Windows 11: Taskbar wird mobil, Ask Copilot kommt im Sommer
27.05.2026 - 16:39:31 | boerse-global.deNach jahrelangen Nutzerprotesten kehrt Microsoft zu klassischen Anpassungsmöglichkeiten zurück – und treibt parallel die KI-Integration massiv voran. Die aktuellen Updates markieren einen Wendepunkt für das Betriebssystem.
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Taskbar-Freiheit: Zurück an die Spitze
Lange mussten Windows-11-Nutzer auf externe Tools oder Registry-Hacks zurückgreifen, um die Taskbar vom unteren Bildschirmrand zu lösen. Damit ist jetzt Schluss. Mitte Mai 2026 führte Microsoft für Insider die native Option ein, die Taskbar wahlweise oben, links oder rechts zu positionieren. Ein Schritt, der besonders bei Umsteigern von Windows 10 auf große Zustimmung stößt.
Hinzu kommt der sogenannte "Compact Mode", der speziell für kleinere Bildschirme entwickelt wurde. Er maximiert die nutzbare Fläche und reduziert überflüssige Abstände. Auch das Startmenü wird flexibler: In den kommenden Wochen sollen zwei Größenoptionen bereitstehen, zudem lässt sich der Bereich "Empfohlen" ausblenden.
Diese Änderungen sind Teil des breiten Rollouts von Windows 11 Version 25H2, das per Aktivierungspaket an Home- und Pro-Nutzer ausgeliefert wird. Es dient als Brücke für Systeme, die von Version 23H2 migrieren – deren support endete bereits im November 2025. Und auch Version 24H2 läuft im Oktober 2026 aus.
Die K2-Initiative: Tempo für den Desktop
Hinter den Kulissen arbeitet Microsoft an einem grundlegenden Performance-Update: der "Windows K2"-Initiative. Am 26. Mai 2026 veröffentlichte der Konzern das Update KB5089573, das ein "Low Latency Profile" für die Desktop-Umgebung einführt.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: System-Flyouts – etwa Kalender oder Netzwerkmenü – öffnen sich bis zu 70 Prozent schneller. Auch die Startgeschwindigkeit von Apps legt um rund 40 Prozent zu. Ein spürbarer Unterschied im Alltag.
Gamer profitieren von einem neuen "Advanced Shader Delivery"-System, das die Shader-Kompilierungszeit drastisch verkürzt. In Tests mit einer Radeon RX 9070 XT sank der Aufwand um bis zu 96 Prozent. Der neue "Xbox Mode" verwandelt den Desktop zudem in eine Vollbild-Spieloberfläche – fast wie auf einer Konsole.
Für Power-User hält der Task-Manager eine Neuerung bereit: Er zeigt jetzt detailliert die Auslastung von Neural Processing Units (NPUs) an. Ein klares Signal, dass KI-Hardware in modernen PCs immer wichtiger wird.
Doch nicht alles läuft rund. Beim Sicherheitsupdate KB5089549 berichten Nutzer von Installationsfehlern mit dem Code 0x800f0922. Ursache ist offenbar ein zu voller EFI-Systempartitionsspeicher – weniger als 10 MB freier Platz führen zum Abbruch. Microsoft arbeitet an einer Lösung. Das Update sollte eigentlich bestehende Probleme beheben, bei denen die Taskbar einfriert oder der Desktop nach dem Login leer bleibt.
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Ask Copilot: Der KI-Assistent wird Teil der Taskbar
Der wohl wichtigste Schritt für die Zukunft: "Ask Copilot" wird im Sommer 2026 zum zentralen Element der Windows-11-Taskbar. Statt der klassischen Suchleiste erscheint ein interaktives KI-Eingabefeld, das natürliche Sprachbefehle versteht.
Anders als frühere Versionen ist der neue Copilot eine native WinUI-Anwendung – und verbraucht weniger als 100 MB RAM. Ein entscheidender Vorteil gegenüber den ressourcenhungrigen Web-Elementen früherer Iterationen.
Jeremy Chapman, Director bei Microsoft 365, demonstrierte kürzlich, wie das Tool Informationen direkt aus Outlook und Teams abruft und zusammenfasst. Aus Datenschutzgründen ist die Funktion standardmäßig deaktiviert – Nutzer oder Administratoren müssen sie erst freischalten.
Hinter dem Projekt steht das "Copilot Design System" unter der Leitung von John Friedman. Ziel ist es, KI nahtlos in den Arbeitsablauf zu integrieren, statt sie als separates Overlay zu behandeln. Für Business-Anwender bedeutet das: Komplexe Systemeinstellungen oder Dateisuchen lassen sich künftig per Sprachbefehl erledigen.
Sicherheits-Uhren ticken: Secure Boot läuft aus
Die aktuellen Updates kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Am 27. Juni 2026 laufen die 2011 ausgestellten Secure-Boot-Zertifikate ab. Systeme, die bis dahin keine notwendigen UEFI-Firmware-Updates und Windows-Updates erhalten haben, könnten künftige Boot-Prozess-Sicherheitspatches nicht mehr verifizieren oder installieren.
Microsoft arbeitet nach eigenen Angaben mit Dell, Lenovo und HPE zusammen, um einen reibungslosen Übergang für Privat- und Unternehmenskunden zu gewährleisten.
Parallel steigen die Preise für Microsoft 365. Ab dem 1. Juli 2026 werden Business-Basic-Abonnements rund 16 Prozent teurer. E3-Tier-Lizenzen kosten dann 39 Euro pro Nutzer und Monat. Ein neues "E7"-Premium-Angebot liegt bei 92 Euro pro Nutzer und Monat – der Preis für integrierte KI-Tools und erweiterte Sicherheitsfunktionen.
Ausblick: Was kommt als Nächstes?
Der nächste große Patch-Zyklus ist für den 9. Juni 2026 geplant. Er umfasst 26 Verbesserungen, darunter eine "Shared Audio"-Funktion, die zwei Bluetooth-LE-Geräten gleichzeitigen Audio-Empfang ermöglicht. Auch die Bildschirmlupe und der Task-Manager werden verfeinert. Zudem verbessert Microsoft die Unterstützung für diakritische Zeichen in der Schriftart Times New Roman und optimiert die Akkulaufzeit sowie die USB-Kompatibilität.
Für Unternehmen wird der Sommer 2026 zur Bewährungsprobe: Die Secure-Boot-Umstellung, die Integration von Ask Copilot und das nahende Ende der Windows-10-Extended-Security-Updates (ESU) am 13. Oktober 2026 erfordern sorgfältige Planung.
Microsoft balanciert zwischen KI-Offensive und Leistungsstabilität. Die K2-Initiative liefert die Basis, Ask Copilot die Zukunft – und die Rückkehr der Taskbar-Freiheit besänftigt die treuesten Nutzer. Ob das reicht, um Windows 11 im zunehmend KI-getriebenen Markt zu festigen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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