Wiesbaden-Nordenstadt: Workshop zur Blutzuckerkontrolle am 22. Oktober
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachbeitrÀge und praxisnahe Schulungsangebote widmen sich verstÀrkt der sachgerechten Nutzung von BlutzuckermessgerÀten. Ziel dieser Anleitungen ist es, Messfehler durch falsche Handhabung oder ungeeignete Umgebungsbedingungen zu reduzieren, wobei Àltere Patienten im besonderen Fokus stehen.
Neben Fachpublikationen greifen auch lokale Informationsangebote wie ein fĂŒr den 22. Oktober 2026 im Haus der Vereine in Wiesbaden-Nordenstadt geplanter Workshop des Volksbildungswerks die Blutzuckerkontrolle im Alltag auf. Dort vermitteln ein Dozent der AOK und ein Heilpraktiker praktische Hinweise zur ErnĂ€hrung und zur Vermeidung von Blutzuckerspitzen.
SorgfÀltige Vorbereitung und standardisierte Probenentnahme
Fachberichte betonen, dass Fehlerquellen bereits vor dem eigentlichen Messvorgang beginnen können. Vor der Anwendung sollten die GerĂ€tefunktion sowie die Teststreifen auf Haltbarkeit und den passenden Code geprĂŒft werden.
Die HĂ€nde sind vorab mit warmem Wasser und Seife zu waschen und die Finger sanft zu massieren. Erfolgt eine Desinfektion mit 75-prozentigem Alkohol, muss dieser vor dem Einstich vollstĂ€ndig verflĂŒchtigen, um VerfĂ€lschungen zu vermeiden. Die Stechhilfe sollte an die individuelle Hautdicke angepasst werden.
FĂŒr die Blutentnahme wird empfohlen, an den Seiten der Fingerbeere einzustechen, da dies schmerzĂ€rmer ist und eine ausreichende Blutmenge gewĂ€hrleistet. Zu starkes DrĂŒcken oder Quetschen ist zu vermeiden, da austretende GewebsflĂŒssigkeit das Messergebnis verfĂ€lschen kann.
Bei GerÀten, die auf Tropfen basieren, darf zudem kein zweiter Tropfen nachgegeben werden. Nach der Entnahme wird die Einstichstelle zehn Sekunden lang mit einem Tupfer komprimiert, der Messwert dokumentiert und die Lanzette in einem SicherheitsbehÀlter entsorgt.
Technische Spezifikationen und GerÀteeigenschaften
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FĂŒr die VerlĂ€sslichkeit der Eigenmessung definieren Normen feste Rahmenbedingungen. HochprĂ€zisions-BlutglukosemessgerĂ€te mĂŒssen die Norm ISO 15197:2013 erfĂŒllen. Diese schreibt vor, dass bei Glukosewerten ab 5,6 mmol/l mindestens 95 Prozent der Ergebnisse innerhalb einer Abweichung von plus/minus 15 Prozent liegen mĂŒssen; bei Werten unter 5,6 mmol/l gilt eine Toleranz von plus/minus 0,83 mmol/l. Die Antwortzeit muss unter 8 Sekunden liegen, bei Betriebstemperaturen von 5 bis 40 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchte von 10 bis 90 Prozent ohne Kondensation. FĂŒr die halbjĂ€hrliche Kalibrierung sind Kontrolllösungen mit 5,0 und 15,0 mmol/l vorgesehen.
Bei Modellen wie den Roche-GerÀten Accu-Chek Active, Advantage, Performa und Integra liegt der Messbereich zwischen 10 und 600 mg/dl bei einer Messzeit von 5 Sekunden und einem Blutvolumen von 1 bis 2 Mikrolitern.
Diese GerĂ€te arbeiten in einem Temperaturbereich von 10 bis 40 Grad Celsius und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit unter 85 Prozent. Sie eignen sich fĂŒr kapillĂ€res, venöses, arterielles sowie Neugeborenenblut und verfĂŒgen ĂŒber Kontrolllösungen von 2,7 und 8,3 mmol/l sowie Speicher fĂŒr 200 Ergebnisse mit 7- und 14-Tage-Mittelwerten.
Bei GerĂ€ten wie dem Abbott FreeStyle Lite schaltet sich das System nach EinfĂŒhren des Streifens automatisch ein. Der Streifen wird im 45-Grad-Winkel an den Tropfen gefĂŒhrt, woraufhin nach einem Signalton die Messung startet und nach 7 Sekunden zwei Signaltöne das Resultat anzeigen.
Messschemata und Abgrenzung zu CGM-Systemen
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Fachberichte listen fĂŒr Glukometer wie das FreeStyle zwei strukturierte Rhythmen auf: ein 5-Punkt-Schema (nĂŒchtern, zwei Stunden nach jeder Mahlzeit sowie vor dem Schlafengehen) und ein erweitertes 7-Punkt-Schema (jeweils vor und zwei Stunden nach jeder Mahlzeit sowie vor dem Schlafen oder nachts). Bei instabiler Stoffwechsellage oder akuten Erkrankungen werden tĂ€glich sieben Messungen angeraten, bis wieder stabile Werte vorliegen.
Im Vergleich zu Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), die Glukosewerte in der GewebsflĂŒssigkeit erfassen und Trends mit Hunderten Datenpunkten tĂ€glich aufzeigen, gilt der kapillĂ€re Fingerstich als Vollblut-Goldstandard. Bei schnellen Glukoseschwankungen nach Sport oder Mahlzeiten zeigt CGM eine physiologische Verzögerung von 10 bis 20 Minuten.
Bei Verdacht auf Unterzuckerung bleibt der Fingerstich daher maĂgeblich und dient zugleich als Referenzwert zur Kalibrierung und Anpassung der Therapie. Ălteren Patienten wird zudem geraten, neben der Dokumentation von Messwerten, Mahlzeiten und AktivitĂ€ten auf mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche sowie regelmĂ€Ăige Blutdruck- und Blutfettkontrollen zu achten.
