Willow-Chip, Googles

Willow-Chip: Googles Quantenprozessor löst Billionen-Jahre-Aufgaben in fĂŒnf Minuten

07.06.2026 - 08:33:57 | boerse-global.de

King's College London nutzt Googles Willow-Chip fĂŒr Forschung an Solarzellen und Medikamenten. Microsoft und IBM arbeiten an fehlertoleranten Quantensystemen bis 2029.

King's College London erhÀlt Zugang zu Googles Willow-Quantenchip
Willow-Chip - Close-up of a futuristic quantum processor glowing with blue light, illustrating complex circuitry and abstract quantum principles. 07.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Partnerschaft soll die Forschung an erneuerbaren Energien und die Entwicklung neuer Medikamente revolutionieren.

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Quantensprung fĂŒr die Forschung

Googles Willow-Chip, erstmals Ende 2024 vorgestellt, löst Rechenaufgaben in fĂŒnf Minuten, fĂŒr die heutige Supercomputer Billionen von Jahren brĂ€uchten. Möglich wird dies durch die Prinzipien der Quantenmechanik – Superposition und VerschrĂ€nkung.

Die Forscher in London wollen die Rechenleistung nutzen, um Solarzellen effizienter zu machen und die Wirkstoffsuche zu beschleunigen. Der akademische Meilenstein folgt auf ein milliardenschweres Bekenntnis der britischen Regierung: Rund 2,3 Milliarden Euro fließen in Quantenforschungsinitiativen.

Doch der Chip hat eine Achillesferse: Er benötigt extrem tiefe Temperaturen. Das erschwert den breiten Einsatz und stellt hohe Anforderungen an die Infrastruktur.

Wettlauf um fehlertolerante Systeme

Die Branche erlebt derzeit einen Wettlauf um zuverlĂ€ssige Quantencomputer. Anfang Juni 2026 prĂ€sentierte Microsoft seinen Majorana-2-Chip mit topologischen Qubits. Die mittlere KohĂ€renzzeit von 20 Sekunden bedeutet eine tausendfache Verbesserung gegenĂŒber frĂŒheren Versionen. Microsoft peilt nun einen skalierbaren, fehlertoleranten Quantencomputer bis 2029 an.

IBM hat ĂŒber zehn Milliarden Euro in die Quantenforschung investiert und betreibt weltweit mehr als 90 Quantensysteme. Der Konzern arbeitet am fehlertoleranten Computer „Starling“, der ebenfalls 2029 erscheinen soll. Ein neuer Decoder reduziert den Aufwand fĂŒr die Fehlerkorrektur um das FĂŒnf- bis Zehnfache.

Auch QuEra Computing und das Los-Alamos-Nationallabor stellten im Juni eine neue Architektur vor. Sie ermöglicht rund eine Million zuverlĂ€ssige logische Operationen – bei 250-fach höherer Geschwindigkeit und 20- bis 40-fach geringeren Kosten.

Sicherheitsrisiken und neue AnsÀtze

Die Fortschritte wecken auch Sorgen. Chinesische Forscher zeigten, dass ein System mit 1000 Qubits moderne VerschlĂŒsselung in Sekunden knacken kann – klassische Rechner brĂ€uchten dafĂŒr Milliarden Jahre. Die NSA treibt deshalb die Entwicklung quantenresistenter Kryptografie voran.

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Gleichzeitig entstehen neue Methoden, um Quantenprozessoren effizienter zu steuern. Forscher aus Singapur und China entwickelten digitale Zwillinge von Quantenchips, die den Messaufwand um ĂŒber 99,97 Prozent reduzieren.

Ein Team der Monash University prĂ€sentierte im Mai 2026 einen photonischen Chip, der bei Raumtemperatur arbeitet und Bilder parallel ĂŒbertragen kann. Und Wissenschaftler der Zhejiang University verbesserten den Quanten-RAM: Ihre Bauweise reduziert die Schaltungstiefe um 30 Prozent und löst damit ein zentrales Datenproblem.

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