WM-Phishing: Voidrift-Malware tarnt sich als Anmeldeformular
Veröffentlicht am: 02.07.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie TĂ€ter setzen auf das Thema FuĂball-WM 2026.
Voidrift-Malware tarnt sich als Anmeldeformular
Sicherheitsforscher entdeckten Anfang Juli eine neue Kampagne. Die Angreifer verschicken personalisierte E-Mails, die Schutzmechanismen wie Cisco IronPort, Microsoft ATP und Abnormal Security austricksen. Lockmittel ist ein vermeintliches Anmeldeformular zur Weltmeisterschaft. Wer darauf klickt, installiert die Voidrift-Malware.
Weil die Ansprache individuell ist, fehlen typische Merkmale von Massen-Spam. Das erschwert die automatische Erkennung. Parallel identifizierten Forscher der Forcepoint X-Labs weitere Muster: Crypto Wallet Drainer imitieren Plattformen wie Stake.com und leiten Opfer ĂŒber Weiterleitungsdienste auf manipulierte Seiten.
Von gefÀlschten Tickets bis zu Lotterieversprechen
Das Spektrum der digitalen KriminalitĂ€t rund um das Turnier ist breit. Analysten beobachten vermehrt Ticket-Phishing ĂŒber Typosquatting-Domains. Diese imitieren legitime Börsen wie SeatGeek durch gezielte Schreibfehler in der URL.
Zudem kursieren betrĂŒgerische Mails ĂŒber Gmail, Yandex oder AtomicMail. Sie versprechen angebliche FIFA-Lotteriegewinne in Millionenhöhe. Ziel dieser âAdvance Fee Fraudâ-Maschen: persönliche Daten abgreifen oder VorabgebĂŒhren erpressen.
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Auch internationale Behörden schlagen Alarm:
- Die Polizei in Singapur warnt vor gefĂ€lschten Websites fĂŒr Tickets und Merchandising, die nur Kryptozahlungen akzeptieren.
- In Malaysia nahmen Ermittler bei der Operation âSoga XIâ ĂŒber 330 Personen wegen illegaler Wetten fest. Die Transaktionen hatten ein Volumen von rund 2,63 Millionen Ringgit.
- Sicherheitsforscher weisen auf manipulierte Videoanruf-Links hin, die Schadsoftware installieren und Krypto-Transaktionen freigeben.
Millionen-FĂ€lschungen in Houston beschlagnahmt
Nicht nur digital, auch physisch gehen Behörden gegen WM-KriminalitĂ€t vor. In Houston beschlagnahmten Beamte binnen zwei Wochen ĂŒber 27.000 gefĂ€lschte FIFA-Artikel. Der Marktwert der Trikots und FuĂbĂ€lle liegt bei ĂŒber 6,1 Millionen US-Dollar. Laut Zoll stammt ein GroĂteil der Ware aus China. Auch in Indianapolis wurden ĂŒber tausend gefĂ€lschte WM-Artikel sichergestellt.
WĂ€hrend Behörden gegen physische FĂ€lschungen vorgehen, bleibt die Gefahr durch gehackte Online-Konten fĂŒr Nutzer im Alltag oft unsichtbar. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie die neue Passkey-Technologie Ihre Accounts bei Amazon, WhatsApp und Co. kĂŒnftig unhackbar macht. Sichere Alternative zum Passwort kostenlos entdecken
SicherheitslĂŒcke in der Ăbertragungsinfrastruktur
Neben Endkunden-Betrug rĂŒckt auch die technische Infrastruktur in den Fokus. Einer Sicherheitsforscherin gelang der Zugriff auf Steuerungssysteme fĂŒr Live-Ăbertragungen. Das hĂ€tte theoretisch eine Manipulation des weltweiten Sendesignals ermöglicht. Die Kommunikation solcher LĂŒcken an die FIFA gestaltete sich in der Vergangenheit jedoch schwierig.
UnabhĂ€ngig von der WM bleibt die allgemeine Bedrohungslage hoch. Branchenbeobachter berichten von groĂflĂ€chigen âPassword-Sprayingâ-Angriffen auf Microsoft-365-Konten. In der zweiten JunihĂ€lfte registrierten sie ĂŒber 81 Millionen Anmeldeversuche â gezielt gegen unzureichend konfigurierte Multi-Faktor-Authentifizierungen.
