WhatsApp-Betrug: .vbs-Dateien stehlen Passwörter von Millionen
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 16:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Serie gezielter Hackerangriffe auf WhatsApp-Konten hat mit dem Fall des BJP-Sprechers Sambit Patra einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Raffinesse digitaler Betrugsmethoden in Indien.
Politiker-Konto für Geldbetrug missbraucht
Am 5. Juli 2026 übernahmen Betrüger die Kontrolle über das WhatsApp-Konto von Sambit Patra, nationaler Sprecher der Regierungspartei BJP und Abgeordneter für Puri. Die Täter verschickten Nachrichten an seine Kontakte und baten um dringende finanzielle Hilfe – Beträge zwischen 55.000 und 65.000 Rupien (etwa 600 bis 700 Euro). Zur Überweisung nutzten die Betrüger einen QR-Code, der mit einer Person namens Jagdish Paswan verknüpft war.
Patra warnte umgehend über die Plattform X vor den betrügerischen Nachrichten und erstattete Anzeige bei der Polizei von Odisha. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. In den vergangenen Wochen waren bereits andere prominente Persönlichkeiten betroffen, darunter die Politikerin Supriya Sule, die Schauspielerin Swara Bhasker und Dinesh Chand Sharma.
Neue Betrugsmasche mit Schadsoftware
Der Hackerangriff auf Patra fällt mit einer breit angelegten Warnung der Polizei zusammen. Bereits am 4. Juli 2026 hatte die Polizei von Kerala Unternehmen und Privatnutzer vor einer neuen Angriffswelle gewarnt. Die Täter nutzen gekaperte Konten, um .vbs-Dateien an ahnungslose Kontakte zu verschicken. Diese Schadsoftware stiehlt Anmeldedaten und Passwörter – und ermöglicht so die vollständige Übernahme des Kontos.
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Wie gefährlich die Masche ist, zeigt ein weiterer Fall: Ein Manager einer Immobilienfirma wurde zwischen dem 30. Juni und 1. Juli 2026 um rund 4,7 Crore Rupien (etwa 520.000 Euro) betrogen. Die Täter hatten sich als Geschäftsführer des Unternehmens ausgegeben.
Regierung gegen Meta: Streit um neue WhatsApp-Funktion
Die Betrugswelle hat einen politischen Konflikt zwischen der indischen Regierung und dem Meta-Konzern verschärft. Am 1. Juli 2026 forderte das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) Meta auf, die Einführung der neuen WhatsApp-Username-Funktion zu stoppen. Die Regierung befürchtet, dass die Funktion Identitätsdiebstahl und Betrug noch erleichtern könnte.
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Vertreter von Meta trafen sich am 3. Juli mit Ministeriumsbeamten, um die Risiken zu erörtern. WhatsApp argumentiert, die Username-Funktion sei optional und erhöhe die Sicherheit, da Nutzer sich verbinden könnten, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben. Zudem habe man Schutzmaßnahmen eingebaut – etwa PIN-Schutz und reservierte Usernamen für öffentliche Personen und Organisationen. Nach dem Treffen sollte Meta bis zum 4. Juli eine schriftliche Stellungnahme vorlegen.
Während Organisationen wie die Internet Freedom Foundation die rechtliche Grundlage für ein Verbot einzelner App-Funktionen anzweifeln, heizt der Fall Patra die Bdabatte über Sicherheit und Nutzerschutz auf digitalen Plattformen weiter an.
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