WhatsApp-Betrugswelle: Kriminelle kapern Konten über gefälschte Abstimmungen
Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 15:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In den vergangenen Tagen ist eine neue Betrugswelle innerhalb des Messengers WhatsApp in den Fokus von Sicherheitsexperten und Verbraucherschützern gerückt. Kriminelle nutzen dabei persönliche Nachrichten, um Nutzer zur Teilnahme an einer vermeintlichen Abstimmung zu bewegen. Ziel dieser Kampagne ist die vollständige Übernahme des Benutzerkontos, um anschließend weitere Straftaten im Namen des Opfers zu begehen.
Die Masche mit dem angeblichen Stipendium
Nach aktuellen Berichten von CHIP erhalten Nutzer Nachrichten von scheinbar bekannten Kontakten. Darin werden sie gebeten, für eine Person namens „Klara“ abzustimmen, die angeblich an einer Auswahl für ein Stipendium teilnimmt. In der Nachricht ist ein Link enthalten, der auf eine manipulierte Webseite führt. Sobald ein Nutzer diesem Link folgt, wird er aufgefordert, seine Mobilfunknummer sowie einen Verifizierungscode einzugeben.
Hinter dieser Aufforderung verbirgt sich ein technischer Angriff auf die Kontosicherheit. Wie die Experten von Mimikama erläutern, nutzen die Angreifer die übermittelten Daten, um unbemerkt ein fremdes Gerät mit dem WhatsApp-Konto des Opfers zu verknüpfen.
Durch diese Kopplung erhalten die Betrüger vollen Zugriff auf die Chat-Historie und die Kontaktliste, während das eigentliche Opfer oft erst verzögert bemerkt, dass die Kontrolle über den Account verloren gegangen ist. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang, dass die Masche variiert werden kann; so werde beispielsweise auch der Name „Franziska“ für ähnliche betrügerische Anfragen verwendet.
Eskalation über Phishing-E-Mails und Zeitdruck
Parallel zu den direkten Nachrichten innerhalb der App beobachten Beobachter von t-online eine weitere Angriffswelle, die über den klassischen E-Mail-Weg erfolgt.
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Hierbei werden WhatsApp-Nutzer angeschrieben und dazu aufgefordert, ihr Konto aufgrund einer angeblichen Aktualisierung der „Benutzerdatenbank“ zu bestätigen. Um den Druck auf die Empfänger zu erhöhen, drohen die Absender mit einer Schließung des Kontos innerhalb von 24 Stunden, sollte keine Reaktion erfolgen.
Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass solche Nachrichten an mehreren Merkmalen als unseriös identifiziert werden können. Neben einer unpersönlichen Anrede fallen häufig die Absenderadressen auf, die in keinem Zusammenhang mit dem offiziellen Dienstbetreiber stehen.
Ein Klick auf den in diesen E-Mails enthaltenen Bestätigungslink kann laut weiteren Berichten zu erheblichem Datenverlust führen. Experten raten daher dringend dazu, solche Nachrichten zu ignorieren und unmittelbar in den Spam-Ordner zu verschieben.
Zero-Click-Angriffe und technische Schwachstellen
Die Bedrohungslage beschränkt sich jedoch nicht nur auf soziale Manipulation. In Spanien untersuchen die Polizei und die Guardia Civil derzeit hochentwickelte Zero-Click-Angriffe, die speziell auf iPhones abzielen. Hierbei kommen Schwachstellen zum Einsatz, die unter den Kennungen CVE-2025-43300 und CVE-2025-55177 geführt werden.
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Diese Exploits ermöglichen es Angreifern, WhatsApp-Sitzungen zu klonen, ohne dass eine Interaktion des Nutzers erforderlich ist. Einmal kompromittiert, werden die Kontakte des betroffenen Nutzers systematisch angeschrieben und unter verschiedenen Vorwänden um Geldüberweisungen gebeten.
Prävention und Sofortmaßnahmen bei Kompromittierung
Um sich vor diesen unterschiedlichen Angriffsvektoren zu schützen, empfehlen Fachleute und Behörden ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aktivierung der zweistufigen Verifizierung innerhalb der WhatsApp-Einstellungen. Diese zusätzliche PIN-Abfrage erschwert es unbefugten Dritten erheblich, ein Konto auf einem neuen Gerät anzumelden.
Sollte ein Konto bereits kompromittiert worden sein, rät CHIP dazu, das Umfeld umgehend über andere Kanäle wie SMS oder Telefonanrufe zu informieren, um die Verbreitung der Betrugsnachricht zu stoppen. Zudem sollten Verifizierungscodes unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden.
Im Falle der Zero-Click-Bedrohungen wird zudem empfohlen, das Betriebssystem iOS stets auf dem neuesten Stand zu halten und regelmäßig die Liste der verknüpften Geräte in den WhatsApp-Einstellungen auf unbekannte Sitzungen zu prüfen.
