WhatsApp-Betrug: Phishing-Meldungen verfünffachen sich nach Booking-Leck
06.06.2026 - 23:25:58 | boerse-global.de
Besonders perfide: Sie kombinieren gestohlene Buchungsdaten mit gezielten Nachrichten – und setzen Urlauber massiv unter Druck.
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Hotelgäste im Visier nach Datenleck bei Booking.com
Das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) registrierte einen sprunghaften Anstieg von Phishing-Meldungen. Im April waren es acht Fälle, im Mai bereits 23. Auslöser ist ein Datenleck bei Booking.com im April 2026. Kriminelle erbeuteten Namen, Hotelbuchungen und Reisedaten.
Die Täter kontaktieren ihre Opfer per WhatsApp und wenden zwei Tricks an: den Rückerstattungstrick über gefälschte Zahlungsseiten oder die Drohung einer sofortigen Stornierung. Wer nicht umgehend seine Kreditkartendaten bestätigt, verliere angeblich die Buchung. Ziel ist klar: der Diebstahl von Zahlungsinformationen.
Gewinnspiele und Amazons offizielle Werbung
Neben gezielten Angriffen kursieren betrügerische Massennachrichten. Aktuell warnt die Polizei vor einem angeblichen Gewinnspiel der Brauerei Krombacher. Eine Kühlbox winken als Preis – doch Nutzer müssen den Link an 20 Kontakte weiterleiten und zwei Euro Versandgebühr per Kreditkarte zahlen. In Wahrheit sammeln die Betrüger Daten und verteilen Schadsoftware.
Verwirrung stiften dagegen offizielle Amazon-Nachrichten. Der Konzern nutzt WhatsApp seit letztem Jahr für Bestell-Updates und Werbung. Die Nachrichten kommen von verifizierten Konten mit blau-weißem Haken. Viele Nutzer können sie kaum von Betrugsversuchen unterscheiden. Wer die Werbung nicht will, stoppt sie mit einer „STOP“-Antwort oder in den Kontoeinstellungen.
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Banken schlagen Alarm – WM 2026 als Köder
Auch der Finanzsektor ist Ziel koordinierter Angriffe. Banken in Deutschland, Österreich und Irland warnten in den letzten Tagen vor Phishing-Kampagnen. Kriminelle fordern im Namen der Ersten Bank Codes für das Banking-System „George“ an. In Deutschland kursieren gefälschte Nachrichten zu Sicherheitsupdates der Sparkassen-App. In Irland verlor ein Kunde durch SMS-Phishing rund 10.000 Euro.
Sogar die Fußball-WM 2026 nutzen Betrüger schon jetzt als Köder. Sicherheitsforscher identifizierten über 13.000 betrügerische Domains rund um das Turnier. Sie bieten falsche Tickets oder Streaming-Dienste an.
Google rüstet Android gegen KI-Betrug auf
Die Verluste durch Internetkriminalität steigen rasant – allein in den USA auf umgerechnet 19,2 Milliarden Euro im Jahr 2025. Google reagiert: Das neue Android-Update bringt eine „Fake Call Detection“-Funktion. Sie erkennt verdächtige Anrufe, die etwa mit KI generiert wurden, und blockiert sie.
Zudem schließt das aktuelle Sicherheitsupdate 124 Schwachstellen. Eine davon ist kritisch: CVE-2025-48595. Experten raten, Updates sofort zu installieren und bei unerwarteten Nachrichten mit Zahlungsaufforderungen oder Gewinnversprechen grundsätzlich misstrauisch zu sein.
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