WiFi-Sensing, KIT

WiFi-Sensing: KIT entwickelt Identifikation durch Wände hindurch

Veröffentlicht: 29.06.2026 um 12:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Technologie BFId des KIT erkennt Personen anhand ihrer individuellen Auswirkung auf WLAN-Signale, selbst durch Hindernisse hindurch.

KIT-Forscher: Personenidentifikation per WLAN-Signal durch Wände
Abstrakte Darstellung von WiFi-Signalen, die durch eine Wand dringen und eine schemenhafte menschliche Silhouette dahinter erkennen lassen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, das Menschen allein durch vorhandene WiFi-Signale identifiziert. Die Technologie namens BFId ermöglicht Überwachung durch Wände hindurch – ohne Kameras oder Zusatzhardware.

Wie der Körper zum Fingerabdruck wird

Das System nutzt eine simple physikalische Tatsache: Der menschliche Körper schwächt Funkwellen ab. Forscher analysieren die Veränderungen in Signalstärke und Wellenstreuung, die entstehen, wenn sich jemand im Bereich eines WLAN-Netzwerks aufhält.

Seit Ende 2025 können die Karlsruher Personen nicht nur lokalisieren, sondern auch individuell identifizieren. Jeder Mensch beeinflusst die Signale anders – wie ein persönlicher Fingerabdruck.

Das Verfahren braucht keine speziellen Endgeräte. Es greift auf bestehende Router und vernetzte Geräte zurück. Die Auswertung läuft über die ohnehin stattfindende Kommunikation zwischen ihnen.

Smart Home, Sicherheit – und massive Risiken

Branchenexperten sehen vielfältige Einsatzmöglichkeiten für das sogenannte WiFi-Sensing. Im Smart Home könnte die Heizung automatisch auf bestimmte Bewohner reagieren. Sicherheitsdienste könnten Gebäude überwachen. Und in der Pflege wäre eine Sturzerkennung möglich – ohne Kameras, die die Privatsphäre verletzen.

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Doch genau diese Unsichtbarkeit wird zum Problem. Die Identifizierung funktioniert unbemerkt durch Wände hindurch. Betroffene haben keine Chance zu erkennen, ob ihre Bewegungen erfasst werden.

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Die Technologie steckt noch in der Entwicklung. Aber die Ergebnisse zeigen bereits jetzt: In einer zunehmend vernetzten Welt wird der Schutz der Privatsphäre zur Herausforderung.

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