssen
Die Benutzernamen sind 3 bis 35 Zeichen lang und bestehen aus Buchstaben, Ziffern, Punkten und Unterstrichen. Die Verbraucherzentrale rät: Lieber Pseudonyme statt Klarnamen verwenden.
WhatsApp bietet zudem einen optionalen „Benutzernamenschlüssel“ an – eine Art zweites Passwort für mehr Sicherheit. Ähnliche Funktionen mit Punkt- und Zahlenkombinationen gibt es bereits beim Konkurrenten Signal.
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