Windows 11: Unsichtbare GerÀte-ID lÀsst sich nicht deaktivieren
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 22:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Microsoft baut die Kontrollmechanismen in seinem Betriebssystem massiv aus. Gleich zwei Neuerungen sorgen fĂŒr Diskussionen in der IT-Branche: Die automatische Cloud-Sicherung fĂŒr GeschĂ€ftskunden und ein dauerhafter GerĂ€te-Identifikator, der sich nicht manuell deaktivieren lĂ€sst.
Automatische Cloud-Sicherung wird Standard
Mit der kommenden Version Windows 11 26H2 aktiviert Microsoft die Funktion Windows Backup standardmĂ€Ăig fĂŒr geschĂ€ftlich verwaltete PCs. Betroffen sind die Editionen Pro, Enterprise und Education. Das System lĂ€dt dann ohne explizite Zustimmung des Nutzers Einstellungen, AnwendungsprĂ€ferenzen und Store-Daten in die Cloud hoch.
Konkret synchronisiert die Funktion WLAN-Profile, StartmenĂŒ-Layouts und Dateidaten ĂŒber OneDrive. IT-Administratoren mĂŒssen nun aktiv werden: Nur ĂŒber Group Policy oder Microsoft Intune lĂ€sst sich die automatische DatenĂŒbertragung unterbinden. Wer nichts unternimmt, akzeptiert die Cloud-Synchronisation als neuen Standard.
Die unsichtbare GerĂ€te-ID â nicht abschaltbar
Brisanter ist die BestĂ€tigung eines Global Device Identifier (GDID) in Windows 11. Diese Kennung wird beim Login mit einem Microsoft-Konto vergeben und bleibt selbst nach System-Updates erhalten. Ein manueller Deaktivierungs-Schalter existiert nicht â nur eine komplette Neuinstallation entfernt den Identifikator.
Die Funktion sorgte bereits fĂŒr Schlagzeilen, als sie in Ermittlungen des FBI gegen den Hacker Peter Stokes von der Gruppe Scattered Spider zum Einsatz kam. Der GDID verknĂŒpfte verschiedene Login-Ereignisse ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinweg und half, den VerdĂ€chtigen zu identifizieren. In dem Fall ging es um eine Lösegeldforderung von 8 Millionen Euro im Mai 2025.
Wer die unsichtbare GerĂ€te-ID GDID in seinem Unternehmen unterbinden will, findet im Report die exakten Group-Policy-Pfade â plus Checkliste gegen die automatische Cloud-Synchronisation. Jetzt kostenlosen Admin-Report anfordern
Technische Experten warnen: Wer versucht, den GDID zu umgehen oder zurĂŒckzusetzen, riskiert Probleme mit der Windows-Aktivierung und den Microsoft-Store-Apps.
Sicherheitsoffensive mit Schattenseiten
Microsoft treibt parallel die interne Sicherheitsstrategie voran. Im Juli 2026 meldete der Konzern eine Erfolgsquote von 99,97 Prozent bei phishing-resistenter Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) unter den eigenen Mitarbeitern. Ziel ist die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie bis 2029.
Doch die verstĂ€rkte Konto-Bindung lockt auch Kriminelle an. Seit April 2026 fĂŒhrt die Gruppe O-UNC-066 (Codename âPink") gezielte Vishing-Angriffe auf Microsoft-Entra-Passkey-Registrierungen durch. Die TĂ€ter kontaktieren Mitarbeiter aus Gesundheitswesen, Luftfahrt und Technologiebranche und locken sie auf gefĂ€lschte Seiten, um die Passkey-Anmeldung zu kapern.
Ausblick: Ende der RĂŒckfall-Optionen
IT-Administratoren, die bereits ungewollte Cloud-Synchronisation beobachten, brauchen jetzt eine klare Anleitung zur Deaktivierung von Windows Backup â bevor sensible Firmendaten automatisch in OneDrive landen. Dieser Report liefert die Group-Policy-Schritte und zusĂ€tzliche SicherheitsmaĂnahmen gegen aktuelle Vishing-Kampagnen. Windows-Backup-Checkliste jetzt sichern
Der Support fĂŒr Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. FĂŒr Nutzer Ă€lterer Hardware gewinnen abgespeckte Windows-11-Varianten an Bedeutung, die Cloud-Sync und KI-Funktionen entfernen â genau die Features, die Microsoft derzeit priorisiert.
Weitere Einschnitte stehen unmittelbar bevor: Am 14. Juli 2026 soll ein kumulatives Update die Möglichkeit endgĂŒltig entfernen, auf die veraltete Kerberos-RC4-Authentifizierung zurĂŒckzufallen. Und seit dem 1. Juli 2026 setzt Microsoft bei Partnerprogrammen auf Marktplatz-Anreize fĂŒr Azure â ein weiterer Schritt zur Zentralisierung von Softwareverteilung und Kontenverwaltung.
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