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Windows 10: 1.903 Sicherheitslücken – dreimal mehr als Windows 11

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fast 17 Prozent aller Windows-Geräte nutzen noch Windows 10 und weisen dreimal mehr Schwachstellen auf als Windows-11-Systeme.

Windows 10: Millionen Rechner mit 1.900 Sicherheitslücken gefährdet
Digitales Vorhängeschloss leuchtet rot über verpixeltem Windows 10-Logo, symbolisiert Sicherheitsrisiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fast 17 Prozent aller Windows-Geräte laufen noch mit dem veralteten Betriebssystem – und haben dreimal so viele Sicherheitslücken wie Windows 11.

Aktuelle Daten vom Juli 2026 zeigen ein alarmierendes Bild: Während Windows 11 inzwischen auf 78,8 Prozent der überwachten Geräte läuft, sind noch immer 16,9 Prozent der Systeme mit Windows 10 unterwegs. Die Folge: Diese Rechner tragen im Schnitt 1.903 aktive Sicherheitslücken – fast dreimal so viele wie ein durchschnittliches Windows-11-System mit 652 Schwachstellen.

Rund zwei Drittel dieser Lücken gelten als hoch oder kritisch. 2,4 Prozent werden derzeit aktiv von Angreifern ausgenutzt.

Besonders betroffen: Mittelstand und Gesundheitswesen

Die Risiken konzentrieren sich auf bestimmte Branchen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) liegen mit 21,4 Prozent über dem Durchschnitt. Spitzenreiter ist das Gesundheits- und Pharmawesen mit 23 Prozent, dicht gefolgt von Handel und Konsumgüterindustrie mit 22,7 Prozent.

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Doch nicht alle Unternehmen können einfach umsteigen. Rund 2,8 Prozent der Windows-10-Systeme erfüllen die Hardware-Anforderungen für Windows 11 nicht. Insgesamt sind 40,9 Prozent aller Windows-Geräte entweder bereits ohne Support oder kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer.

Die Schutzmaßnahmen sind dürftig: Nur etwa 14 Prozent der betroffenen Systeme nutzen Microsofts kostenpflichtige Extended Security Updates (ESU). Branchenweite Untersuchungen zeigen zudem, dass 33 Prozent aller IT-Assets mindestens eine kritische Sicherheitskontrolle vermissen lassen. 19 Prozent haben das Support-Ende bereits erreicht.

Update-Infrastruktur unter Druck

Die Verwaltung der Alt-Systeme wird zunehmend schwieriger. Seit dem 13. Juli 2026 kämpft Microsofts Update-Dienst WSUS (Windows Server Update Services) mit schweren Synchronisationsproblemen. Ursache ist ein Überlauf an Metadaten.

Microsoft lieferte am 18. Juli eine Notlösung für Neuinstallationen aus. Bestehende Server blieben jedoch betroffen, während der Konzern an einem dauerhaften Fix arbeitet. Der Zeitpunkt könnte kaum ungünstiger sein: Der Patch-Day am 14. Juli 2026 adressierte mit 570 Schwachstellen einen Rekordwert – darunter 60 kritische Lücken und drei Zero-Day-Exploits. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum 2025 waren es lediglich 137 Lücken.

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Auch der Software-Support für Windows 10 schrumpft. Die OneDrive-Sync-App wird ab dem 15. August 2026 keine Sicherheitsupdates mehr für Windows 10 Version 21H2 und älter erhalten. Nutzer müssen auf Version 22H2 upgraden, um bis Oktober 2028 geschützt zu bleiben – oder auf die Browser-Version ausweichen.

Zeitplan und Gegenmaßnahmen

Microsoft hat klare Fristen gesetzt: Für Privatanwender läuft der erweiterte Support (ESU) bis zum 12. Oktober 2027. Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ist der kostenlose Support noch bis zum 14. Oktober 2026 verfügbar.

Als Antwort auf die wachsende Bedrohungslage hat Microsoft „Project Perception" vorgestellt – eine KI-gestützte Sicherheitsplattform. Hintergrund sind auch Warnungen von Geheimdiensten wie dem australischen Signals Directorate vor staatlich gesteuerten Angriffen auf kritische Infrastrukturen.

Die traurige Wahrheit: Die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen bekannte Schwachstellen aus. Bei den zehn am häufigsten ausgenutzten Lücken der letzten Monate existierten in jedem Fall bereits Patches – sie wurden nur nicht eingespielt. Hinzu kommen neue Angriffstechniken wie der Windows-Bind-Link-Missbrauch, der lokalen Administratoren erlaubt, Sicherheitskontrollen wie AppLocker und Sysmon zu umgehen.

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