WhatsApp-Sicherheit, Achtstellige

WhatsApp-Sicherheit: Achtstellige Passwörter statt PIN ab sofort

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

WhatsApp ersetzt die sechsstellige PIN durch komplexere Passwörter, erweitert Passkeys und testet Warnungen vor riskanten Nachrichten und Anrufen.

WhatsApp startet Sicherheits-Update mit Passkeys und Anrufschutz
Ein modernes Smartphone liegt auf einem Holztisch mit einem dunklen, leeren Sperrbildschirm. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat ein umfangreiches Sicherheits-Update für seine weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer initiiert. Im Zentrum der Aktualisierungen, deren Rollout für die Betriebssysteme iOS und Android Ende August 2026 begann, stehen eine grundlegende Überarbeitung der Identitätsprüfung sowie neue Schutzmechanismen gegen unerwünschte Kontaktaufnahmen.

Abkehr von der PIN: Alphanumerische Passwörter und Passkeys

Eine der wesentlichen Neuerungen betrifft die Zwei-Schritt-Verifizierung. Bisher setzten Nutzer zur Absicherung ihres Kontos primär auf eine sechsstellige PIN. Diese wird nun durch ein komplexeres System ersetzt. Das neue Format erfordert ein Passwort von mindestens acht Zeichen, das sowohl Buchstaben als auch Zahlen enthalten muss; die Verwendung von Sonderzeichen und Symbolen ist dabei optional möglich.

Parallel dazu forciert die Meta-Tochter die Nutzung von Passkeys für die biometrische Anmeldung. Nach Unternehmensangaben nutzen bereits über eine Milliarde Anwender dieses Verfahren.

Die Technologie ermöglicht es, sich mittels Fingerabdruck, Gesichtsscan oder der Geräte-Displaysperre anzumelden, ohne ein herkömmliches Passwort eingeben zu müssen. Mit dem aktuellen Update wird die Unterstützung von Passkeys zudem auf mehrere Geräte ausgeweitet und in die Verschlüsselung von Chat-Backups integriert.

Diese Entwicklung korrespondiert mit einem globalen Trend: Branchenbeobachter der FIDO Alliance registrierten weltweit bereits 5 Milliarden Passkeys im Einsatz. Erhebungen zufolge greifen rund 75 Prozent der Verbraucher auf diese Technologie zurück.

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Schutz vor unbekannten Anrufern und Betrugsversuchen

Für Android-Nutzer bietet das Update zusätzliche Transparenz bei eingehenden Anrufen von unbekannten Nummern. Das System zeigt künftig Informationen zum Herkunftsland des Anrufers sowie Hinweise auf eventuelle gemeinsame Gruppen an. Diese Maßnahme soll es Anwendern erleichtern, die Seriosität eines Anrufs bereits vor der Annahme einzuschätzen.

Flankierend dazu testet das Unternehmen ein System zur proaktiven Erkennung verdächtiger Nachrichten. Eine entsprechende Analyse erfolgt lokal auf dem Endgerät, um die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation zu wahren. Nutzer sollen Warnungen erhalten, bevor sie mit potenziell gefährlichen Inhalten interagieren, und erhalten direkte Optionen zum Blockieren oder Melden der Absender.

Reaktion auf aktuelle Bedrohungsszenarien

Die Notwendigkeit verstärkter Sicherheitsmaßnahmen wird durch aktuelle Vorfälle unterstrichen. In den letzten Tagen warnten Sicherheitsbehörden, unter anderem die italienische Polizei, vor einer neuen Welle von sogenannten „Zero-Click“-Angriffen.

Davon seien insbesondere veraltete Versionen von iOS und WhatsApp auf Apple-Geräten betroffen. Experten raten dringend dazu, die installierte Software aktuell zu halten, die Liste der verbundenen Geräte regelmäßig zu prüfen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu aktivieren.

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Zudem berichten Betroffene von erfolgreichen Hackerangriffen auf WhatsApp-Konten prominenter Persönlichkeiten. In Indien meldete ein Parlamentsabgeordneter die Übernahme seines Accounts, woraufhin Betrüger versuchten, Geldbeträge von bis zu Rs 55.000 zu erpressen. Meta gab in diesem Zusammenhang bekannt, innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten Millionen von betrügerischen Konten von der Plattform entfernt zu haben.

Warnung vor Phishing-Kampagnen

Verbraucherschützer warnen aktuell zudem vor einer Phishing-Kampagne, die über gefälschte E-Mails geführt wird. Darin werden Nutzer aufgefordert, eine Kontobestätigung innerhalb von 24 Stunden vorzunehmen, da andernfalls die Löschung des WhatsApp-Accounts drohe.

Experten raten dazu, solche Nachrichten zu ignorieren und in den Spam-Ordner zu verschieben. Ein Klick auf enthaltene Links könne dazu führen, dass persönliche Daten im Darknet verkauft oder für Identitätsdiebstahl missbraucht werden.

Für den Fall eines kompromittierten Kontos empfehlen Fachleute eine Neuinstallation der App und eine erneute Registrierung mit dem per SMS übermittelten Code. Sollte eine gesetzte 2FA-PIN unbekannt sein, müsse eine siebentägige Sicherheitsfrist abgewartet werden, bevor der Zugriff wiederhergestellt werden kann.

Zusätzlich zu den Sicherheitsaspekten arbeitet WhatsApp an funktionalen Erweiterungen. In einer Beta-Version für Android wird derzeit ein Filter namens „To You“ erprobt, der gezielt Chats anzeigt, in denen der Nutzer erwähnt wurde oder auf dessen Nachrichten geantwortet wurde. Diese Funktion ist jedoch noch nicht für den allgemeinen Gebrauch freigegeben.

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