Windows 11: Microsoft ermöglicht Deinstallation von KI-Komponenten
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 17:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer aktuellen Entwicklungsphase von Windows 11 bereitet Microsoft offenbar die Möglichkeit vor, tief im System verankerte KI-Funktionen optional zu machen. In der experimentellen Vorschauversion Build 26300.8553 wurde eine versteckte Einstellungsoption entdeckt, die es Anwendern erlaubt, spezifische KI-Komponenten vom System zu entfernen.
Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass der Softwarekonzern auf den steigenden Speicherplatzbedarf durch lokale Sprachmodelle reagiert und Nutzern mehr Kontrolle über die Systemressourcen einräumen möchte.
Freigabe von Speicherplatz durch Entfernung von Phi Silica
Das Hauptaugenmerk der neu entdeckten Deinstallationsroutine liegt auf dem sogenannten Phi Silica Modell. Hierbei handelt es sich um ein lokales Sprachmodell, das für verschiedene KI-gestützte Funktionen innerhalb des Betriebssystems zuständig ist.
Den vorliegenden Informationen aus Mitte August zufolge nimmt dieses Modell einen erheblichen Teil der Systemressourcen in Anspruch. Allein das Phi Silica Modell belegt demnach etwa 2,59 GB an Speicherplatz auf dem Datenträger.
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Durch die Nutzung der versteckten Option in den Systemeinstellungen können Nutzer diese Komponenten gezielt löschen. Dies führt dazu, dass insgesamt über 2,5 GB Festplattenspeicher freigegeben werden.
Für professionelle Anwender und IT-Abteilungen, die Systemabbilder schlank halten müssen oder auf Geräten mit begrenzter Speicherkapazität arbeiten, stellt dies eine relevante Neuerung dar. Bisher galten viele der neuen KI-Features als integraler und dauerhafter Bestandteil der neuesten Windows-Iterationen, ohne dass eine einfache Entfernung vorgesehen war.
Kontext der Hardware-Anforderungen für Copilot+ PCs
Die Einführung solcher Optionen steht in direktem Zusammenhang mit den hohen Hardware-Spezifikationen, die Microsoft für die neue Geräteklasse der sogenannten Copilot+ PCs definiert hat. Um die flüssige Ausführung lokaler KI-Aufgaben und die Integration von Modellen wie Phi Silica zu gewährleisten, gelten für diese zertifizierten Systeme strikte Mindestanforderungen.
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Ein entsprechender Computer muss zwingend über mindestens 16 GB Arbeitsspeicher verfügen. Zudem ist eine Festplatte mit einer Kapazität von wenigstens 256 GB vorgeschrieben. Ein zentrales technologisches Kriterium ist die Integration einer spezialisierten Neural Processing Unit (NPU), die eine Rechenleistung von mindestens 40 TOPS (Trillions of Operations per Second) erbringen muss.
Dass Microsoft in der Build-Version 26300.8553 nun eine Möglichkeit zur Deinstallation testet, könnte als Maßnahme gewertet werden, um die Flexibilität des Betriebssystems auf unterschiedlicher Hardware zu erhöhen. Nutzer, die Ressourcen für andere Anwendungen priorisieren wollen oder die KI-Funktionen im Arbeitsalltag nicht benötigen, erhielten damit ein Werkzeug zur Systemoptimierung.
Aktuell ist die Funktion jedoch als experimentell eingestuft und befindet sich noch in einer versteckten Phase innerhalb des Vorschau-Kanals. Ob und in welchem Umfang diese Option in künftige stabile Versionen von Windows 11 übernommen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt.
