Windows Update KB5101650: Microsoft pausiert Dell-Rollout wegen Ăberhitzung
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft bestĂ€tigte heute einen schwerwiegenden Dienstausfall von Windows Server Update Services (WSUS) â ausgerechnet wĂ€hrend des umfangreichsten Sicherheitsupdates der Firmengeschichte.
Betroffen sind sĂ€mtliche Windows-Versionen. Besonders brisant: Bei Windows Server 2025 und 2022 werden Synchronisationsfehler unterdrĂŒckt. Der Fehler steht im Zusammenhang mit der SicherheitslĂŒcke CVE-2025-59287.
RekordverdÀchtiges Update-Volumen
Der Juli-Patchday schreibt Geschichte: Zwischen 570 und 722 Schwachstellen wurden geschlossen â darunter allein 427 Chromium-bezogene Probleme. Branchenbeobachter fĂŒhren die hohe Fundrate auf den Einsatz des KI-gestĂŒtzten Bug-Hunting-Tools MDASH zurĂŒck. Das Tool scheint seine Wirkung zu entfalten â mit schmerzhaften Nebenwirkungen fĂŒr die IT-Abteilungen.
Kritische Zero-Day-LĂŒcken in aktiver Ausnutzung
Die Sicherheitslage ist ernst. Gleich mehrere Zero-Day-Schwachstellen wurden bereits aktiv angegriffen, bevor Microsoft reagieren konnte:
- CVE-2026-56155: Rechteausweitung in Active Directory Federation Services (AD FS)
- CVE-2026-56164: Identischer Angriffsvektor im SharePoint Server
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat mehrere SharePoint-LĂŒcken in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Besonders CVE-2026-58644 â eine Deserialisierungs-Schwachstelle mit hohem Risiko â wurde bereits am 14. Juli geschlossen. FĂŒr Bundesbehörden gelten strikte Fristen, einige laufen bereits Mitte Juli ab.
ZusĂ€tzlich veröffentlichte Microsoft CVE-2026-50661, eine LĂŒcke zur Umgehung der BitLocker-Sicherheitsfunktion. Der AD-Fix lĂ€uft zunĂ€chst im sogenannten Audit-Modus â eine VorsichtsmaĂnahme, die zeigt, wie vorsichtig die Entwickler agieren.
Hardware-Konflikte stoppen Update-Rollout
Der Ărger hört beim WSUS-Ausfall nicht auf. Heute pausierte Microsoft die Verteilung des Windows 11-Updates KB5101650 fĂŒr bestimmte Dell-Systeme. Grund: Massive LeistungseinbrĂŒche, Ăberhitzung, Akku-Probleme und SystemabstĂŒrze.
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Die Ursache: Ein Konflikt zwischen dem neuen USB-C Connection Manager und Intel-IPF-Treibern. Dell rĂ€t seinen Kunden, das Update zurĂŒckzustellen, bis die KompatibilitĂ€tsprobleme behoben sind.
Secure Boot und das Ende einer Ăra
Der Juli markiert auch eine ZĂ€sur fĂŒr alte Sicherheitsprotokolle. In den âOffice Hours" zu Secure Boot am 15. Juli diskutierten Microsoft und Hardwarehersteller das Ablaufen von Secure-Boot-Zertifikaten. Besonders knifflig: Wie verhĂ€lt sich ein offline betriebenes System, das spĂ€ter wieder ans Netz geht und 2023er-Zertifikate erhĂ€lt?
Gleichzeitig erreichten mehrere Produkte das Support-Ende: SharePoint Server 2016 und 2019 sowie SQL Server 2016. FĂŒr Unternehmen, die noch auf diesen Plattformen laufen, wird die Sicherheitslandschaft zunehmend zum Minenfeld.
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Branche unter Druck: SAP und ServiceNow liefern nach
Microsoft steht mit dem Problem nicht allein. Auch andere Technologiegiganten veröffentlichten in derselben Woche kritische Patches:
- ServiceNow schloss eine kritische Remote-Code-AusfĂŒhrung in seiner KI-Plattform
- SAP veröffentlichte 16 Sicherheitshinweise, darunter dringende Fixes fĂŒr NetWeaver ABAP und Approuter
Sicherheitsforscher warnten zudem vor CVE-2026-49805, einer lokalen Rechteausweitung in Windows WMI Providers. Der am 15. Juli geschlossene Fehler betrifft alle modernen Windows- und Windows-Server-Versionen â wurde aber bislang nicht aktiv ausgenutzt.
