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WhatsApp testet Scam Alert: KI warnt vor Betrug in Echtzeit

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Schutzfunktionen von WhatsApp und Android treffen auf wachsenden KI-Betrug, steigende Malware-Zahlen und hohe Schäden in mehreren Regionen.

KI-Betrug auf dem Smartphone: WhatsApp und Android rüsten auf
Ein Smartphone liegt auf einem hölzernen Schreibtisch in einem dezent beleuchteten Raum, der Bildschirm ist dunkel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betrugsmaschen auf Smartphones werden zunehmend von künstlicher Intelligenz angetrieben – von gefälschten Support-Anrufen bis zu Deepfake-Investmentwerbung. Mehrere Anbieter und Aufsichtsbehörden haben in den vergangenen Wochen Schutzmaßnahmen vorgestellt oder Forderungen erhoben, die zeigen, wie ernst das Problem inzwischen genommen wird.

WhatsApp testet Warnsystem für unbekannte Kontakte

Meta erprobt eine Funktion namens "Scam Alert" für WhatsApp, die Nachrichten von unbekannten Kontakten mittels On-Device-Machine-Learning analysiert und im Chat eine Warnung anzeigt, wenn Anzeichen für Betrug erkannt werden.

Die Funktion befindet sich derzeit in einer begrenzten Beta-Phase für Android-Nutzer, ist standardmäßig deaktiviert und benachrichtigt den Absender nicht über die Erkennung. Nutzer können bei Fehlalarmen optional Daten zur Verbesserung des Systems teilen. Eine breite Verfügbarkeit oder eine iOS-Version ist bislang nicht bestätigt.

Parallel dazu hat WhatsApp für Android eine Funktion ausgerollt, die bei Anrufen von unbekannten Nummern zusätzliche Informationen wie das Herkunftsland und gemeinsame Gruppen anzeigt. Der Rollout startete Ende August. Ergänzend kündigte das Unternehmen eine stärkere Zwei-Faktor-Authentifizierung und erweiterte Passkey-Unterstützung an.

Phishing-as-a-Service imitiert Apple-Support

Der Sicherheitsdienstleister SOCRadar beschreibt ein Phishing-as-a-Service-Angebot namens AnonyMousKIT, das gezielt Apple-Nutzer angreift. Dabei imitieren KI-Sprachagenten den Apple-Support telefonisch; 200 Anrufe sollen für 19,24 US-Dollar zu erwerben sein. Nach Angaben von SOCRadar wurden 6.092 Phishing-E-Mails verschickt und mehr als 5.000 Geräte angegriffen, wobei der Activation Lock nicht umgangen wurde.

Aufsichtsbehörden nehmen Werbeplattformen ins Visier

Die britische Werbeaufsicht ASA hat einen "Scam Ads Info Hub" gestartet, um über Betrugsanzeigen aufzuklären. Die Geschäftsführerin der Behörde verwies darauf, dass Betrug weltweit jährlich rund eine halbe Billion Dollar koste.

In Polen forderte der Digitalminister eine EU-Geldstrafe von 250 Millionen Euro (291 Millionen US-Dollar) gegen Meta wegen betrügerischer Anzeigen, unter anderem im Zusammenhang mit Deepfake-Werbevideos, die den Unternehmer Rafa? Brzoska zeigen sollen. Grundlage der Forderung ist ein Audit von CERT Polska, das laut polnischer Regierung eine unzureichende Entfernung betrügerischer Anzeigen belegt.

Meta habe zwischen Juli 2025 und Juni 2026 rund 137.000 Anzeigen in Polen entfernt, davon 88 Prozent vor einer Nutzermeldung. Meta kündigte an, die Prüfung von Werbetreibenden auszubauen und mehr KI zur Betrugsbekämpfung in Polen einzusetzen; nach Unternehmensangaben sanken Nutzerberichte über Identitätsbetrug dadurch um 80 Prozent.

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Android 17 setzt auf Netzwerksicherheit

Google hat mit Android 17 mehrere Sicherheitsfunktionen eingeführt, darunter Encrypted Client Hello (ECH), das verhindert, dass Netzbetreiber sehen können, welche Domains ein Nutzer besucht. Hinzu kommen ein Schutz vor Angriffen über das veraltete 2G-Netz, eine standardmäßig aktive Zertifikatstransparenz sowie ein Local Network Protection genannter Mechanismus, der Apps eine explizite Berechtigung für Zugriffe auf lokale Netzwerke abverlangt.

Wachsende Bedrohungslage in mehreren Regionen

Kaspersky beobachtet für das erste Quartal 2026 einen deutlichen Anstieg mobiler Malware-Aktivität im asiatisch-pazifischen Raum: Die Erkennungen pro betroffenem Nutzer stiegen im Jahresvergleich von 4,9 auf 7,3, in Thailand von 3,0 auf 11,9 und in Sri Lanka von 5,5 auf 17,4. In absoluten Zahlen verzeichnete Indien 18.187 Erkennungen, Indonesien 15.163 und China 6.797. Nach Kaspersky-Angaben glauben 66 Prozent der Betrugsopfer, dass bei den Attacken künstliche Intelligenz eingesetzt wurde.

In Südafrika registrierte der Verband COMRiC für den Zeitraum bis April 2026 einen Anstieg von Abonnement-Betrug um 307 Prozent auf 14.897 Fälle mit Verlusten von 198,9 Millionen Rand (12,3 Millionen US-Dollar).

SIM-Swap-Betrug betraf demnach 383 Fälle mit einem Schaden von 4,26 Millionen Rand, während im ersten Quartal 2026 rund 8,72 Milliarden Spam-Anrufe verzeichnet wurden.

Group-IB warnte davor, dass KI-gestützter Investmentbetrug wie die Schemata GoldBull und CoinLure sich auf die Golfstaaten ausbreiten könnte; CoinLure nutze mehr als 200 gefälschte Krypto-Plattformen.

Die New York State Department of Financial Services verwies unter Berufung auf die US-Handelsaufsicht FTC auf einen Anstieg von Investmentbetrug in den USA im Jahr 2025 um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit Verlusten von über 8 Milliarden US-Dollar bei 144.041 betroffenen Verbrauchern und einem mittleren Verlust von 10.560 US-Dollar.

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Neue Ansätze bei Netzbetreibern

Der russische Anbieter Yandex hat mit "Yandex Sim" einen virtuellen Mobilfunkdienst auf dem Netz von Beeline gestartet, der einen KI-Assistenten zur Echtzeit-Erkennung von Telefonbetrug einsetzen soll. Preis- und Verfügbarkeitsangaben liegen bislang nicht vor.

Zudem beschreibt der Sicherheitsanbieter Zimperium eine neue Angriffsmethode namens WindRelay, die NFC-Relay-Malware für Android mit dem Remote-Access-Trojaner SpyNote kombiniert: Über Social-Engineering-Anrufe werden Opfer zur Installation der Schadsoftware bewegt, die anschließend NFC-Kartendaten für unbefugte Zahlungen abgreift.

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