WhatsApp, Benutzernamen

WhatsApp: Benutzernamen schützen Telefonnummern vor Sichtbarkeit

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WhatsApp startet die Einführung von Benutzernamen, um die Privatsphäre zu erhöhen. Verbraucherschützer begrüßen die Funktion, weisen aber auf verbleibende Risiken hin.

WhatsApp führt Benutzernamen ein: Mehr Privatsphäre durch Pseudonyme
Nahaufnahme einer Person, die ein Smartphone hält, um eine Messaging-App zu bedienen, in einer natürlich beleuchteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat am 12. August 2026 mit dem Rollout einer neuen Funktion begonnen, die die Art der Identifikation auf der Plattform grundlegend verändert. Nutzer erhalten künftig die Möglichkeit, Benutzernamen zu erstellen und zu verwenden.

Diese Neuerung zielt darauf ab, die Privatsphäre zu erhöhen, da Kontakte über diesen Namen gespeichert werden können, während die persönliche Telefonnummer gegenüber dem Gegenüber verborgen bleibt.

Integration und technische Anforderungen des neuen Features

Die Einführung der Benutzernamen erfolgt schrittweise und steht zunächst einem ausgewählten Kreis von Anwendern sowohl in der Beta-Version als auch in der stabilen Fassung der App zur Verfügung.

Beobachtungen zeigen, dass das neue Feld für den Benutzernamen beim Anlegen von Kontakten zwischen den Feldern für den Namen und der Telefonnummer platziert wurde. Laut Branchenberichten ist eine vollständige öffentliche Veröffentlichung des Features in den kommenden Wochen geplant.

Für die Gestaltung der Benutzernamen hat WhatsApp klare Vorgaben definiert. Die Kennungen sind optional und müssen eine Länge zwischen 3 und 35 Zeichen aufweisen. Dabei sind Kleinbuchstaben, Zahlen, Unterstriche und Punkte zulässig. Eine reine Ziffernfolge als Benutzername ist hingegen ausgeschlossen. Das Unternehmen plant zudem die Implementierung einer Funktion, die Benutzernamen beim Speichervorgang automatisch erkennt.

In der aktuellen Testphase kam es vereinzelt zu technischen Hürden. So wurde über Fehlermeldungen berichtet, die besagten, dass ein Benutzername nicht auf WhatsApp existiere, obwohl die entsprechende Kennung bereits vergeben und aktiv war.

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Sicherheitsaspekte und Verbraucherschutz

Ein wesentliches Ziel der Einführung ist die Reduzierung von Identitätsbetrug. Durch die Verwendung von Benutzernamen sollen Risiken durch Impersonation und betrügerische Aktivitäten minimiert werden. Die Verbraucherzentrale NRW begrüßt die Möglichkeit zur besseren Kontaktkontrolle und empfiehlt Anwendern die Nutzung von Pseudonymen sowie eines Benutzernamenschlüssels (PIN).

Die Verbraucherschützer weisen jedoch auch auf verbleibende Risiken hin. Zwar schütze der Benutzername die Sichtbarkeit der Nummer in Gruppenchats, doch behalte der Mutterkonzern Meta intern weiterhin den Zugriff auf die verknüpften Telefonnummern. Zudem warnt die Verbraucherzentrale vor der Gefahr einer plattformübergreifenden Profilbildung durch Meta, die trotz der Pseudonymisierung für andere Nutzer bestehen bleibe.

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Regulatorische Vorbehalte in Algerien

Während die Funktion global als Fortschritt für den Datenschutz gewertet wird, regt sich in einzelnen Märkten Widerstand. Das algerische Ministerium für Post und Telekommunikation hat sich am 12. August 2026 schriftlich an Meta gewandt. Die Behörde fordert, dass WhatsApp-Konten in Algerien zwingend an eine aktive und verifizierte Mobilfunknummer gebunden bleiben müssen.

Als Grund für diese Forderung nennt das Ministerium die Sorge vor einer Zunahme von Identitätsdiebstahl und Betrug, falls die strikte Kopplung an Telefonnummern gelockert wird. Mit rund 27 Millionen WhatsApp-Nutzern stellt Algerien einen bedeutenden Markt dar, in dem die staatliche Aufsicht eine Aufweichung der Identifikationsmerkmale kritisch betrachtet.

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