WhatsApp-Web-Hijacking, Nutzer

WhatsApp-Web-Hijacking: 58.000 Nutzer vor Boss Scam gewarnt

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 21:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Indische Behörde I4C warnt vor Boss Scam: Manipulierte ZIP-Dateien übernehmen WhatsApp-Web-Sitzungen. 58.000 Nutzer per SMS alarmiert.

Boss Scam: Indische Behörde warnt 58.000 WhatsApp-Web-Nutzer vor Malware
Ein moderner Laptop-Arbeitsplatz in einer professionellen Büroumgebung als Symbol für Cybersicherheit und IT-Bedrohungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das indische Cyberkriminalitäts-Koordinationszentrum I4C hat eine dringende Warnung an 58.000 Nutzer herausgegeben. Hintergrund ist eine aktuelle Malware-Kampagne, bei der manipulierte ZIP-Dateien gezielt dazu eingesetzt werden, aktive WhatsApp-Web-Sitzungen zu übernehmen.

Die als „Boss Scam“ identifizierte Angriffswelle nutzt laut I4C-Angaben Dateianhänge mit Bezeichnungen wie „Statement of Account.zip“, „RBI.zip“ und „MCA.zip“. Die Verbreitung der Schadsoftware erfolgt über mehrere Kanäle, darunter WhatsApp-Nachrichten, SMS sowie E-Mails. Sobald ein Nutzer die Dateien auf einem Windows-System ausführt, wird mittels DLL-Sideloading ein Trojaner installiert. Dieser ermöglicht es den Angreifern, die Kontrolle über die bestehende WhatsApp-Web-Sitzung des Opfers zu erlangen.

Zielgruppe und Betrugsmasche

Im Visier der Angreifer stehen insbesondere Wirtschaftsprüfer, Finanzvorstände sowie Mitarbeiter in Finanzteams. Die Täter gehen dabei nach dem Prinzip des Chef-Betrugs vor: Sie geben sich als CEOs oder hochrangige Führungskräfte aus, um die adressierten Finanzabteilungen zur Überweisung von Geldbeträgen auf sogenannte Mule-Konten zu bewegen. Regionale Schwerpunkte der gemeldeten Fälle liegen laut I4C in Delhi, Gujarat, Maharashtra und Rajasthan.

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Schutzmaßnahmen und behördliche Reaktion

Zur Abwehr der Bedrohung hat I4C bereits technische Gegenmaßnahmen ergriffen. Über das Sahyog-Portal wurden Command-and-Control-Server mittels Geo-Blocking gesperrt. Nach Behördenangaben konnten durch diese Maßnahme bereits über 10.000 Bürger vor potenziellen Schäden geschützt werden.

Parallel dazu hat das Zentrum die Identifizierung potenzieller Opfer intensiviert. Insgesamt 58.000 Personen, die als gefährdet eingestuft wurden, erhielten eine Warnmeldung per SMS. Als Absender dieser Nachrichten fungiert das Kürzel „I4CMHA-G“, um die Authentizität der behördlichen Warnung zu gewährleisten.

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Verhaltensempfehlungen für Unternehmen

Angesichts der Professionalität der Angriffe rät I4C dringend dazu, Zahlungsanweisungen, die über Messaging-Dienste oder E-Mail eingehen, grundsätzlich zu hinterfragen. Eine Verifizierung sollte stets über einen gesonderten Kanal, etwa durch einen direkten Telefonanruf beim anweisenden Vorgesetzten, erfolgen.

Sollten Unternehmen oder Privatpersonen verdächtige Aktivitäten feststellen oder Opfer eines Angriffs geworden sein, empfiehlt die Behörde die sofortige Meldung über die Notrufnummer 1930 oder das offizielle Webportal cybercrime.gov.in. Eine frühzeitige Meldung sei entscheidend, um die Finanzströme der Angreifer zu unterbrechen und weitere Nutzer zu schützen.

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