WhatsApp, Passkeys

WhatsApp: Passkeys ersetzen QR-Codes per Fingerabdruck

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 16:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de

WhatsApp testet biometrische Kopplung per Passkey. Die neue Methode soll QR-Codes ersetzen und die Sicherheit erhöhen.

WhatsApp plant Passkey-Login für Zweitgeräte statt QR-Code
Smartphone-Bildschirm mit WhatsApp-Logo, biometrischen Fingerabdruck- und Gesichtserkennungs-Symbolen, die sichere Passkey-Authentifizierung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

WhatsApp arbeitet an einer neuen Methode zur Verbindung von Zweitgeräten – per Passkey statt QR-Code.

Der Messenger-Dienst setzt künftig auf biometrische Authentifizierung. Statt mühsam QR-Codes zu scannen, sollen Nutzer ihre Zweitgeräte per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN verknüpfen können. Die Funktion wurde in der Android-Beta entdeckt und befindet sich derzeit in der Entwicklung.

Sicherheit per Fingerabdruck und Co.

Die neue Kopplungsmethode basiert auf dem WebAuthn-Standard. Nutzer können künftig ihre Identität über biometrische Daten bestätigen, die bereits auf dem Hauptgerät hinterlegt sind. Das erspart nicht nur das lästige QR-Scannen, sondern erhöht auch die Sicherheit: Die Hardware-Sicherheit moderner Smartphones bietet einen zusätzlichen Schutz vor unbefugtem Zugriff.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass das QR-System nicht komplett verschwindet. Die Passkey-Methode soll es ergänzen, nicht ersetzen. Wann die Funktion für alle Nutzer verfügbar sein wird, steht noch nicht fest.

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Technische Umstellung mit Nebenwirkungen

Die Einführung der Passkeys hat bereits erste Auswirkungen auf die Entwickler-Community. Am 30. Juni führten serverseitige Änderungen zu Störungen in bestehenden Kopplungsbibliotheken. Einige automatisierte Verbindungsprozesse scheiterten, weil sie das neue Protokoll noch nicht unterstützten.

Bis zum 2. Juli hatten Entwickler von Drittanbieter-Tools jedoch bereits reagiert und ihre Software an die neuen Sicherheitsanforderungen angepasst. Die Community arbeitet daran, dass Geräte auch unter dem neuen Standard verbunden bleiben.

iPad als Hauptgerät – Android-Tablets ziehen nach

Parallel zur Passkey-Einführung treibt WhatsApp die Multi-Geräte-Strategie voran. Seit wenigen Tagen können Nutzer das iPad als eigenständiges Hauptgerät registrieren – ohne aktives iPhone-Konto. Die Funktion ist mit Version 26.25.74 ausgerollt worden.

Für Android-Tablets zeichnet sich Ähnliches ab: Ein neuer Setup-Bildschirm bietet die Wahl, ein bestehendes Konto zu übertragen oder das Tablet als Zweitgerät zu koppeln. Der Messenger löst sich damit zunehmend von der traditionellen Bindung ans Smartphone.

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Sicherheit versus Regulierung

Während WhatsApp technisch aufrüstet, gibt es gleichzeitig regulatorische Hürden. In Indien forderte das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie eine Aussetzung der neuen Username-Funktion, die am 29. Juni eingeführt wurde. Die Behörde befürchtet, dass Nutzernamen Identitätsdiebstahl und Betrug erleichtern könnten – etwa durch sogenannte „Digital Arrest"-Maschen.

WhatsApp verteidigt die Funktion und verweist auf Schutzmaßnahmen: reservierte Namen für öffentliche Personen und die Möglichkeit, die Telefonnummer in neuen Chats zu verbergen. Die Einführung der Passkeys für die Gerätekopplung ist aus dieser Perspektive auch ein technisches Signal: Der Zugang zu Konten soll ausschließlich in autorisierten Händen bleiben.

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