Wiederbelebung, Telefonreanimation

Woche der Wiederbelebung: Telefonreanimation rettet Leben

Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Vorfall in Augsburg zeigt den Wert schneller Reanimation. AED-GerĂ€te und digitale Helfernetzwerke verkĂŒrzen die Zeit bis zur Rettung.

Herzstillstand im Fitnessstudio: AED und Ersthelfer retten Leben
Ein moderner, heller Fitnessraum am spÀten Nachmittag mit einem an der Wand montierten Defibrillatorschrank. Illustration mit AI erstellt.

Ein plötzlicher Herzstillstand wÀhrend des Trainings stellt Sportler und Betreiber von Freizeiteinrichtungen vor extreme Herausforderungen. Wie entscheidend ein schnelles Eingreifen sowie das Vorhandensein technischer Hilfsmittel vor Ort sind, verdeutlichte ein Vorfall in einem bayerischen Fitnesscenter. An einem SpÀtnachmittag erlitt Gerhard Funk beim Training im Studio FitYou im Toni-Park in Augsburg einen Herzstillstand.

Zwei anwesende MÀnner und der Einsatz eines ReanimationsgerÀts konnten Funk in letzter Minute wiederbeleben, wie die Augsburger Allgemeine in einem Bericht vom 18. September 2026 darlegte. Der Zwischenfall lenkt den Blick auf die Notfallausstattung in Sportbetrieben sowie die AblÀufe der Erstversorgung.

Schnelles Eingreifen entscheidet ĂŒber Überlebenschancen

Das Zusammenspiel von Ersthelfern und technischer AusrĂŒstung gilt bei NotfĂ€llen wĂ€hrend des Trainings als maßgeblich. Medizinische NotfĂ€lle können auch scheinbar fitte Personen treffen. Wie Oberarzt Olaf Haberecht darlegte, sterben in Deutschland jĂ€hrlich rund 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Die Überlebenschancen sinken bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ohne sofortige Maßnahmen mit jeder ungenutzten Minute betrĂ€chtlich.

Dass eine Rettung gelingt, hĂ€ngt oft vom unmittelbaren Handeln der Umstehenden ab. Um das Bewusstsein fĂŒr Reanimationsmaßnahmen zu schĂ€rfen, findet vom 21. September 2026 bis zum 27. September 2026 die bundesweite Woche der Wiederbelebung statt.

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Daten des Deutschen Reanimationsregisters unterstreichen dabei den Stellenwert angeleiteter Hilfe: Im Jahr 2025 kam die sogenannte Telefonreanimation in 38,4 Prozent der dokumentierten FÀlle zum Einsatz. Zudem ereignen sich laut dem Register rund 70 Prozent der Reanimationen im hÀuslichen Umfeld.

AusrĂŒstung und mobile Netzwerke im Breitensport

FĂŒr SportstĂ€tten gewinnen automatisierte externe Defibrillatoren (AED) daher zunehmend an Bedeutung. Vereine und TrainingsstĂ€tten rĂŒsten ihre Anlagen vermehrt mit entsprechenden Systemen aus.

So schaffte beispielsweise der Tennisclub TC GrĂŒn-Weiss Aschersleben einen AED an, wobei der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) die praktische Handhabung vor Ort demonstrierte. Die GerĂ€te leiten Laienhelfer akustisch an und geben elektrische Impulse nur dann frei, wenn ein defibrillierbarer Herzrhythmus erkannt wird.

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Neben stationĂ€ren GerĂ€ten in TrainingsstĂ€tten gewinnen digitale Ersthelfer-Netzwerke an Relevanz, um die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen professioneller RettungskrĂ€fte zu verkĂŒrzen. Im Kreis Recklinghausen fĂŒhrt das System der Corhelper-App am 21. September 2026 um 11 Uhr einen offiziellen Probealarm durch.

Die Bilanz der ersten 90 Tage des Systems verzeichnete ĂŒber 1.400 Registrierungen und rund 860 freigeschaltete Lebensretter. Bei 109 EinsĂ€tzen kam es zu 145 Einsatzannahmen, wobei bis zu drei Helfer pro Einsatz alarmiert wurden. Die durchschnittliche Zeitspanne bis zum Eintreffen der registrierten Ersthelfer lag bei 4:28 Minuten.

Der Fall von Gerhard Funk in Augsburg belegt, wie wichtig die Kombination aus unerschrockenem Handeln anwesender Personen und unmittelbar greifbarer GerÀtetechnik im Ernstfall ist.

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de | wissenschaft | 70128405 |