Windows 10: 16,9% der PCs laufen noch mit veralteter Software
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 14:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trotz offiziellem Support-Ende läuft auf fast jedem sechsten Windows-PC noch das veraltete System – mit gravierenden Sicherheitslücken.
Mehr als ein halbes Jahr nach dem Ende des Supports bleibt Windows 10 ein massives Sicherheitsproblem. Neue Daten vom Juli 2026 zeigen: 16,9 Prozent aller Windows-Geräte laufen noch mit dem Legacy-Betriebssystem. Zum Vergleich: Windows 11 hat inzwischen einen Marktanteil von 78,8 Prozent erreicht. Für Unternehmen und Privatnutzer bedeutet das eine wachsende Angriffsfläche – denn jeder nicht gepatchte Rechner ist ein potenzielles Einfallstor.
Dreimal so viele Sicherheitslücken wie unter Windows 11
Die Zahlen sind alarmierend: Windows-10-Systeme weisen im Durchschnitt 1.903 bekannte Sicherheitslücken (CVEs) auf – fast dreimal so viele wie Windows 11 mit 652 Schwachstellen. Zwei Drittel dieser Lücken gelten als hochriskant oder kritisch, 2,4 Prozent werden bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt.
Besonders brisant: Rund 40,9 Prozent aller Windows-Geräte gelten inzwischen als nicht mehr unterstützt oder stehen kurz davor. Darunter befinden sich 2,8 Prozent der Windows-10-Rechner, die technisch nicht auf Windows 11 upgraden können – etwa wegen fehlender Hardware-Voraussetzungen wie dem TPM-2.0-Chip.
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Microsoft verlängert Notfall-Updates – mit Einschränkungen
Angesichts der hohen Nutzerzahlen hat Microsoft reagiert. Der Konzern verlängerte das kostenpflichtige Extended Security Update (ESU)-Programm für Verbraucher bis zum 12. Oktober 2027. Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum gibt es die Sicherheitsupdates sogar bis zum 14. Oktober 2026 kostenlos.
Die Abhängigkeit von Windows 10 variiert stark nach Unternehmensgröße. Während bei großen Konzernen 16,6 Prozent der Rechner noch das alte System nutzen, sind es bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) 21,4 Prozent. Diese Firmen stehen vor einem doppelten Problem: Seit dem 13. Juli 2026 gibt es Synchronisationsprobleme mit dem Windows Server Update Services (WSUS), die erst seit dem 18. Juli behoben werden.
KI-gestützte Sicherheitsoffensive
Microsoft hat das Tempo bei Sicherheitsupdates massiv erhöht. Der Patch-Day am 14. Juli 2026 schloss 570 Schwachstellen – insgesamt wurden im ersten Halbjahr 1.308 Lücken gestopft, fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum (680).
Dahinter steckt das KI-System MDASH, das allein im aktuellen Update-Zyklus 16 kritische Remote-Code-Execution-Lücken identifizierte. Es ist Teil der neuen Sicherheitsplattform Project Perception, die Microsoft noch im Juli 2026 starten will. Die Plattform kombiniert Modelle mehrerer KI-Anbieter, um Schwachstellen effizienter zu finden als herkömmliche Verfahren.
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Angreifer setzen auf Identitätsdiebstahl
Doch Software-Lücken sind nicht mehr die einzige Gefahr. Ein aktueller Sophos-Bericht zeigt einen grundlegenden Wandel der Angriffsstrategien: Im ersten Quartal 2026 haben Identitätsangriffe klassische Sicherheitslücken als Haupteinfallstor für Ransomware abgelöst. 79 Prozent aller Erpressungsangriffe starten inzwischen mit gestohlenen Zugangsdaten.
Die Botschaft ist klar: Wer sein System nicht updaten kann, muss zumindest den Zugangsschutz massiv verstärken. Denn die Zeiten, in denen ein veraltetes Betriebssystem nur ein theoretisches Risiko war, sind endgültig vorbei.
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