WhatsApp-Phishing: NSO soll gerichtliche Verfügung verletzt haben
09.06.2026 - 14:23:49 | boerse-global.de
Neue Phishing-Angriffe auf WhatsApp-Nutzer sollen die Missachtung belegen.
Neue Angriffswelle aufgedeckt
WhatsApp-Sicherheitsteams entdeckten kürzlich gezielte Spear-Phishing-Versuche gegen eine kleine Nutzergruppe. Nach Unternehmensangaben waren weniger als zehn Personen betroffen, hauptsächlich in Jordanien und dem Libanon. Die Angreifer setzten auf Social Engineering: Sie versuchten, Nutzer zum Klicken auf manipulierte Links zu bewegen, die zu externen Webseiten führten.
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Bei der Abwehr identifizierte WhatsApp mehrere Test-Accounts und Gruppen, die für die Operation genutzt wurden. Die technischen Merkmale der Attacken ähnelten früheren Kampagnen, darunter Angriffe auf Journalisten in Jordanien zwischen 2019 und 2023. Die Versuche waren zwar hartnäckig, doch fanden die Analysten keine Hinweise auf erfolgreiche Geräte-Kompromittierungen.
Zur Unterstützung der Sicherheits-Community veröffentlichte WhatsApp sogenannte Indicators of Compromise – darunter die Domains ikhwancast[.]com, ghazacast[.]com und fr24cast[.]com.
Verstoß gegen gerichtliche Verfügung
Im Zentrum der neuen Klage steht der Vorwurf, NSO habe eine einstweilige Verfügung verletzt. Diese gerichtliche Anordnung, gegen die NSO bereits Berufung eingelegt hatte, untersagte dem Spyware-Hersteller den Zugriff auf WhatsApp-Server und -Nutzer. Meta argumentiert, die neuen Phishing-Links bewiesen, dass sich das Unternehmen über die Autorität des Gerichts hinwegsetze.
Der Rechtsstreit zwischen beiden Organisationen läuft seit 2019. Bereits 2021 setzten die USA NSO auf ihre Entity List – eine Handelsblacklist, die den Zugang zu amerikanischer Technologie beschränkt. Zudem wurde NSO zu Schadensersatzzahlungen von umgerechnet rund 155 Millionen Euro verurteilt.
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Unterstützung aus der Zivilgesellschaft
Der Fall verfolgt international großes Interesse. Zwölf Menschenrechtsorganisationen haben sich hinter Metas Bemühungen gestellt, den Spyware-Hersteller zur Rechenschaft zu ziehen. Parallel dazu beteiligt sich WhatsApp an der Spyware Accountability Initiative, einem Programm zur Dokumentation und Verhinderung von Überwachungstechnologie-Missbrauch.
NSO Group hatte vor Gericht argumentiert, dass die bestehenden Verfügungen ihrem Geschäftsmodell erheblichen Schaden zufügen könnten. Das Unternehmen äußerte sich bislang nicht zu dem neuen Missachtungsantrag.
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