Windpark, Dreiht

Windpark He Dreiht: 2,4-Milliarden-Projekt ohne Subventionen online

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 19:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Deutschland-Fonds investiert in Lithium und seltene Erden. Parallel dazu startet ein subventionsfreier Offshore-Windpark und die EEG-Reform nimmt Gestalt an.

Deutschland-Fonds: Milliarden für Lithium, Windkraft und Wasserstoff
Leuchtende digitale Karte Deutschlands mit Verbindungslinien für Investitionen in Rohstoffe, Energie und Zukunftstechnologien. Abstrakte Finanzdaten überlagert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der im Dezember 2025 aufgelegte Topf mit rund 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien soll insgesamt 130 Milliarden Euro für Zukunftstechnologien mobilisieren.

KfW investiert in kritische Rohstoffe

Die staatliche Förderbank KfW hat bereits beträchtliches Kapital aus dem Fonds eingesetzt. 150 Millionen Euro flossen als Eigenkapital in das Lithium-Projekt von Vulcan Energy, weitere 50 Millionen Euro in Arafura Rare Earths. Ziel dieser Investitionen: die Sicherung der Lieferketten für Deutschlands industrielle und digitale Transformation.

Doch damit nicht genug. Auch die Energieversorger stellen sich neu auf. Der bundeseigene Konzern Uniper kündigte nach Verabschiedung des StromVKG-Kapazitätsmarktgesetzes Investitionen von rund fünf Milliarden Euro bis 2030 an. Mehr als die Hälfte davon ist für flexible Gaskraftwerke vorgesehen. Diese sollen als Backup für das Stromnetz dienen, während die Kohleverstromung ausläuft. Die Anlagen werden wasserstofftauglich gebaut – ein klares Signal für die klimaneutrale Zukunft.

Offshore-Windpark ohne Subventionen

Ein Meilenstein gelang am Samstag mit der kommerziellen Inbetriebnahme des Windparks „He Dreiht". Das 2,4 Milliarden Euro teure Projekt mit 64 Turbinen kommt völlig ohne staatliche Förderung aus. Stattdessen sicherten sich Großkonzerne wie Google, die Deutsche Telekom, Bosch und die Deutsche Bahn den Strom über 15-jährige Abnahmeverträge.

EEG-Reform: Das Ende der festen Einspeisevergütung

Während der Deutschland-Fonds neues Kapital erschließt, baut die Regierung parallel die alten Förderstrukturen um. Ein Mitte Juli veröffentlichter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sieht ein schrittweises Ende der festen Einspeisevergütung für neue Solaranlagen vor.

Konkret: Anlagen unter 50 Kilowatt erhalten ab 2027 reduzierte Zahlungen. Die Grenze sinkt 2028 auf 25 Kilowatt, 2029 auf sieben Kilowatt. Ab 2030 müssen Neuanlagen dann vollständig am Markt teilnehmen. Reiche änderte den Entwurf am Freitag nach Kritik aus der Koalition und verlängerte die Übergangsfristen für kleine Solaranlagen.

Anzeige

Der Umbau der Energiewirtschaft bietet enorme Chancen für Anleger, doch viele verpassen den größten Boom seit der Solarwelle. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche drei Wasserstoff-Aktien Experten jetzt für ein Portfolio im Billionen-Markt der Zukunft empfehlen. Drei Wasserstoff-Aktien mit Rekordpotenzial jetzt entdecken

Die Branche schlägt Alarm. Verbände wie BSW-Solar und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnen vor Milliardenausfällen bei Investitionen und massiven Jobverlusten im Handwerk. Die Regierung hält dagegen: Die Reform sei nötig, um die Netzengpasskosten in den Griff zu bekommen. Die liegen derzeit bei rund drei Milliarden Euro jährlich. Insgesamt gibt der Staat 2026 etwa 16 Milliarden Euro für die Förderung erneuerbarer Energien aus. Das Ziel: 80 Prozent Ökostrom bis 2030.

Wirtschaftsklima unter Druck

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld wird derzeit von einem Reformpaket der Koalition unter Kanzler Merz geprägt. Steuersenkungen, mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt und weniger Bürokratie stehen auf dem Programm. Vorausgegangen waren bereits Rentenreformen zur Stabilisierung der Staatsfinanzen.

Anzeige

Während die Industrie in neue Technologien investiert, wird Wasserstoff auch zur Schlüsselfrage für die europäische Energiesicherheit. Dieser Gratis-Leitfaden analysiert die Milliardenchancen im Verteidigungs- und Energiesektor und zeigt, wie Sie von dieser neuen Sicherheitsstrategie profitieren können. Kostenlosen Report zur neuen Sicherheitsstrategie herunterladen

Doch nicht alle Branchen zeigen sich zufrieden. In der Pharmaindustrie sorgt die geplante Gesundheitsreform für Unruhe. Sie soll bis 2027 rund 16,3 Milliarden Euro einsparen. Pfizer-Spitzenmanager warnten zuletzt, dass dies künftige Investitionen in Deutschland gefährden könnte. Auch Eli Lilly und Boehringer Ingelheim haben ihre Investitionspläne hierzulande bereits zurückgefahren.

Auf europäischer Ebene signalisiert die Bundesbank erstmals Gesprächsbereitschaft für gemeinsame Schuldtitel. Solche Eurobonds kämen aber nur für klar definierte strategische Ziele infrage – etwa Sicherheit und große Infrastrukturprojekte. Die Europäische Zentralbank drängt eigenen Angaben zufolge auf dauerhaftere gemeinsame Schuldenmechanismen zur Stützung des regionalen Wachstums.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69806800 |