WhatsApp, Indien

WhatsApp: Indien stoppt Username-Einführung für 850 Millionen Nutzer

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 20:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

WhatsApp startet die Einführung von Usernamen als optionaler Kennung. Indien bremst den Rollout aus Sicherheitsbedenken vorerst aus.

WhatsApp führt Usernamen ein: Mehr Privatsphäre für Nutzer
Ein Smartphone zeigt die WhatsApp-Chat-Oberfläche mit einem Vorhängeschloss, das digitale Privatsphäre und sichere Kommunikation symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat damit begonnen, schrittweise Usernamen statt Telefonnummern als Identifikationsmerkmal einzuführen. Die Funktion soll die Privatsphäre der Nutzer stärken.

Schutz der persönlichen Daten

Seit dem 29. Juni können Nutzer einen eindeutigen Namen zwischen drei und 35 Zeichen reservieren. Die Registrierung des Dienstes erfordert weiterhin eine Mobilfunknummer – der Username dient lediglich als optionale Kennung für neue Unterhaltungen. Branchenexperten raten, Wunschnamen frühzeitig zu sichern, da der weltweite Rollout noch Monate dauern wird.

Um Identitätsdiebstahl zu verhindern, verzichtet WhatsApp bewusst auf ein öffentliches Verzeichnis der Usernamen. Das Unternehmen hat zudem prominente Namen vorsorglich gesperrt – darunter die von Regierungsstellen und bekannten Persönlichkeiten. In Singapur wurden etwa die Handles von Spitzenpolitikern wie Lawrence Wong oder Ong Ye Kung blockiert. Weitere Sicherheitsmaßnahmen umfassen verbesserte Meldeverfahren und einen optionalen vierstelligen Schlüssel zur Begrenzung neuer Kontaktanfragen.

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Indien bremst die Einführung aus

In Indien, WhatsApps größtem Markt mit über 850 Millionen Nutzern, stößt die Neuerung auf erheblichen Widerstand. Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie forderte den Dienst am 1. Juli auf, die Einführung zu stoppen. Die Begründung: Pseudonyme Accounts könnten Cyberbetrug erleichtern und Ermittlungen erschweren.

WhatsApp-Mutterkonzern Meta hat schriftlich auf die Bedenken reagiert und zugesagt, die Funktion in Indien erst nach Abschluss der Konsultationen einzuführen. Die indische Regierung prüft offenbar einheitliche Regeln für Usernamen auf digitalen Plattformen und hat ähnliche Anfragen an Konkurrenten wie Signal und Telegram gesendet. Kritiker bemängeln fehlende Belege für die befürchteten Risiken.

Wettbewerb und Plattform-Updates

Mit der Einführung von Usernamen zieht WhatsApp mit Konkurrenten wie Telegram und Signal gleich – letzterer hatte eine ähnliche Privatsphäre-Funktion bereits 2024 eingeführt. Trotz des Fokus auf Privatsphäre sammelt Meta weiterhin Metadaten zu Nutzerkonten.

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Der Start fällt mit einem Führungswechsel zusammen: Kunal Shah wurde zum neuen Chef von WhatsApp ernannt. Parallel dazu hat die Plattform eine neue Nachrichten-Animation für iOS-Nutzer eingeführt. Die Funktion hat gemischte Reaktionen hervorgerufen, lässt sich aber in den Einstellungen deaktivieren.

Nutzer können die Verfügbarkeit der Username-Funktion im Kontobereich ihrer App-Einstellungen prüfen. Der vollständige weltweite Rollout soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

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