WindRelay-Malware: Neue NFC-Angriffe auf Android um 188% gestiegen
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IT-Sicherheitsforscher warnen vor einer technologisch fortgeschrittenen Angriffswelle auf Android-Nutzer, bei der Kriminelle die NFC-Schnittstelle von Smartphones missbrauchen.
Im Zentrum der Kampagne steht die neu entdeckte Malware WindRelay, die in der Lage ist, die Kommunikation zwischen einer physischen Bankkarte und einem Mobilgerät in Echtzeit abzufangen und an externe Server weiterzuleiten. Dieser Mechanismus ermöglicht es Angreifern, Zahlungen zu autorisieren oder sensible Finanzdaten zu entwenden, ohne physischen Zugriff auf die Karte des Opfers zu haben.
Mehrstufiges Verfahren über Messaging-Dienste und Telefonie
Nach Erkenntnissen des Sicherheitsunternehmens Group-IB basiert die Verbreitung der Schadsoftware auf einer Kombination aus Social Engineering und technischer Manipulation. Die Angreifer kontaktieren potenzielle Opfer zunächst per Telefon oder über Messaging-Dienste.
In diesen Gesprächen werden die Nutzer unter Vorwänden dazu überredet, eine Anwendung zu installieren. Dabei handelt es sich primär um die Spyware SpyNote, die als Basis für weitere Infektionen dient.
Sobald SpyNote auf dem Gerät aktiv ist, erfolgt im zweiten Schritt die Installation von WindRelay. Die eigentliche Gefahr entsteht laut den Sicherheitsanalysten, wenn die Nutzer ihre Bankkarte für legitime Zwecke – etwa zum Bezahlen oder für Identifikationsprozesse – nah an ihr Smartphone halten.
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In diesem Moment greift WindRelay ein und leitet die NFC-Signale der Karte direkt an die Kriminellen weiter. Damit wird die Luftschnittstelle des Telefons faktisch zu einer Brücke für den Datendiebstahl umfunktioniert.
Signifikanter Anstieg von NFC-basierten Angriffen
Die Untersuchungen von Group-IB belegen eine hohe Aktivität der Hintermänner. Im Zeitraum von November 2025 bis Juli 2026 konnten die Experten insgesamt 23 verschiedene Varianten von WindRelay identifizieren. Dies deutet darauf hin, dass die Angreifer den Code der Malware regelmäßig anpassen, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen und die Effektivität ihrer Kampagne zu steigern.
Die Bedrohungslage spiegelt sich auch in globalen Marktbeobachtungen wider. Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky verzeichnete in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 weltweit bereits 35.600 abgewehrte Angriffe, die spezifisch auf die NFC-Kommunikation abzielten. Dies stellt eine massive Zunahme im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar: Laut Kaspersky stiegen diese Vorfälle um 188 Prozent an.
Branchenexperten sehen darin einen Trend zur Professionalisierung mobiler Cyberkriminalität, da immer mehr Finanztransaktionen über das Smartphone abgewickelt werden.
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Risikominimierung für Android-Anwender
Die Entdeckung von WindRelay verdeutlicht die Gefahren, die von der Installation von Software aus nicht verifizierten Quellen ausgehen. Sicherheitsanalysten betonen, dass die Kombination aus telefonischer Manipulation und technischer Ausnutzung von Standardfunktionen wie NFC eine neue Eskalationsstufe darstellt.
Nutzer werden dazu angehalten, bei unerwarteten Aufforderungen zur Installation von Programmen, die über Messenger oder Telefonate kommuniziert werden, äußerste Vorsicht walten zu lassen.
Da die Malware darauf angewiesen ist, dass die Bankkarte physisch an das Gerät gehalten wird, stellt bereits das bewusste Management der NFC-Funktion – etwa das Deaktivieren der Schnittstelle, wenn sie nicht benötigt wird – eine effektive erste Verteidigungslinie gegen diese spezifische Form des Datendiebstahls dar.
