Windows 10: China zieht angepasste Version sofort ab statt 2027
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chinas Ministerium für Staatssicherheit hat staatlich verbundene Einrichtungen angewiesen, eine speziell angepasste Windows-10-Version umgehend zu deinstallieren – deutlich früher als ursprünglich vorgesehen.
Die Software war vom Gemeinschaftsunternehmen CMIT entwickelt worden, das Microsoft gemeinsam mit dem chinesischen Elektronikkonzern CETC betreibt. Ursprünglich sollte die Version erst im Februar 2027 abgelöst werden, nun wurde die Frist auf den 18. August 2026 vorgezogen.
Ungenannte Sicherheitsbedenken als Begründung
Als Begründung für den beschleunigten Rückzug nannte das Ministerium Bedenken zur Datensicherheit, ohne diese näher zu spezifizieren. Microsoft erklärte seinerseits, es habe keinen Sicherheitsvorfall gegeben. Die Anordnung richtet sich an staatliche Stellen, staatsnahe Einrichtungen sowie staatliche Unternehmen.
Als Migrationsherausforderungen gelten Berichten zufolge vor allem die Anwendungskompatibilität, die Hardware-Unterstützung sowie die notwendige Schulung der Nutzer.
Einheimische Alternativen im Blick
Als erwartete Ersatzsysteme gelten die einheimischen Linux-Distributionen Kylin und Unity von Tongxin Software. Daneben werden auch Huawei HarmonyOS NEXT sowie weitere Linux-basierte Alternativen als Ersatz genannt. Zudem gibt es Berichte über Verbote von Intel- und AMD-Chips in staatlichen PCs, was die Umstellung über die Software hinaus auf die Hardware-Ebene ausweiten würde.
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Parallel dazu wird die persönliche Version von Microsoft Teams in Festlandchina ab dem 18. August 2026 eingestellt; betroffene Nutzer können demnach zu anderen Cloud-Kollaborationsdiensten migrieren.
Kursgewinne bei chinesischen Software-Anbietern
An den Börsen reagierten Investoren umgehend auf die Ankündigung: Die Aktie von Hunan Kylinsec stieg um 20 Prozent, Archermind ebenfalls um 20 Prozent, während China National Software um 10 Prozent zulegte.
Begrenzte Bedeutung für Microsofts Gesamtgeschäft
Für Microsoft selbst dürfte der Vorgang finanziell überschaubar bleiben: Der chinesische Markt macht laut Angaben rund 1,5 Prozent des globalen Umsatzes des Konzerns aus. Der US-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren ohnehin zunehmend aus China zurückgezogen und binnen fünf Jahren mindestens 15 Niederlassungen beziehungsweise Gemeinschaftsunternehmen dort geschlossen.
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Bereits 2023 hatte Microsoft einen weitergehenden Rückzug aus dem chinesischen Markt erwogen, blieb dann aber wegen der Nachfrage nach seinem Cloud-Dienst Azure und wegen des Zugangs zu Fachkräften. Der chinesische Kurzvideo-Konzern ByteDance plant Berichten zufolge, mehr als 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr für Microsoft-KI- und Cloud-Dienste auszugeben.
Die Microsoft-Aktie selbst zeigte sich von der Entwicklung in China zuletzt unbeeindruckt: Seit den Quartalsergebnissen vom 29. Juli ist der Kurs um 23 Prozent gestiegen.
