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Windows GDID: Microsoft bestÀtigt permanente Verfolgungskennung

Veröffentlicht am: 13.07.2026 um 08:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft bestĂ€tigt nicht deaktivierbare GerĂ€te-ID. FBI nutzte GDID fĂŒr achtmonatige Verfolgung eines VerdĂ€chtigen durch vier LĂ€nder.

Windows GDID: Permanente Hardware-Kennung ermöglicht Nutzerverfolgung
Eine schattenhafte Figur interagiert mit einer digitalen OberflĂ€che mit Schloss-Symbol und Code, im Hintergrund ein subtiles globales Netzwerk. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eine kaum bekannte Funktion in Windows ermöglicht es Strafverfolgungsbehörden, Nutzer dauerhaft zu verfolgen – selbst mit VPN.

Microsoft hat die Existenz einer permanenten Hardware-Kennung eingerĂ€umt, die sich von Nutzern nicht deaktivieren lĂ€sst. Der sogenannte Global Device Identifier (GDID) wird bei der Einrichtung von Windows mit einem Microsoft-Konto vergeben und bleibt selbst dann konstant, wenn der Nutzer ein VPN verwendet oder ins Ausland reist. Die EnthĂŒllung sorgt in der deutschen Datenschutzszene fĂŒr Unruhe – vergleichbar wĂ€re der Vorgang mit einer nicht entfernbaren Seriennummer, die jedes GerĂ€t ein Leben lang begleitet.

Wie der GDID funktioniert

Der GDID wird im Windows-Registry unter dem Pfad HKCUSOFTWAREMicrosoftIdentityCRLExtendedProperties gespeichert. Anders als temporĂ€re Kennungen wie IP-Adressen ĂŒberlebt dieser Code System-Updates und wechselnde Netzwerke. Versuche, die Kennung zu löschen oder zu deaktivieren, fĂŒhren Berichten zufolge zu Problemen bei der Windows-Aktivierung und bei Apps aus dem Microsoft Store.

Die Kennung ist tief in die Kernfunktionen des Betriebssystems integriert. Ein Opt-out existiert nicht – Nutzer werden bei der Einrichtung nicht ĂŒber die Vergabe informiert.

FBI nutzte GDID fĂŒr achtmonatige Jagd

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Die praktische Bedeutung des GDID wurde durch ein FBI-Verfahren gegen die Cyberkriminellen-Gruppe Scattered Spider bekannt. Die Ermittler verwendeten eine spezifische Kennung – g:6755467234350028 – um den VerdĂ€chtigen Peter Stokes zu verfolgen.

Trotz der Nutzung von VPN-Diensten gelang es den Behörden, Stokes ĂŒber acht Monate durch vier verschiedene LĂ€nder zu verfolgen. Die Festnahme erfolgte am 10. April 2026 in Helsinki, Finnland. Der US-amerikanisch-estnische DoppelstaatsbĂŒrger erschien am 30. Juni vor einem Gericht in Chicago.

Datenschutz-Experten schlagen Alarm

Die fehlende Transparenz bei der Vergabe des GDID stĂ¶ĂŸt bei DatenschĂŒtzern auf scharfe Kritik. „Hier wird eine Überwachungsinfrastruktur geschaffen, ohne dass Nutzer eine Wahl haben", kommentierte ein Sprecher des deutschen Chaos Computer Clubs.

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Wer die Verfolgung vermeiden möchte, sollte Windows nach Möglichkeit mit einem lokalen Konto statt mit einem Microsoft-Konto einrichten. Weitere Schutzmaßnahmen umfassen das Deaktivieren optionaler Diagnosedaten, das Ausschalten personalisierter Werbe-IDs und das Löschen des AktivitĂ€tsverlaufs in den Windows-Datenschutzeinstellungen.

FĂŒr Nutzer mit besonders hohen Anforderungen an AnonymitĂ€t empfehlen Sicherheitsexperten den Einsatz alternativer Betriebssysteme oder spezialisierter Datenschutztools, die nicht auf die integrierten Kontodienste von Microsoft angewiesen sind.

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