WhatsApp-Sicherheit: Acht-Zeichen-Passwörter ersetzen PIN
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 13:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um den Schutz der Privatsphäre zu erhöhen und die Übernahme von Benutzerkonten durch Unbefugte zu erschweren, hat der Messaging-Dienst WhatsApp umfassende Aktualisierungen seiner Sicherheitsfunktionen angekündigt. Die Neuerungen zielen insbesondere auf eine Stärkung der Identitätsprüfung und einen besseren Schutz vor gezielten Phishing-Angriffen ab.
Alphanumerische Passwörter ersetzen herkömmliche PIN
Ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsinitiative ist die Überarbeitung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Das Unternehmen stellt das bisherige System, das auf einer sechsstelligen PIN basierte, auf komplexere, alphanumerische Passwörter um. Diese neuen Passwörter müssen eine Mindestlänge von acht Zeichen aufweisen. Durch die Kombination von Buchstaben und Zahlen soll die Hürde für automatisierte Angriffe und das Erraten von Zugangscodes deutlich erhöht werden.
Parallel dazu baut der Dienst die Unterstützung für Passkeys weiter aus. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über eine Milliarde Anwender diese biometrische oder hardwarebasierte Methode zur Anmeldung.
Künftig wird es zudem möglich sein, mehrere Passkeys pro Konto zu hinterlegen. Dies erhöht die Flexibilität für Nutzer, die mehrere Endgeräte verwenden, und bietet zusätzliche Redundanz für den Fall, dass ein Authentifizierungsmittel verloren geht.
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Mehr Transparenz bei eingehenden Anrufen auf Android
Für Nutzer des Betriebssystems Android führt WhatsApp zudem eine Funktion ein, die bei Anrufen von unbekannten Nummern mehr Kontext liefern soll. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Einordnung von Anrufen zu erleichtern und potenzielle Betrugsversuche bereits im Vorfeld zu erkennen. Die Anwendung blendet dazu zusätzliche Informationen ein, die dem Empfänger helfen sollen, die Seriosität des Anrufers besser einzuschätzen.
Branchenexperten wiesen in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass technische Hürden allein nicht ausreichen. Sie warnten davor, dass Social Engineering weiterhin eine signifikante Schwachstelle bleibe. Angreifer versuchen dabei oft, Nutzer durch psychologische Manipulation zur Preisgabe von Informationen zu bewegen, ungeachtet der technologischen Schutzwälle.
Wachsender Druck durch Cyberkriminalität und Spionage
Die Notwendigkeit für robustere Sicherheitsmechanismen wird durch aktuelle Daten zur Bedrohungslage unterstrichen. In Indien wurden für das Jahr 2025 Verluste durch Cyberbetrug in Höhe von über 22.000 Crore indischen Rupien verzeichnet. Solche massiven wirtschaftlichen Schäden verdeutlichen das Ausmaß krimineller Aktivitäten im digitalen Raum.
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Auch im politischen Umfeld nehmen gezielte Angriffe zu. Ein internes Briefing der EU-Cyberverteidigungseinheit aus dem Juli verdeutlichte die Gefahr für staatliche Institutionen. Demnach gab es in den vergangenen Monaten Versuche ausländischer Regierungen, die WhatsApp-Konten hochrangiger EU-Beamter zu übernehmen.
Insgesamt wurden in diesem Jahr acht Vorfälle dokumentiert, die als signifikant eingestuft wurden. Die Sicherheitsbehörden klassifizierten diese Angriffe als staatlich gefördertes Spearphishing, bei dem gezielt Schwachstellen in der menschlichen Kommunikation ausgenutzt werden, um Zugriff auf sensible Kommunikationskanäle zu erhalten.
