WhatsApp-Konten, Betrüger

WhatsApp-Konten gekapert: Betrüger fordern rund 1.000 Euro von Kontakten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Veraltete iOS-Versionen ermöglichen Angreifern laut Behörden den Zugriff auf WhatsApp-Konten und betrügerische Zahlungsforderungen.
Ein leerer, minimalistischer Raum mit einem Stuhl vor einem Fenster, das auf eine verschwommene Stadtlandschaft blickt. Illustration mit AI erstellt.

Das türkische Präsidialamt für Cybersicherheit hat vor einer großangelegten Betrugskampagne gewarnt, bei der Kriminelle gezielt WhatsApp-Konten übernehmen. Die Angreifer nutzen Sicherheitslücken in älteren Betriebssystemversionen von iPhones aus, um Schadsoftware auf die Geräte zu schleusen und anschließend im Namen der eigentlichen Kontoinhaber Geld von deren Kontakten zu fordern.

Authentifizierungsschlüssel ohne Wissen der Nutzer abgegriffen

Nach Angaben des türkischen Präsidialamts für Cybersicherheit verschaffen sich die Angreifer Zugriff auf die Authentifizierungsschlüssel von WhatsApp, indem sie Schwachstellen in veralteten iOS-Versionen ausnutzen.

Die Schadsoftware gelangt dabei über bösartige Online-Werbung, verdächtige Weblinks oder kompromittierte Internetseiten auf die Mobiltelefone. In fortgeschrittenen Angriffsszenarien reiche bereits das bloße Betrachten präparierter Inhalte aus.

Sobald die Täter über die kryptografischen Schlüssel verfügen, senden sie über die fremde Identität Zahlungsaufforderungen per IBAN an gespeicherte Chat-Kontakte. Die Kaperung bleibt für Betroffene oft unbemerkt: Das Präsidialamt wies darauf hin, dass die Übersicht verknüpfter Geräte in den WhatsApp-Einstellungen die unbefugten Zugriffe nicht immer zuverlässig anzeigt.

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Internationale Sicherheitsbehörden registrieren ähnliche Angriffsmuster

Parallel dazu melden Ermittlungsbehörden aus weiteren Ländern vergleichbare Vorfälle. Die spanische Guardia Civil in Kantabrien registrierte zuletzt mehr als 20 Anzeigen zu Hackangriffen auf ältere Apple-Modelle, bei denen Angreifer Geldforderungen per Sofortüberweisung oder über den Bezahldienst Bizum stellten.

Laut Berichten der dortigen Ermittler handele es sich um Angriffe ohne Nutzerinteraktion, bei denen weder Links angeklickt noch Anrufe entgegengenommen werden mussten. Betroffen seien vor allem Geräte mit Betriebssystemständen unterhalb von iOS 18, die nicht auf neuere Versionen aktualisiert worden seien. Bei Android-Geräten sei die Masche dort nicht festgestellt worden.

In Córdoba warnte die spanische Nationalpolizei ebenfalls vor dem Phänomen. Die Opfer führten ihre Chats zunächst ganz regulär weiter, ohne je einen Bestätigungscode oder QR-Code weitergegeben zu haben, während Kriminelle im Hintergrund meist rund 1.000 Euro Vorschuss für angebliche Notlagen forderten.

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Auch im Baskenland erfasste die Polizeibehörde Ertzaintza von Juni 2026 bis Ende Oktober 2026 insgesamt 359 derartige Betrugsfälle über WhatsApp, darunter 211 in Bizkaia, 83 in Gipuzkoa und 65 in Álava. In der Provinz Cádiz sowie in Ceuta wurden wiederholt Forderungen in Höhe von 1.295 Euro registriert.

Ähnliche Manipulationen meldete zudem die mexikanische Cyberpolizei, bei denen ein technischer Fehler bei Apple-Geräten das Umgehen von Sicherheitsprotokollen beim Verknüpfen neuer Sitzungen ermöglicht habe.

Empfohlene Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Das türkische Präsidialamt für Cybersicherheit rät iPhone-Nutzern dringend dazu, das Betriebssystem über die Systemeinstellungen auf den neuesten Stand zu bringen und die Zwei-Schritt-Verifikation innerhalb von WhatsApp mit einer sechsstelligen PIN zu aktivieren. Zudem sollten verdächtige Geld- oder IBAN-Anfragen niemals direkt im Chat beantwortet, sondern stets über einen unabhängigen Anruf verifiziert werden.

Kommt es dennoch zu einer Kompromittierung des Accounts, empfiehlt die Behörde, umgehend Beweise zu sichern, Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft zu erstatten und bei bereits erfolgten Zahlungen sofort das jeweilige Bankinstitut zu kontaktieren. Betroffene Telefone sollten vollständig zurückgesetzt und Passwörter auf einem separaten Gerät neu vergeben werden.

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