WhatsApp: Fünf neue Sicherheits-Tools gegen Phishing und Kontoübernahmen
31.05.2026 - 04:24:36 | boerse-global.de
WhatsApp führt fünf Sicherheits-Tools ein, die vor Phishing, Identitätsdiebstahl und Kontoübernahmen schützen sollen.
Schutz vor unbekannten Anrufern und verdächtigen Kontakten
Im Zentrum der neuen Sicherheitsinitiative steht die Funktion „Unbekannte Anrufer stumm schalten“. Nutzer können sie in den Privatsphäre-Einstellungen aktivieren – dann unterdrückt WhatsApp Klingeltöne von nicht eingespeicherten Nummern. Ein echter Gewinn für alle, die täglich mit Spam-Anrufen kämpfen.
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Noch einen Schritt weiter gehen die sogenannten „Kontextkarten“. Sie zeigen bei unbekannten Kontakten wichtige Informationen an: Wie alt ist das Konto? Aus welchem Land stammt der Absender? Ist die Person bereits in den eigenen Kontakten gespeichert? Das hilft, verdächtige Nachrichten sofort zu erkennen.
Warnungen vor Bildschirmübertragung und fremden Geräten
Wer in Videogesprächen sensible Daten teilt, erhält künftig eine Warnung vor der Bildschirmfreigabe. Sie erscheint, bevor der Nutzer seinen Bildschirm während eines Anrufs überträt. Ein wichtiger Schutz, denn oft übersehen Nutzer, dass Passwörter oder Banking-Daten mitübertragen werden.
Auch bei verdächtigen Verbindungen schlägt das System Alarm: Die „Gerätekopplungs-Warnung“ meldet sich, wenn sich ein unbekanntes Zweitgerät mit dem Konto verbindet. Ein klassischer Angriffsweg für Hacker.
Zwei-Faktor-Authentifizierung als Basis
WhatsApp betont zudem die Bedeutung der Zwei-Schritt-Verifikation mit einer sechsstelligen PIN. Sie bleibt der wichtigste Schutz gegen unbefugten Zugriff – und wird von überraschend vielen Nutzern noch immer nicht aktiviert.
Ausloggen ohne App-Löschung: Beta-Test gestartet
Ein lang ersehnter Wunsch vieler Nutzer wird endlich Realität: WhatsApp testet in der Android-Beta-Version 2.26.21.9 eine eigene Abmelde-Funktion. Bisher war das Ausloggen nur durch Löschen der gesamten App möglich – mit Verlust des Chat-Verlaufs.
Die neue Option erlaubt ein temporäres Abmelden, während alle Daten auf dem Gerät erhalten bleiben. Derzeit testen ausgewählte Betatester die Funktion. Branchenbeobachter rechnen mit einer breiten Einführung in den kommenden Monaten.
Neue Malware-Welle über Messenger-Dienste
Der Zeitpunkt der Sicherheitsoffensive ist kein Zufall. Cybersicherheitsforscher von TraceX Labs in Mumbai entdeckten eine gefährliche Android-Malware, die sich als offizielle App der Cockroach Janta Party tarnt. Die Schadsoftware verbreitet sich über WhatsApp und Telegram und fordert umfangreiche Berechtigungen: Zugriff auf SMS, Kontakte und Bedienungshilfen.
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Die Spionagesoftware kann Einmal-Passwörter (OTPs) und Anruflisten stehlen. Experten sehen Parallelen zu einer gezielten Spear-Phishing-Kampagne der Gruppe Star Blizzard aus dem Jahr 2024, die über WhatsApp Regierungsbeamte und Forscher mit gefälschten QR-Codes angriff.
Behördliche Warnungen: Senioren besonders gefährdet
Die Polizei im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh warnte am Wochenende vor „Hybrid-Cybercrime“ – einer Kombination aus Phishing-Links und SIM-Karten-Tausch, die zur vollständigen Übernahme von Bankkonten und Social-Media-Profilen führt. Besonders gefährdet: Senioren und Geschäftsleute.
Auch das indische Innenministerium schlug Alarm: Kriminelle geben sich bei SMS oder WhatsApp-Nachrichten als offizieller Support aus und locken Besitzer gestohlener oder verlorener Geräte mit falscher Hilfe. Ziel ist die Herausgabe von iCloud-Zugangsdaten, um Diebstahlschutz-Funktionen zu deaktivieren.
Die Botschaft der Sicherheitsexperten ist klar: Keine Zugangsdaten preisgeben, unbekannte Kontakte kritisch prüfen und die neuen Sicherheitsfunktionen von WhatsApp aktiv nutzen. Denn die Angreifer schlafen nicht – und die drei Milliarden Nutzer des Messengers sind ein lohnendes Ziel.
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