Windows 11: Microsoft entfernt WMIC-Tool gegen Ransomware
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 07:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat im Rahmen seiner jĂŒngsten Aktualisierungen fĂŒr Windows 11 tiefgreifende Ănderungen an der Systemsicherheit vorgenommen. Im Zentrum steht die vollstĂ€ndige Entfernung des Kommandozeilen-Tools Windows Management Instrumentation Command-line (WMIC) sowie die AnkĂŒndigung strengerer Anforderungen an die Treiber-IntegritĂ€t. Ziel dieser MaĂnahmen ist es, gĂ€ngige Angriffsvektoren fĂŒr Ransomware zu schlieĂen und die StabilitĂ€t des Betriebssystemkerns zu erhöhen.
Sicherheitsrisiko WMIC: Ende einer Ăra
Mit dem aktuellen Windows-11-Update-Patch KB5124008 wird WMIC ab dem Build 26200.9445 vollstĂ€ndig aus dem Betriebssystem entfernt. Das Tool steht kĂŒnftig auch nicht mehr als On-Demand-Funktion zur VerfĂŒgung. Microsoft reagiert damit auf die anhaltende missbrĂ€uchliche Verwendung des Werkzeugs durch Cyberkriminelle.
Berichten zufolge nutzten Ransomware-Varianten wie TeslaCrypt 4.1b, WannaCry, Serpent, WhiteRose, Zenis und Saturn das Tool gezielt, um Schattenkopien von Dateien zu löschen und so eine Wiederherstellung verschlĂŒsselter Daten zu verhindern.
Bereits im Jahr 2021 wurde dokumentiert, dass die DeroHE-Ransomware WMIC einsetzte, um Ausnahmeregeln im Windows Defender hinzuzufĂŒgen. Die Abkehr von WMIC ist kein plötzlicher Schritt; Microsoft hatte die Einstellung des Dienstes bereits im Mai 2021 fĂŒr Windows 10 angekĂŒndigt. Das Unternehmen warnt nun davor, das Tool manuell wiederherzustellen, und empfiehlt Anwendern sowie Administratoren dringend die Migration auf offizielle Alternativen.
Automatisierte SpeicherintegritÀt ab Oktober
Parallel zur Entfernung veralteter Tools plant Microsoft fĂŒr den 13. Oktober 2026 eine VerschĂ€rfung der Hardware-Sicherheit. Ăber einen sogenannten âPatch Tuesdayâ soll die Funktion âMemory Integrityâ (SpeicherintegritĂ€t) automatisch auf einer gröĂeren Anzahl von Windows-11-Systemen aktiviert werden. Dies betrifft sowohl Neuinstallationen als auch Upgrades von Windows 10.
Diese Sicherheitsfunktion blockiert inkompatible Kernel-Treiber, was jedoch zu Herausforderungen bei der Hardware-KompatibilitĂ€t fĂŒhren kann. Experten weisen darauf hin, dass Ă€ltere USB-PeripheriegerĂ€te, wie etwa Webcams von Logitech oder bestimmte Audio-Interfaces, nach der Umstellung funktionsunfĂ€hig werden könnten.
Windows 11 macht Probleme? Diese 5 Fehler können Sie ab sofort selbst beheben. Kein IT-Techniker nötig â ein kostenloser Report zeigt, wie Sie Update-Fehler, Druckerprobleme und mehr in Minuten selbst lösen. Kostenlosen Erste-Hilfe-Report fĂŒr Windows 11 herunterladen
Auch Software-Tools wie Intel XTU sind potenziell betroffen. In seltenen FĂ€llen könne die Aktivierung zu Startfehlern oder SystemabstĂŒrzen fĂŒhren. Bestehende Nutzereinstellungen sollen laut Microsoft beim schrittweisen Rollout jedoch unberĂŒhrt bleiben.
Komplikationen durch September-Updates
Trotz der Sicherheitsgewinne berichten Nutzer von technischen Problemen im Zusammenhang mit dem Sicherheitsupdate KB5124008 vom 8. September 2026. So fĂŒhrt der Patch zu Fehlern bei GerĂ€ten der USB-Audio-Class 1.0 unter den Windows-11-Versionen 24H2, 25H2 und 26H1. Betroffene Hardware meldet den Fehlercode 10 und gibt keinen Ton aus.
Besonders Systeme mit 8-Kanal- oder 3D-Audio-Konfigurationen scheinen betroffen zu sein. Ein offizieller Fix befindet sich in Arbeit; als vorĂŒbergehende Lösung wird der Wechsel in den 2-Kanal-Modus genannt.
ZusÀtzlich wurden InstabilitÀten bei Always-On-VPN-Verbindungen gemeldet, die eine Zertifikatsauthentifizierung nutzen. Betroffen sind hierbei Konfigurationen mit Windows Server 2019 und RRAS/NPS. Administratoren wird empfohlen, den Rollout via WSUS oder Intune vorerst zu pausieren.
Wer technische HĂŒrden am PC lieber ohne teure Fachhilfe bewĂ€ltigt, profitiert von den Praxistipps erfahrener IT-Profis. Dieser Gratis-Guide bietet schnelle Lösungen fĂŒr typische Systemfehler, damit Ihr Rechner stabil und zuverlĂ€ssig lĂ€uft. Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitungen jetzt gratis sichern
Hardware-spezifische InstabilitÀten bei AMD
Anwender mit spezifischer AMD-Hardware berichten nach der Installation der September-Updates ebenfalls ĂŒber SysteminstabilitĂ€ten. Betroffen sind Kombinationen aus Radeon RX 7800 XT-Grafikkarten mit Ryzen 7 7800X3D-Prozessoren sowie die leistungsstĂ€rkeren Varianten RX 7900 XTX und Ryzen 9 7900X3D.
FehlereintrĂ€ge in den Systemprotokollen verweisen hĂ€ufig auf die Datei amdxx64.dll. Herkömmliche Reparaturversuche ĂŒber SFC oder die Neuinstallation von Treibern brachten bisher keinen Erfolg. Eine Deaktivierung der AMD-Audiotreiber konnte in einigen FĂ€llen die SystemstabilitĂ€t verbessern.
Rekordzahl an Sicherheitsfixes und funktionale Neuerungen
Ungeachtet der technischen HĂŒrden umfasst das September-Update ein Rekordvolumen von 995 Sicherheitsfixes, darunter 121 als kritisch eingestufte Schwachstellen. Besonders relevant sind zwei Zero-Day-LĂŒcken: CVE-2026-81963, die eine Rechteausweitung im Windows-Update-Prozess ermöglichte, und CVE-2026-85880 innerhalb der ALPC-Schnittstelle, die bereits aktiv fĂŒr Angriffe ausgenutzt wurde.
Neben Sicherheitsaspekten fĂŒhrt das Update funktionale Anpassungen ein. Nutzer erhalten mehr FlexibilitĂ€t bei der Gestaltung der BenutzeroberflĂ€che; so kann die Taskleiste nun an allen vier Bildschirmseiten positioniert werden. Zudem wurden Optionen zur GröĂe und Ausrichtung des StartmenĂŒs sowie eine schlankere Suchfunktion integriert.
