Windows 11: Microsoft schließt Rekord-570 Sicherheitslücken
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 10:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Update kommt nach einem Rekord-Patch-Tuesday.
Microsoft hat heute eine aktualisierte Version seines MediaCreationTool (MCT) veröffentlicht. Die Version 10.0.26100.7019 unterstützt die aktuellen Windows-11-25H2-Builds und ermöglicht Nutzern den Download sowie die Erstellung bootbarer USB-Medien für Build 26200.8873. Das Tool integriert die umfangreichen Sicherheitsupdates, die Microsoft Anfang der Woche ausgerollt hatte.
Rekordverdächtiges Patch-Update
Der Juli-Patch-Tuesday 2026 ging als einer der größten in die Geschichte des Betriebssystems ein. Microsoft schloss insgesamt 570 Sicherheitslücken – ein Anstieg von 316 Prozent im Vergleich zum Juli 2025. Branchenberichten zufolge könnte die tatsächliche Zahl der behobenen Schwachstellen sogar bei 621 liegen.
Besonders brisant: Die Aktualisierung enthielt Korrekturen für drei Zero-Day-Lücken, von denen zwei aktiv ausgenutzt wurden. Betroffen waren ein Fehler in den Active Directory Federation Services (AD FS, CVE-2026-56155) sowie eine SharePoint-Sicherheitslücke (CVE-2026-56164). Zudem schloss Microsoft eine öffentlich bekannte BitLocker-Umgehung (CVE-2026-50661). Eine kritische Hyper-V-Escape-Schwachstelle (CVE-2026-57092) mit einem CVSS-Score von 9,9 wurde ebenfalls behoben. Microsofts KI-gesteuertes System MDASH half bei der Erkennung und Analyse dieser Sicherheitslücken.
Ein wesentlicher Teil des Updates betraf einen zehn Jahre alten Secure-Boot-Umgehungsfehler. Durch den Widerruf von elf UEFI-Shim-Bootloadern in der DBX adressierte Microsoft die Schwachstellen CVE-2026-8863 und CVE-2026-10797. Dies betrifft ältere Linux-Wiederherstellungsmedien und Diagnosetools – Administratoren müssen ihre offline bootbaren Ressourcen möglicherweise aktualisieren.
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Neue Systemwiederherstellung: Point-in-Time Restore
Seit dem 15. Juli 2026 erhalten Nutzer von Windows 11 Version 24H2 und 25H2 das Update KB5101650. Es führt eine neue Systemwiederherstellungsfunktion namens Point-in-Time Restore (PITR) ein. Die Funktion fungiert als „Rückgängig-Button“ für das gesamte Betriebssystem und erstellt alle vier bis 24 Stunden System-Snapshots.
Diese Momentaufnahmen bleiben 72 Stunden lang erhalten und können Anwendungen, Einstellungen sowie lokale Dateien auf einen früheren Zustand zurücksetzen. Voraussetzung: Die Betriebssystempartition muss mindestens 200 GB groß sein. Für die Snapshot-Daten können bis zu 50 GB Speicherplatz genutzt werden.
Verbesserte Benutzeroberfläche und Stabilität
Neben Sicherheits- und Wiederherstellungsfunktionen bringt das Juli-Update mehrere Qualitätsverbesserungen mit sich, die Ablenkungen reduzieren sollen. Microsoft hat das Verhalten der Widgets geändert: Sie öffnen sich nicht mehr automatisch, wenn der Nutzer mit der Maus über das Taskbar-Symbol fährt. Der News-Feed wurde von anderen Widgets getrennt und ist nun standardmäßig stummgeschaltet.
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Weitere Neuerungen im Überblick:
- Update-Verwaltung: Nutzer können Windows-Updates per Kalenderauswahl für bis zu 35 Tage pausieren
- Suche: Die Bing-Suche im Startmenü wurde weniger aufdringlich gestaltet
- Leistung: Verbesserungen am Datei-Explorer sorgen für schnellere Startzeiten und weniger Verzögerungen
- Hardware: Verbesserte Bluetooth-Konnektivität und Fehlerbehebungen für den Capability Access Manager
Während das Update breit ausgerollt wird, hat Microsoft die installation auf bestimmten Dell-Geräten mit Intel-Prozessoren vorübergehend blockiert – Grund sind nicht näher spezifizierte Kompatibilitätsprobleme. Für alle anderen Systeme bietet das neue MediaCreationTool einen direkten Weg für Neuinstallationen oder Systemreparaturen mit Build 26200.8873, der die aktuellen kumulativen Stabilitäts- und Sicherheitsverbesserungen enthält.
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