Wintersport, Arthrose

Wintersport mit Arthrose: Zwei Monate Krafttraining bereiten Knie und Hüfte vor

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Krafttraining, gelenkschonende Bewegung und Vorsicht auf der Piste können helfen, Knie und Hüfte auf den Wintersport vorzubereiten.
Verschneiter, unberührter Berggipfel in einer alpinen Winterlandschaft bei klarem Himmel Illustration mit AI erstellt.

Der Start in den Wintersport verlangt von Personen mit Gelenkbeschwerden eine sorgfältige Planung. Da Knie- und Hüftgelenke bei Abfahrten und Richtungswechseln intensiv gefordert werden, raten Fachberichte dazu, die sportliche Aktivität mit vorausschauenden Maßnahmen anzugehen. Eine rechtzeitige Vorbereitung und angepasste Bewegungsmuster spielen eine zentrale Rolle, um Überlastungen zu vermeiden.

Gezielter Muskelaufbau stabilisiert Beine und Rumpf

Um die Gelenke zu entlasten, wird Betroffenen empfohlen, bereits ein bis zwei Monate vor Beginn des Skiurlaubs mit einem Kräftigungsprogramm zu starten. Geeignet sind Einheiten, die dreimal wöchentlich oder im Zweitagesrhythmus absolviert werden. Zu den wichtigen Muskelgruppen zählen der Quadrizeps, die rückseitige Oberschenkelmuskulatur, das Gesäß, die Adduktoren, die Waden sowie der Bauch.

Fachleute weisen darauf hin, dass isometrische Übungen wie der Wandsitz die Muskulatur stärken können, ohne dabei Reibung am Knorpel zu erzeugen. Für Einsteiger eignen sich drei Durchgänge von je 20 Sekunden in einem 60-Grad-Kniewinkel mit späterer Steigerung.

Sportwissenschaftler Oliver Kraus betont, dass Kniebeugen die Beine kräftigen, alternativ auch die Beinpresse eingesetzt werden kann und zusätzlich die Oberschenkelrückseite trainiert werden sollte.

Bei Meniskusproblemen empfiehlt Kraus, Kniebeugen nicht über 90 Grad zu beugen; bei Beschwerdefreiheit rät er zu einem vollen Bewegungsradius, solange die Ausführung sauber bleibt. Kraus verweist zudem darauf, dass das eigene Körpergewicht für viele Trainierende zu leicht sei, weshalb Zusatzlasten nötig werden, wenn zwölf Wiederholungen problemlos absolviert werden können.

Knorpelschutz und der Einfluss von Witterung

Gelenkknorpel weist eine begrenzte Regenerationsfähigkeit auf. Durch rhythmische Kompression und Entlastung soll er laut Fachberichten mit Nährstoffen versorgt und die Bildung von Synovialflüssigkeit angeregt werden. Als gelenkschonende Ausdauerformen gelten Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Aquajogging oder Tai-Chi, während ruckartige Bewegungen und Stoßbelastungen vermieden werden sollten.

Bei Wanderungen bergab lastet das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts auf der Kniescheibe, was bei einer Person von 75 Kilogramm und einem 10-Kilogramm-Rucksack bis zu 340 Kilogramm Druck pro Schritt bedeuten kann.

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Zusätzlich beeinflussen Kälte und Wetterbedingungen das Schmerzempfinden. Dr. Christopher Murawski von der Duke University erklärt, dass fallender Luftdruck von rund 15 Pfund pro Quadratzoll Gewebe anschwellen lassen und Schmerzen verstärken kann.

Dr. Andrew Bang von der Cleveland Clinic verweist auf eine britische Untersuchung mit 13.000 Arthritis-Patienten, wonach Beschwerden an Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit, niedrigem Luftdruck und starkem Wind zunahmen.

Laut Dr. Mariko Ishimori von Cedars-Sinai verdickt sich die Synovialflüssigkeit bei niedrigen Temperaturen, weshalb regelmäßige Bewegung und das Warmhalten der Gelenke von Bedeutung sind.

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Vorsichtsmaßnahmen für die Piste

Für die Zeit im Skigebiet raten Experten zu gründlichem Aufwärmen, ausreichenden Pausen, mäßigem Tempo und sanften Schwüngen mit modernen Carving-Skiern. Auch Langlauf und Schneewandern werden als gelenkschonende Alternativen eingestuft.

Orthopäde Prof. Sven Ostermeier von der Gelenk-Klinik Gundelfingen mahnt, bei Gelenkbeschwerden vorab ärztliches Einverständnis einzuholen, da plötzliche Richtungswechsel, Drehungen und häufiges Hocken das Knie stark fordern. Bei bestehenden Problemen an Schulter und Ellenbogen rät er eher zum Verzicht.

Prof. Dr. Gerald Zimmermann, Chefarzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Theresienkrankenhaus Mannheim, berichtet bezüglich der ACP-Therapie mit autologem conditioniertem Plasma aus Eigenblut, dass die meisten Studien von einer Erfolgsquote zwischen 80 und 90 Prozent ausgehen. Bei anhaltenden Schmerzen, Schwellungen oder nach Verletzungen sollte stets medizinischer Rat eingeholt werden.

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