WhatsApp, Messenger

WhatsApp: Meta öffnet Messenger für Konkurrenz ab Juli

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 07:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Meta stellt WhatsApp Business auf Einzelabrechnung um und führt Nutzernamen ein. In der EU öffnet sich der Dienst für Drittanbieter-Chats.

Meta treibt WhatsApp-Kommerzialisierung mit neuem Abrechnungsmodell voran
Digitale Grafik mit Finanzdatenflüssen und dezentem WhatsApp Business-Logo, die Preisänderungen und Monetarisierung darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mit einer Reihe von Änderungen an der WhatsApp Business Platform reagiert der Konzern auf Kundenwünsche und regulatorische Vorgaben – und stellt die Abrechnung grundlegend um.

Per-Nachricht-Abrechnung statt Pauschalmodell

Seit dem 1. Juli 2025 gilt für die WhatsApp Business API ein neues Abrechnungssystem. Statt wie bisher nach Gesprächen abzurechnen, berechnet Meta nun jede einzelne Nachricht. Die Kosten richten sich nach dem Nachrichtentyp: Marketing, Authentifizierung und Dienstleistung haben jeweils eigene Preise.

In den USA kostet eine Marketing-Nachricht 2,5 US-Cent, während Authentifizierungs- und Dienstleistungsnachrichten mit 0,4 Cent deutlich günstiger sind. Service-Gespräche – also Antworten auf Kundenanfragen – bleiben innerhalb eines 24-Stunden-Fensters kostenlos, eine Regelung, die bereits seit November 2024 gilt.

Die Preisunterschiede zwischen den Regionen sind beträchtlich:
- Großbritannien: Marketing-Nachrichten für 3,82 Pence, Dienstleistungsnachrichten für 1,59 Pence
- Brasilien: Marketing für 6,25 US-Cent, Dienstleistung für 0,68 Cent
- Indien: Marketing für umgerechnet etwa einen US-Cent, Authentifizierung und Dienstleistung für je 0,115 Rupien

Anfang 2026 führte Meta zudem die Abrechnung in indischer Landeswährung ein, gefolgt von gestaffelten Volumenpreisen im April für Vielnutzer.

Neues Feature: WhatsApp-Nutzername kommt

Mitte Juli 2026 startete WhatsApp eine begrenzte Einführung der Nutzername-Funktion. Damit können Nutzer kommunizieren, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben. Ein optionaler „Nutzername-Schlüssel“ soll zusätzliche Sicherheit bieten.

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Doch der Start verlief nicht reibungslos. In Indien forderten die Behörden eine Aussetzung der Funktion – aus Sorge vor zunehmender Cyberkriminalität und Betrug. Meta reagierte mit Zusagen: Begrenzungen der Nachrichtenhäufigkeit, Reservierung prominenter Namen und Informationen bei Erstkontakten sollen Missbrauch verhindern.

Parallel dazu führt Meta Multi-Account-Unterstützung für WhatsApp Business ein. Geschäftsinhaber mit mehreren Profilen können künftig zwei getrennte Konten auf einem Gerät verwalten – eine Erleichterung für Selbstständige und Kleinunternehmer.

EU: WhatsApp öffnet sich für Drittanbieter

Eine der weitreichendsten Änderungen betrifft den europäischen Markt. Seit dem 19. Juli 2026 ist WhatsApp in der EU mit Drittanbieter-Chats kompatibel – eine direkte Folge des Digital Markets Act (DMA). Den Anfang machen die Plattformen BirdyChat und Haiket.

Die Integration setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und erfordert eine ausdrückliche Zustimmung der Nutzer. Meta betont, dass die Umsetzung nach dreijähriger Abstimmung mit der EU-Kommission erfolgt. Unterstützt werden Texte, Sprachnachrichten, Bilder, Videos und Dateien zwischen WhatsApp und den externen Diensten.

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KI-Offensive: Eigene Chips und neues KI-Modell

Doch Meta denkt weiter. Am 9. Juli 2026 launchte das Unternehmen Muse Spark 1.1 – das erste kostenpflichtige KI-Modell, das speziell für agentische Programmierung und Tool-Nutzung entwickelt wurde. Mit einem Kontextfenster von einer Million Token und Preisen von 1,25 Dollar pro Million Input-Token sowie 4,25 Dollar pro Million Output-Token zielt Meta direkt auf den Wettbewerb mit anderen KI-Entwicklern ab.

Um die rechenintensiven KI-Operationen zu unterstützen und die Abhängigkeit von externen Hardware-Lieferanten zu verringern, plant Meta den Einstieg in die eigene Chip-Produktion. Ab September 2026 sollen die ersten eigenen KI-Chips vom Band laufen – in Partnerschaft mit Broadcom und TSMC. Ein Schritt, der die Hardware-Versorgung für künftige Entwicklungen in den Bereichen KI und Cloud-Dienste stabilisieren soll.

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